Knifflige Regeln: Was dürfen Radfahrer, was nicht?

Knifflige Regeln: Was dürfen Radfahrer, was nicht?

Mit dem Fahrrad durch die Stadt, das ist gesund und oft sehr praktisch. Hat aber Konfliktpotenzial - mit Fußgängern und Autofahrern. Eine Übersicht über Tempolimits und andere Regeln.

Fahrrad auf Radweg mit Bewegungsunschärfe

Tempolimit
Grundsätzlich müssen sich Radfahrer auf der Straße an die gleichen Verkehrsschilder mit Tempobegrenzungen halten wie Autofahrer. Anders sieht das auf Radwegen aus, die sie mit Fußgängern gemeinsam benutzen - hier müssen die Radler so langsam fahren, dass sie jederzeit anhalten oder ausweichen können.

Tempolimit
Grundsätzlich müssen sich Radfahrer auf der Straße an die gleichen Verkehrsschilder mit Tempobegrenzungen halten wie Autofahrer. Anders sieht das auf Radwegen aus, die sie mit Fußgängern gemeinsam benutzen - hier müssen die Radler so langsam fahren, dass sie jederzeit anhalten oder ausweichen können.

Gemeinsamer Rad- und Fußweg
Blaue Schilder wie dieses kennzeichen gemeinsam genutzte Wege. Entscheidend ist hier die weiße Linie. Ist sie senkrecht, hat jeder eine eigene Spur. Ist die Linie horizontal, ist es ein gemischter Weg – hier ist eine angepasste Geschwindigkeit besonders wichtig. Wenn viele Fußgänger unterwegs sind, muss man stellenweise auch mal schieben. Solche gemischten Bereiche sind oft an Ausflugszielen und Uferpromenaden zu finden.

Fußgängerzone
In der Fußgängerzone müssen Radler sogar noch langsamer fahren: Sie sind hier Gast, mehr als Schrittgeschwindigkeit ist nicht erlaubt. Und das auch nicht überall: nur, wenn die Fußgängerzone dafür freigegeben.

Radwegepflicht
Muss man als Radfahrer eigentlich immer auf dem Radweg fahren? Nein, nicht unbedingt. Nur dann, wenn der Radweg durch ein blaues Schild mit dem Fahrradsymbol gekennzeichnet ist. Ohne dieses Schild dürfen Radfahrer auch auf der Fahrbahn radeln - viele fühlen sich dort wohler, weil sie glauben, besser gesehen zu werden. Ist der Radweg in einem schlechten Zustand, gilt die Radwegepflicht nicht. Aber immer gilt für Radfahrer das Rechtsfahrgebot und die vorgeschriebene Fahrtrichung. Ausnahmen werden auf Schildern mit zwei Pfeilen in beide Richtungen gekennzeichnet.

Freie Fahrt auf Schutzstreifen
Grenzt auf einer Straße eine gestrichelte Linie den Rad- und Autoverkehr voneinander ab, so haben Radfahrer auf diesem Schutzstreifen freie Fahrt. Seit Frühjahr 2020 nämlich dürfen Autofahrer hier nicht einmal mehr für drei Minuten halten.

Mindestabstand
Besonders gefährdet sind Zweiradfahrer, wenn sie von Autos überholt werden. Deshalb galt bisher, dass Autofahrer auf einen "ausreichenden Seitenabstand" achten mussten. Hier ist der Gesetzgeber strenger geworden. Seit 2020 gelten neue Regeln beim Überholen von Radfahrern, Fußgängern und Elektro-Tretrollern: innerorts mindestens 1,5 Meter, außerorts sind zwei Meter Abstand notwendig.

Kinder auf dem Gehweg
Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Daher müssen sie bis zum Alter von acht Jahren auf dem Gehweg fahren. Begleitet sie dabei ein Erwachsener, darf auch er auf dem Gehweg fahren. Spätestens mit zehn Jahren ist aber Schluss: Ab dann müssen sie - wie die Großen auch - auf der Straße oder dem Radweg fahren.

Ampeln
Verwirrung über die Rechte und Pflichten von Radfahren gibt es oft an Ampeln. Grundsätzlich gilt hier entweder das Fahrradsymbol, oder, wenn es keines gibt, meist die Auto-Ampel. Die Fußgängerampel ist für Radfahrer nur relevant, wenn sie absteigen und das Rad über die Straße schieben. Übrigens: Wer mit dem Rad bei Rot über die Ampel fährt, kann dafür einen Punkt in Flensburg bekommen.

Trotz roter Ampel rechts abbiegen
Der grüne Pfeil, der Autofahrern das Rechtsabbiegen erlaubt, gilt übrigens auch für Radfahrer, die von einem Radweg aus rechts abbiegen wollen. Zudem gibt es seit 2020 einen gesonderten Grünpfeil nur für Radler.

Einbahnstraße
Radfahrer haben in Einbahnstraßen oft Stress mit Autos. Der Grund: Autofahrer übersehen oft das Schild, das den Radfahrern die Benutzung der Straße in beide Richtungen erlaubt. Hier sind die Radler dann gleichberechtigt und nicht nur geduldet. Es gelten die üblichen Vorfahrtsregeln wie "rechts vor links" oder das Ausweichen und Warten, wenn in der eigenen Fahrtrichtung ein Hindernis ist.

Nebeneinander
Nette Neuerung: Radfahrer dürfen seit Änderung der Straßenverkehrsordnung 2020 auch nebeneinander fahren, statt wie bislang nur hintereinander. Bedingung ist, dass sie niemanden behindern.

Beleuchtung
Ein Fahrrad muss "verkehrssicher" sein. Dazu gehört neben zwei guten Bremsen, einer Klingel und Reflektoren vor allem ein gutes Licht. Ein Dynamo ist nicht mehr Pflicht, auch batteriebetriebene Scheinwerfer sind zugelassen. Das Frontlicht muss aber mindestens 10 Lux erreichen. Eine Verstoß gegen die Beleuchtungsvorschrift kann bis zu 35 Euro kosten.

Rücksicht und Aufmerksamkeit
Ob Radler, Fußgänger oder Autofahrer - die größte Garantie für Sicherheit im Straßenverkehr ist sicherlich, wenn alle Verkehrsteilnehmer aufmerksam sind, die Regeln beachten und vor allem gegenseitig Rücksicht nehmen.

Stand: 17.06.2020, 14:40 Uhr