Unscharfes, hohes Verkehrsaufkommen

Pendlerland NRW: Jeder Zweite muss pendeln

Autos im Stau in der Dunkelheit

Pendlerland NRW: Jeder Zweite muss pendeln

  • Faktensammlung zum Pendeln in Nordrhein-Westfalen
  • Jeder zweite Beschäftigte pendelt
  • Männer fahren häufiger mit dem Auto als Frauen

Düsseldorf, Köln und Holzwickede haben etwas gemeinsam. Zumindest beim Blick auf die Pendlerstatistik. Sie gehören zu den Orten, in denen sich tagsüber mehr Menschen aufhalten als es Einwohner gibt.

Bei Großstädten ist das normal - viele Arbeitsplätze ziehen die Menschen aus den umliegenden Gemeinden an. So ist das auch in Holzwickede - die Arbeitsplätze gibt's hier aber weniger in der Innenstadt als vielmehr in einem Gewerbegebiet.

So pendelt man bei Ihnen - Infos zu allen Kommunen in NRW

"Auto-Pendler" sind in der Mehrzahl

Geschichten wie die von Holzwickede verbergen sich hinter den langen Zahlenkolonnen der jährlichen Pendlerstatistik, die das statistische Landesamt IT.NRW herausgibt. 4,65 Millionen Menschen pendelten demnach 2016 jeden Tag über die Grenze ihrer Stadt oder Gemeinde hinweg. Das war mehr als die Hälfte aller 9,05 Millionen Erwerbstätigen.

Die meisten davon setzen sich ins Auto - 70,2 Prozent sind es nach Berechnungen der Düsseldorfer Statistiker. Knapp ein Prozent steigt zudem aufs Motorrad, um zur Arbeit zu kommen.

Fakten zum Pendeln in NRW

Daran hat sich in den vergangenen Jahren auch nicht viel geändert. Im Jahr 2000 lag der Anteil der "Auto-Pendler" bei 69,0 Prozent. Auffällig: der hohe Anteil von Männern im Auto. Frauen pendeln häufiger mit Bus und Bahn: Immerhin jede sechste Frau nutzte öffentliche Verkehrsmittel - im Gegensatz dazu nur jeder neunte Mann.

Entfernung und Dauer des Pendelns nehmen zu

Im Vergleich mit dem Jahr 2000 zeigt sich, dass die Dauer des Pendelns ansteigt. Die Zahl derer, die eine kurze Wegstrecke haben oder weniger als zehn Minuten unterwegs sind, nimmt seitdem kontinuierlich ab. Aktuell braucht ein gutes Viertel der Pendler mehr als eine halbe Stunde, um ans Ziel zu kommen.

Fakten zum Pendeln in NRW

Fast jeder fünfte Pendler ist täglich mehr als 25 Kilometer unterwegs, um zur Arbeit zu fahren.

Fakten zum Pendeln in NRW

Stau in Richtung Ballungszentrum

Doch zurück zum Vergleich der Ein- und Auspendler. Die Zahlen zeigen, dass es immer mehr Pendler in die Städte zieht. In Köln ist die Zahl der Menschen, die von außerhalb in die Stadt fahren, zwischen 2010 und 2016 um 40.000 gestiegen. Das führt nicht nur zu Staus rund um die Großstädte - die Städte sind tagsüber auch recht voll.

Tagsüber boomen vor allem die Städte

Beispiel Düsseldorf: Dort liegt die so genannte Tagbevölkerung insgesamt 200.521 Menschen über der Einwohnerzahl. Oder eben Holzwickede - das Verhältnis von Tagbevölkerung zu Einwohnerzahl ist ähnlich wie in Düsseldorf - allerdings auf niedrigerem Niveau: Tagsüber befinden sich 4.627 Menschen mehr in der Stadt als sie Einwohner hat.

Der lange Weg zur Arbeit

WDR 5 Quarks - Hintergrund | 26.07.2018 | 09:53 Min.

Download

Die Quellen der Daten

Die Daten für die Auswertung stammen vom statistischen Landesamt IT.NRW und haben den Stand vom 30.06.2016. Die nächste Aktualisierung erfolgt voraussichtlich Ende November 2018.

Die Pendlerrechnung basiert auf mehreren Statistiken, die zusammengeführt werden.

Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit: Informationen zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie geringfügig entlohnten und kurzfristig Beschäftigten.

Personalstandstatistik: Informationen zu den Beamten.

Mikrozensus: Informationen zu Selbstständigen und unbezahlt mithelfenden Familienangehörigen. Die Pendelentfernungen werden über Luftlinienentfernungen in Kilometern auf Basis von Geo-Daten angenähert.

Stand: 29.10.2018, 01:00