Unscharfes, hohes Verkehrsaufkommen

Diesel-Nachrüsten – lohnt sich das?

Bauteil im Motorraum eines Diesel-Fahrzeuges

Diesel-Nachrüsten – lohnt sich das?

Von Hendrik Buhrs

  • Immer mehr Hardware-Lösungen zugelassen
  • Kosten meist zwischen 2.000 und 3.600 Euro
  • Zuschüsse bisher nur von Mercedes und VW

Stickoxide aus dem Auspuff von Dieselautos sind der Grund, warum in einigen Städten Fahrverbote drohen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Donnerstag (12.09.2019) über ein Fahrverbot in Köln entschieden.

Eine Möglichkeit, dem Fahrverbot zu entgehen, kann die sogenannte Hardware-Nachrüstung sein. Mehrere kleine Spezialfirmen haben dafür Bausätze entwickelt, die bei in der Werkstatt eingesetzt werden können. Mittlerweile hat diese Technik auch die offizielle Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt.

Garantie bleibt erhalten

Das hat mit der Gewährleistung zu tun - deshalb gibt es auch für jedes einzelne Modell eine eigene Zulassung. Dem Kunden wird zugesichert: Ich kann mit dem nachgerüsteten Motor 100.000 Kilometer fahren oder fünf Jahre lang, je nachdem, was man zuerst erreicht. Bestehende Garantien von Herstellern verändern sich nicht zum Nachteil des Kunden.

Dokumentation im Fahrzeugschein

"Ein nachgerüsteter Diesel bleibt trotzdem ein Euro-5-Diesel", erklärt Johannes Boos vom ADAC. "Aber es gibt nach dem Werkstattbesuch einen Eintrag in den Fahrzeugschein. Da wird bestätigt, dass das Fahrzeug nachgerüstet wurde – mit einer vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigten Hardware." Diesen Beweis sollte man dabei haben, wenn die Polizei in entsprechenden Fahrverbotszonen stichprobenartig kontrolliert.

Die Kosten trägt zunächst der Kunde. 2.000 bis 3.600 Euro können das je nach Auto und Nachrüst-Anbieter sein. Mercedes und Volkswagen geben Zuschüsse bis 3.000 Euro, wenn man in Städten mit besonders schlechter Luft wohnt oder arbeitet – darunter Bochum, Düren, Düsseldorf, Köln.

Persönliche Abwägung

Ob das Umrüsten insgesamt sinnvoll ist oder nicht, muss jeder selbst ausrechnen. Als Mercedes- oder VW-Halter muss man vermutlich weniger lange nachdenken – weil man es wahrscheinlich nicht selbst bezahlen muss. Aber auch dann gilt: erst abklären, dann erst machen lassen. Bei den anderen Herstellern muss man überlegen, wie oft man in Fahrverbotszonen möchte. Wirklich konkret ist das derzeit noch nirgendwo in NRW.

Lohnend für die Umwelt

Der Wert oder Restwert des Autos an sich spielt sicher auch eine Rolle. Und schließlich noch das, was aus dem Auspuff rauskommt, sagt Johannes Boos vom ADAC: "Lohnend ist es auf jeden Fall für die Umwelt. Die Fahrzeuge sind mit dem Nachrüstsatz deutlich sauberer unterwegs, das haben auch unsere ADAC-Tests ergeben."

Dass die meisten Hersteller übrigens bei den Nachrüstkosten nur mit den Schultern zucken, ärgert unter anderem die Deutsche Umwelthilfe. Die fordert, in einer gemeinsamen Erklärung mit anderen Verbänden, dass alle Autokonzerne eine Hardware-Nachrüstung bezahlen.

Welche Modelle kann ich ab wann nachrüsten?

WDR 2 Servicezeit 10.09.2019 03:36 Min. Verfügbar bis 09.09.2020 WDR 2

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Stand: 12.09.2019, 15:40