Klimaschutz: Bei der Butter ist nichts in Butter

Butter

Klimaschutz: Bei der Butter ist nichts in Butter

Von Frank Menke

  • UN-Konferenz in Bonn diskutiert über besseren Klimaschutz
  • Verbraucher können schon beim Essen etwas tun
  • Ranking der klimaschädlichsten Lebensmittel

Seit Montag (17.06.2019) steht bei der UN-Konferenz in Bonn der Klimaschutz im Fokus. Mit dem Thema sind Verbraucher tagtäglich konfrontiert, auch bei der Wahl der Lebensmittel. Welche sind besonders klimaschädlich? Hier das Ranking.

1) Von wegen "gute Butter"

"Die Butter steht auf dem ersten Platz", sagt Melanie Speck vom "Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie" und beruft sich dabei auch auf Untersuchungen des Freiburger Ökoinstituts. Bei der Herstellung eines Kilos werden 24 Kilo CO2-Emissionen ausgestoßen.

Grund dafür ist die große Zahl von Kühen, die auch noch Methangas produzieren, und der hohe Milchanteil von 18 Litern pro Kilo Butter. Melanie Speck schränkt aber ein: "Natürlich isst man an sieben Tagen nicht soviel Butter wie Fleisch. Es kommt bei klimafreundlicher Ernährung auf den Wochenplan an."

2) Teures Rindfleisch

Rindfleisch

Von allen Fleischsorten belastet Rindfleisch das Klima am stärksten. "Fleisch hat grundsätzlich einen hohen Ressourcenverbrauch", sagt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale NRW. Ein Kilo Rindfleisch verursacht rund 13 Kilo CO2-Äquivalente.

3) Käse ist Käse

Milchprodukte

Ein Kilo Käse verursacht 8,5 Kilo CO2-Emissionen, ein Kilo Sahne 7,6 Kilo. Vegetarier, die Fleischerzeugnisse durch Milchprodukte ersetzen, ernähren sich deshalb auch nicht klimafreundlich.

Besser sei es, so Melanie Speck vom "Wuppertal Institut", die Fleisch- und Milchkomponenten zu ersetzen: "Das geht am besten mit Hülsenfrüchten, weil die sehr klimaeffizient sind, gute Eiweißlieferanten und regional angebaut werden können."

4) Tiefkühl-Pommes - der Frost-Schock

Tiefkühl-Pommes

Ein Kilo Tiefkühl-Pommes schlägt mit 5,7 Kilo CO2-Emissionen zu Buche. "Das ergibt sich durch die Kühlung und die Verarbeitung", sagt Melanie Speck.

5) Schokolade - das ist bitter

Tiefkühl-Pommes

Ein Kilo Schokolade belastet mit 3,5 Kilo CO2-Äquivalenten das Klima. Schuld ist die Milch darin und oft auch Palmöl, das aus der Ölpalme gewonnen wird, die große Anbauflächen verschlingt.

6) Schwein und Geflügel - immerhin besser als Rind

Schweinefleisch und Geflügel

Die Produktion eines Kilos Schweinefleisch oder Geflügel verursacht 3,4 Kilo CO2-Emissionen. Die Klimabilanz wird vermiest durch den Platz, der für die Haltung der Tiere benötigt wird, und die gewaltigen Anbauflächen für Futterpflanzen.

Tipp der Verbraucherzentrale NRW: Ernähren Sie sich regional und saisonal. Das "Wuppertal Institut" hat zudem mit der FH Münster und der TU Berlin einen Online-Rechner für die Gastronomie entwickelt, mit dem auch Verbraucher die Nachhaltigkeit ihrer Gerichte ausrechnen können.

Stand: 17.06.2019, 20:20

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