Iqos - Die "gesündere" Zigarette?

Iqos - Die "gesündere" Zigarette?

Von Tina Srowig

  • Tabak wird erhitzt, aber nicht verbrannt
  • So sollen weniger Schadstoffe entstehen
  • Krebsrisiko bleibt, sagt das Deutsche Krebsforschungszentrum

Um die Werbeplakate kommt man in vielen deutschen Großstädten nicht herum: "Die bessere Alternative zur Zigarette" heißt es. Es geht um den Tabakerhitzer Iqos, den der Tabakkonzern Philip Morris verkauft. Anders als in vielen E-Zigaretten wird hier keine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft, sondern echter Tabak erhitzt. In das längliche Gerät steckt man oben eine Art Mini-Zigarette rein, der Tabak wird dann erhitzt und der Raucher zieht an einem Filter.

"Lifestyle statt Lungenkrebs" verspricht das Design

Neun Iqos-Läden gibt es mittlerweile in Deutschland, von der Aufmachung her erinnern sie an Apple-Stores. Dahinter steckt eine bewusste Strategie, sagt Suchtforscher Prof. Heino Stöver: "Iqos versucht in der Werbestrategie, das Produkt als ein Lifestyle-Produkt zu lancieren, für den aufgeklärten, den bewussten Raucher." Weil Iqos steuerrechtlich nicht als Zigarette, sondern als Pfeifentabak eingeordnet wird, sind auf den Packungen auch keine Schock-Bilder zu finden.

Ist Iqos weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten?

Der Hersteller betont, dass die Schadstoffe bei Iqos im Vergleich zu Zigaretten deutlich reduziert sind. Das liege daran, dass der Tabak im Gerät nur erhitzt und nicht verbrannt wird wie bei einer Zigarette. Tatsächlich sind viele gesundheitsschädliche Stoffe bei Iqos um 80 bis 99 Prozent reduziert – das hat auch eine unabhängige Untersuchung vom Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt.

Aber das heißt eben nicht automatisch, dass das Produkt weniger schädlich ist, sagt Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum: "Bei krebserzeugenden Substanzen ist es so, dass es keine untere Wirkungsschwelle gibt. Alle Studien haben bislang gezeigt, dass weiterhin relevante Mengen an krebserzeugenden Substanzen enthalten sind. Das heißt, dass mit dem Produkt auch weiterhin Krebsrisiken verbunden sind." Um die Gesundheitsgefahren genau einschätzen zu können, braucht man Langzeitstudien.

Entscheidend für die Zukunft des Tabakkonzerns

Philip Morris hat Milliarden in die Entwicklung von Iqos gesteckt. Dass der Tabakkonzern so massiv auf das Alternativprodukt setzt, hat wirtschaftliche Gründe: Der Zigarettenabsatz ist in Deutschland in den letzten 17 Jahren fast um die Hälfte zurückgegangen, es fangen auch immer weniger Jugendliche an zu rauchen.

Iqos - Die - "gesündere" Zigarette?

WDR 2 Servicezeit | 02.05.2018 | 02:50 Min.

Download

Stand: 30.04.2018, 13:40