Was kostet eine Krankenversicherung?

Was kostet eine Krankenversicherung?

Gesetzliche Krankenversicherungen bieten unterschiedlich viel an für das Geld. Kräftig sparen lässt sich auch beim Zusatzbeitrag, den jede Kasse individuell festlegt.

Die meisten Leistungen, die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) anbieten müssen, sind gesetzlich festgelegt: Die Behandlung beim Haus- und Facharzt gehört ebenso dazu wie notwendige Krankenhausleistungen und die Grundversorgung beim Zahnarzt.

In einigen wichtigen Punkten aber unterscheiden sich die Angebote: So bieten viele - aber nicht alle - Versicherer eine medizinische Hotline an oder die finanzielle Beteiligung an Präventionskursen wie Yoga, autogenem Training oder Rückenschule; einige geben Geld für alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur oder Osteopathie.

Zuzahlung oft Pflicht

Dennoch: Zu vielen Leistungen wie Physiotherapie, spezielle Bandagen oder rezeptpflichtige Medikamente verlangen die Kassen Zuzahlungen von ihren Versicherten.

Vergleich: Ausgaben der Kassen und Zuzahlungen in Mio €

Zuzahlungen auch beim Zahnarzt

Auch bei Zahnarztbehandlungen sind für gesetzlich Versicherte oft Zuzahlungen fällig. Bei aufwendigeren Füllungen können die Kosten leicht mehrere hundert Euro betragen. Ratsam ist es, sich vorab einen Kostenvoranschlag machen zu lassen.

Entwicklung der Zuzahlungen bei Zahnarztbehandlungen

Aufpassen beim Zusatzbeitrag

Ein weiterer Faktor, der die Kosten einer Krankenversicherung ausmacht, ist der sogenannte Zusatzbeitrag: Um ihre Ausgaben tatsächlich decken zu können, geben die Krankenversicherer an, einen Zusatzbeitrag erheben zu müssen - zusätzlich zum allgemeinen Beitrag von 14,6 Prozent, den jeder Versicherte zahlen muss.

Anders als beim Grundbeitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte teilen, beteiligt sich der Arbeitgeber an diesem Zusatzbeitrag nicht. Er wird prozentual vom beitragspflichtigen Einkommen eines Versicherten berechnet - allerdings variieren die Sätze der verschiedenen Anbieter zwischen weniger als einem und zwei Prozent. In den vergangenen zwei Jahren haben viele Kassen ihren Zusatzbeitrag erhöht. Ein Vergleich lohnt sich daher.

Krankenkassen mit der größten Zusatzbeitragserhöhung 2017

Zusatzbeitrag könnte 2018 sinken

Im Durchschnitt erheben die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent. Nach Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums ließe sich dieser Satz zum kommenden Jahr auf durchschnittlich 1,0 Prozent senken: Die Gesundheitsausgaben der Kassen im nächsten Jahr schätzt das Ministerium auf 236,2 Milliarden Euro.

Der GKV-Spitzenverband dagegen geht von einer Milliarde Euro mehr aus und will den Zusatzbeitrag daher unverändert lassen. Ende Oktober will das Bundesgesundheitsministerium eine Entscheidung dazu treffen. Das Ergebnis sei allerdings für die Kassen nicht bindend, erklärt ein Sprecher des Ministeriums. Es sei "ein Richtwert", an dem sich die Kassen orientieren könnten. Ziel sei, den Wettbewerb zwischen den Anbietern anzukurbeln. "Eine Kasse, die ihre Kunden behalten möchte, wird den Zusatzbeitrag vielleicht senken", sagt er, "andere, die ihre Ausgaben sonst nicht decken könnten, werden es bleiben lassen".

So können Sie Kosten sparen

Zwar ist der gesetzliche Krankenkassentarif mit derzeit 14,6 Prozent festgelegt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, bei der Versicherung Kosten zu sparen:

  • Versicherte mit geringem Einkommen können sich ab einer bestimmten Summe im Jahr von Zuzahlungen etwa für Medikamente befreien lassen. Das muss der Versicherte allerdings selber beantragen - von sich aus machen die Kassen ihre Kunden in der Regel nicht auf diese Möglichkeit aufmerksam.
  • Erkundigen Sie sich, ob Ihre Krankenkasse Wahltarife anbietet: Unterschiedliche Vertragsoptionen, bei denen bestimmte Leistungen ausgeklammert oder zusätzlich angeboten werden. Einige Kassen erstatten auch Beträge zurück, wenn Sie über einen festgelegten Zeitraum keine Versicherungsleistung in Anspruch genommen haben.
  • Brauchen Sie Zahnersatz oder eine aufwendige Füllung, erkundigen Sie sich ausführlich nach allen Möglichkeiten. Oft schlägt der Zahnarzt zunächst die teuerste Variante vor.
  • Prüfen Sie, wie hoch der Zusatzbeitrag ist, den Ihre Kasse erhebt. Liegt er über dem Durchschnitt von derzeit 1,1 Prozent, wechseln Sie zu einer günstigeren Kasse.
  • In bestimmten Fällen können Gesundheitskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Stand: 17.10.2017, 06:00