Riskanter Zeckenschutz für Hund und Katze

Riskanter Zeckenschutz für Hund und Katze

Von Anne Debus

  • Chemische Mittel schützen Tiere vor Zecken
  • Nebenwirkungen sind möglich
  • Auch für Menschen sind die Mittel nicht unbedenklich

Mögliche Nebenwirkungen beim Tier

Zeckenmittel enthalten Nervengifte. Etwa das aus dem Eierskandal 2017 bekannte Insektizid Fipronil, das verbotenerweise in Hühnerställen eingesetzt wurde.

Meist werden die Mittel von den Tieren gut vertragen, es kann aber auch zu Nebenwirkungen wie Hautreizungen oder Erbrechen kommen. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz werden auch neurologische Nebenwirkungen gemeldet, wie Lähmungen, Krämpfe oder Epilepsie.

In Tierversuchen hat Fipronil das Nervensystem und die Leber der Versuchstiere geschädigt.

Risiken für den Menschen

Wenn Haustiere dauerhaft mit Zeckenmitteln behandelt werden, ist es kaum zu vermeiden, dass auch Menschen damit in Kontakt kommen. Wie genau diese Gifte auf uns wirken, ist meist nicht untersucht. Immerhin wurden wegen Fipronil aber Millionen Hühnereier vernichtet.

In den Beipackzetteln empfehlen die Hersteller, Spot-on-Präparate, die auf die Haut des Tieres geträufelt werden, mit Handschuhen aufzutragen, sich danach gründlich die Hände zu waschen und frisch behandelte Tiere nicht zu streicheln. Am besten sollte man die Mittel abends auftragen.

Zeckenschutzmittel

WDR 2 Servicezeit 30.05.2018 03:17 Min. WDR 2

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Abschlecken verboten

Spot-on-Präparate dürfen vom Tier nicht abgeleckt werden. Man trägt sie deshalb im Nacken auf, wo es mit der Zunge nicht hin kommt.

Hat man mehrere Hunde oder Katzen, die sich gegenseitig ablecken, sollte man sie zumindest so lange getrennt halten, bis das Zeckenmittel getrocknet ist.

Wichtig: Katzen dürfen nicht mit dem Wirkstoff Permethrin in Kontakt kommen, er kann für sie tödlich sein.

Die Pille gegen Zecken

Seit vier Jahren ist 'Bravecto' auf dem Markt, eine Tablette gegen Zecken. Auch dieses Mittel ist nicht ohne Risiken. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz wurden teilweise schwere neurologische Nebenwirkungen gemeldet, wie Zittern, Bewegungsstörungen oder Epilepsie. Nicht verteufeln, aber genau abwägen.

Zecken können Krankheiten übertragen, insofern haben chemische Mittel ihre Berechtigung. Man sollte Nutzen und Risiken aber gut abwägen. Vorsicht ist bei kranken Tieren geboten. Und bei Tieren mit hellem Fell, auf dem man Zecken gut sieht, ist die Frage, ob man nicht auf chemischen Schutz verzichten kann.

Stand: 30.05.2018, 17:00