So schützen Sie sich vor Zecken

So schützen Sie sich vor Zecken

  • Zecken sitzen in Gräsern, Sträuchern und Unterholz
  • Ein Stich kann Borreliose und FSME übertragen
  • Geschlossene Kleidung und Anti-Zecken-Mittel bieten Schutz

Gräser, Wiesen, Sträucher, Unterholz – das ist das Revier der Zecken. Die kleinen Blutsauger lassen sich nicht, wie oftmals vermutet, von Bäumen fallen, sondern warten in flachen Gewächsen auf einen Wirt. Über die Kleidung klettert der "Gemeine Holzbock" auf die Haut des Menschen, sucht sich eine warme, dünnhäutige Stelle – Achselhöhle, Kniekehle, Leiste oder hinter dem Ohr.

Drei Irrtümer über Zecken

WDR 2 Servicezeit 04.05.2018 03:43 Min. WDR 2

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Tückische Krankheit: Borreliose

Dort saugen die Zecken sich fest – und können Borrelien übertragen – diese Bakterien sind der Auslöser für Borreliose, einer Infektionskrankheit. Typische Symptome sind die Wanderröte, ein rosa Fleck auf der Haut, Lähmungen und Gelenkentzündungen. Manche dieser Symptome treten erst Jahre später auf.

Ob es sich wirklich um eine Borreliose handelt, lässt sich nicht sofort feststellen. Denn Antikörper bildet das menschliche Immunsystem erst mit Verzögerung, ein Test fällt anfangs also negativ aus, trotz Wanderröte und Gelenkschmerzen. Deswegen muss der Arzt das Blut immer wieder kontrollieren. Übrigens: Ein positiver Test kann auch bedeuten, dass man sich vor langer Zeit angesteckt hat, ohne wirklich krank geworden zu sein.

Zecken-Gefahr in ganz Deutschland

Nicht jeder Zeckenstich hat böse Folgen. Doch die Gefahr sich mit Borreliose zu infizieren, besteht in ganz Deutschland – auch in NRW. Seltener, aber sogar lebensgefährlich, kann eine andere durch Zecken übertragene Krankheit werden, die Frühsommer-Meningoenzephalitis – kurz FSME. Sie kann zu Hirnhautentzündung führen.

Höheres Infektionsrisiko in Süddeutschland

Ein Infektions-Risiko für FSME besteht vor allem in den südlichen Bundesländern: Neben Bayern und Baden-Württemberg sind auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und des Saarlands betroffen. Aber auch in Urlaubsländern, wie Österreich, Kroatien, dem Baltikum und den Küstengebieten Skandinaviens tragen Zecken den FSME-Virus in sich.

Wer häufig in Risikogebieten unterwegs ist, kann sich mit einer Impfung gegen FSME schützen. Im Zweifelsfall berät ein spezialisierter Arzt oder auch ein Tropeninstitut. Im Gegensatz zu FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung.

So schützen Sie sich vor einer Infektion

  • Beim Ausflug in den Wald möglichst auf unbewachsenen Wegen bleiben.
  • Hose, Schuhe und nackte Beine bis zu den Knien mit einem Anti-Zecken-Spray einsprühen - alle vier Stunden wiederholen.
  • Nach einem Spaziergang den Körper nach Zecken absuchen.
  • Zecken möglichst schnell entfernen - acht bis zwölf Stunden nach dem Ansaugen werden die gefährlichen Borrelien übertragen.
  • Die Zecke mit einer langen, spitzen Pinzette am Kopf packen und vorsichtig nach oben herausziehen. Wichtig: Der Körper darf nicht gequetscht werden – sonst können die Borrelien in die Wunde gedrückt werden.
  • Wer nach einem Zeckenstich die Wanderröte entdeckt, ungewöhnliche Müdigkeit verspürt, Fieber oder Kopfschmerzen hat, der sollte zum Arzt gehen.

Stand: 29.08.2018, 12:20