Nach der Weisheitszahn-OP

Behandlung bei Dr. Martin Hoppe

Nach der Weisheitszahn-OP

Von Louisa Schmidt

  • Verhält man sich richtig, heilt die Wunde schneller
  • Wichtig ist vor allem richtiges Kühlen
  •  In den ersten Tagen sollte man weiche Nahrung essen

Sie sind gefürchtet, jeder hofft, sie gar nicht zu bekommen – oder sie behalten zu dürfen: die Weisheitszähne. Auf Instagram erzählen Promis ihre Weisheitszahn-Geschichten, Freunde berichten von tagelangen höllischen Schmerzen und dicken Backen. Bei vielen heilen die Wunden aber deutlich schneller – das richtige Verhalten nach dem Eingriff hilft dabei.

Richtiges Kühlen hilft bei der Wundheilung
Es beginnt gleich in den Minuten nach der OP: Schon auf dem Heimweg sollte der Patient die betroffenen Stellen kühlen – so senkt er die Schmerzen und auch die Gefahr, dass die Backen in den kommenden Tagen an einen Hamster erinnern. Kieferchirurg Stefan Berg rät: Auf keinen Fall sollte Eis oder ein Kühlpack die Haut direkt berühren. Er empfiehlt stattdessen, nass-feuchte Waschlappen zu verwenden. Kühlpacks sollte man in einen Stoff einwickeln, damit das Gewebe um die Wunde nicht zu kalt wird – es empfiehlt sich, mehrere zum Wechseln zu Hause zu haben.

Je nach Schwellung werden Waschlappen und Kühlpacks mehrere Tage lang ständiger Begleiter des Patienten sein. Wer die Hände frei haben möchte, kann sich helfen: Ein Kühlpack kann man zum Beispiel mit einer Strumpfhose am Gesicht befestigen: Man legt es in die Strumpfhose, verknotet deren Öffnung und bindet die Beine über dem Kopf zusammen.

Als Nahrung taugt nicht nur Babybrei
Viele Patienten fragen sich, was sie nach der OP essen können. Schließlich fällt das Kauen zunächst schwer. Ganz verzichten sollte man auf das Essen, wenn die Betäubung noch wirkt, denn sind Lippe und Zahnfleisch taub, kann man sich leicht verletzen. Nach ein paar Stunden können frisch Operierte aber beginnen, flüssige oder weiche Nahrung zu sich zu nehmen: etwa Brühe, Suppe oder Babybrei. Schon am Tag nach dem Eingriff essen viele etwa weiche Brötchen mit Aufstrichen oder auch Nudeln. Ei bietet sich ebenfalls an oder Speiseeis, das den Mundraum zusätzlich kühlt. Zwar halte sich die Annahme, man dürfe keine Milchprodukte essen, wacker – das sei jedoch falsch, sagt Stefan Berg. Tatsächlich verzichten sollte man am ersten Tag auf Kaffee, schwarzen und grünen Tee sowie Alkohol. Mit dem Rauchen sollte man gleich ein bis zwei Wochen lang aufhören – denn das hindert die Wunde daran, vernünftig abzuheilen.

Vor der OP die wichtigsten Dinge einkaufen
Wer gut vorbereitet sein will, versorgt sich im Supermarkt am besten vor der OP mit reichlich weicher Nahrung, Kühlpacks oder Waschlappen. Auch ein Vorrat an Schmerztabletten, die das Blut nicht verdünnen, ist hilfreich – viele Ärzte geben ihrer Patienten allerdings einen Grundstock mit nach Hause. Auf der Einkaufsliste sollte auch eine Mundspülung stehen. Die Wunde darf man nämlich nicht mit einer Zahnbürste putzen, nach 24 Stunden allerdings mit einer Chlorhexidinlösung reinigen. Bei einer Erkältung ist zusätzlich Nasenspray sinnvoll: In den ersten zwei Wochen nach der OP sollte man die Nase möglichst nicht schnäuzen. Sollten die Mundwinkel beim Eingriff einreißen, hilft Lippenpflege.

Nach der Weisheitszahn-OP

WDR 2 Servicezeit | 13.11.2017 | 03:02 Min.

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Mit Sport erst nach einer Woche beginnen
Ruhe hilft, damit die Wunde schneller heilt. Aufs Sprechen muss man dabei aber zumindest nicht verzichten, sagt Stefan Berg. In der Regel wird man für den Tag der OP krankgeschrieben – sind die Schmerzen zu stark, kann der Arzt den Patienten auch länger krankschreiben, allerdings nicht im Nachhinein. Mit sportlichen Aktivitäten sollte man erst nach einer Woche beginnen. Berg rät: Langsam mit Radfahren einsteigen und auf die Signale des Körpers vertrauen.

Stand: 13.11.2017, 15:00