Waldbaden - zur Stärkung des Immunsystems

Waldbaden - zur Stärkung des Immunsystems Doc Esser - Der Gesundheitscheck 30.10.2019 02:37 Min. Verfügbar bis 30.10.2020 WDR

Waldbaden - zur Stärkung des Immunsystems

In Japan erlebt Waldbaden als neue Therapie bei gestressten und infektanfälligen Menschen enormen Zulauf. Bereits fünf Minuten pro Tag sollen nachweisbare Effekte haben.

Dass ein Waldspaziergang sehr wohltuend und entspannend sein kann, hat fast jeder schon einmal erlebt. Doch dass ein Waldaufenthalt messbare Gesundheitseffekte hat, ist eine eher neue Erkenntnis. Der japanische Wissenschaftler Dr. Qing Li von der Nippon Medical School in Tokio hat die konkreten Auswirkungen der im Wald vorhandenen flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) auf den Menschen genau unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Menschen, die in waldreichen Regionen leben, sterben seltener an Krebs. Denn durch den Aufenthalt im Wald kann die Bildung von Killerzellen angeregt werden, die ihrerseits schädliche Keime und Krebszellen abwehren können.

Aus diesen und weiteren Forschungen zu den vorbeugenden Wirkungen von Wäldern auf Zivilisationskrankheiten ist in Japan inzwischen ein eigenständiger Forschungszweig „Waldmedizin“ sowie die alternative Heilmethode des „Waldbadens“ (Shinrin-yoku) entstanden. Dabei ist die Erkenntnis, dass Bäume eine gesundheitsfördernde Wirkung auf Menschen haben können, keineswegs neu. Bereits in den 1980er Jahren zeigte eine US-amerikanische Untersuchung, dass Menschen, die von ihrem Krankenhausbett aus Bäume sehen konnten, schneller gesund wurden und weniger Schmerzmittel benötigten.

Inzwischen weiß man, dass neben dem Sauerstoffgehalt und dem besonderen Mikroklima im Wald flüchtige organische Verbindungen in Form von Terpenen gesundheitsfördernde Effekte haben. Dass Nadelbäume hohe Mengen von Terpenen wie zum Beispiel Campher oder Cedrol abgeben, war bereits länger bekannt. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass auch immergrüne Laubbäume wie der zu den Lorbeergewächsen zählende Kampferbaum bedeutende Mengen an Terpenen ausschütten.

Waldbaden kann Unterschiedliches bedeuten. Manche Menschen gehen einfach spazieren oder machen eine Wanderung. Andere praktizieren Achtsamkeits,- Atem- oder Meditationsübungen im Wald. Ob es ausreicht in einem Stadtpark zu spazieren oder zu meditieren, lässt sich abschließend nicht sagen. Gleichwohl ist es besser, sich im Stadtpark zu bewegen als nur auf dem Sofa zu sitzen oder ununterbrochen unter Dauerstress weiterzuarbeiten.

Stand: 29.10.2019, 17:00