Pollenflug: Allergiker können nur kurz durchatmen

Pollenflug: Allergiker können nur kurz durchatmen

  • Kalte Tage sorgen kurzzeitig für weniger Pollen
  • Hasel und Erle aber wieder aktiv
  • Insgesamt weniger pollenfreie Tage durch milde Winter

Nach einem eher milden Winter in NRW haben die aktuell frostigen Temperaturen und häufigen Niederschläge für eine geringe Pollenkonzentration in der Luft gesorgt. Das soll sich im Laufe der Woche aber ändern. "Bereits am Dienstag könnte es vor allem im Rheinland, Münsterland und Ostwestfalen-Lippe wieder losgehen", sagte WDR-Wetterexperte Jürgen Weiß am Montag (12.02.2018). Verschont blieben das Sauerland und die Eifel. "Da kommen die Pollen nur hin, wenn kräftiger Wind weht."

Einige Frühblüher wie Hasel und Erle waren bereits seit Ende Dezember und auch im Januar unterwegs. Deren Pollenflug sei jetzt in der feuchten und kälteren Phase zum Erliegen gekommen - allerdings nur vorübergehend.

Pollenflug geht nach Frost unverändert weiter

"Es ist völlig normal, dass es im Winter mal milde und mal frostige Phasen gibt - Hasel und Erle sind gut darauf eingestellt", sagt Dr. Thomas Steinlein, Biologe an der Uni Bielefeld. Es gebe Nachtriebe und schlafende Knospen, die auch nach einer Frostperiode die Pollen der Pflanze ausstoßen. "Viele Pflanzen schützen sich sogar durch einen Eismantel", so Steinlein. Man müsse sich also keine Sorgen um die Triebe machen, wenn man mal einen Eispanzer um eine Knospe sehe.

Pollenflug geht nach Frost unverändert weiter

WDR 2 Servicezeit | 20.02.2018 | 03:49 Min.

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Längere Pollensaison durch mildere Winter

Allergiker in NRW können also nur vorübergehend befreit durchatmen. Insgesamt beobachten Experten, dass die Pollensaison durch die milderen Winter nur noch durch wenige Wochen unterbrochen wird. Das Ende der Saison ist teilweise erst im Dezember mit der hochallergenen Ambrosiablüte. Ambrosiasamen gelangten vermutlich als Verunreinigung von Getreidelieferungen per Schiffsfracht Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa. Zunächst blühte sie nur in Südeuropa, seit den 1980er-Jahren aber auch in Deutschland. Kurz darauf startet die Pollensaison dann auch wieder: In sehr ungünstigen Jahren fliegen Hasel- und Erlenpollen schon Anfang Januar. Früher hat die pollenfreie Zeit noch bei zwei bis drei Monaten gelegen.

Allergieanzeichen oft mit Grippe verwechselt

Damit die Anzeichen einer Pollenallergie richtig gedeutet und nicht mit einer Grippe verwechselt werden, könnte ärztlicher Rat helfen, empfiehlt die Stiftung Deutscher Pollendienst. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den aktuellen Pollenflug zu erheben und die Pollenflugvorhersage bundesweit zu verbreiten.

Wirklich pollenfrei seien nur wenige Regionen: Auf hoher See ganzjährig oder ab Ende Juli in den Alpen genießen Allergiker pollenfreie Zeiten.

Stand: 20.02.2018, 16:15