Vitamin-D-Präparate: Mangel oder Masche?

Vitamin-D-Präparate: Mangel oder Masche?

Im Winter sind Vitamin-D-Präparate Verkaufsschlager in Apotheken und Drogerien. Klar ist: Vitamin-D-Mangel macht auf Dauer krank. Aber muss deshalb jeder zur Tablette greifen?

Um Vitamin D zu bilden, braucht der Körper Sonnenlicht. Im Winter reicht die Intensität der Sonnenstrahlen in unseren Breitengraden dafür allerdings nicht aus, ab Herbst muss der Körper an die Reserven ran. Wurden die Speicher aber schon im Sommer nicht gut aufgefüllt, können ernstzunehmende Knochenkrankheiten die Folge sein.

Ursache für Alzheimer?

Im Vordergrund stehen vier ältere Damen an einer Buffetschlange. Auf dem Tisch erkennt man einen Brotkorb und Salatschalen.

Die richtige Ernährung ist gerade im Alter besonders wichtig

Die Knochen leiden, weil der Kalziumspiegel bei Vitamin-D-Mangel sinkt. Das Äußere der Knochen wird nicht mehr gehärtet, das Innere nicht mehr neu aufgebaut. Die Knochen altern frühzeitig und brechen daher schneller. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass Vitamin D auch mit Diabetes, Alzheimer und Herz-Kreislaufkrankheiten in Zusammenhang steht.

Je älter, desto größer das Risiko

Die Risikogruppen sind klar: Über-65-Jährige sind besonders gefährdet, auch Frauen in der Menopause gehören dazu - genauso wie Dunkelhäutige, die hierzulande leben, weil die Pigmente ihrer Haut ohnehin weniger UVB durchlassen. Probleme können auch alle bekommen, die sich sehr selten draußen aufhalten.

Solarien helfen nicht

Die künstliche Sonne der Solarien ist keine Lösung: Die meisten Lampen in Solarien machen zwar braun, bringen für die körpereigene Vitamin-D-Herstellung aber gar nichts. Dagegen ist die Gefahr von Hautkrebs hoch.

Essen ist auch keine Lösung. Um genug Vitamin D zu produzieren, müsste man jeden Tag kiloweise fetten Lachs oder Aal zu sich nehmen. Selbst literweise Lebertran würde nicht ausreichen.

Keine Selbstmedikation!

Ob man an einem Vitamin-D-Mangel leidet oder nicht, kann mit einem einfachen Bluttest herausgefunden werden. Diesen müssen die meisten Patienten allerdings aus eigener Tasche bezahlen, der Test kostet um die 30 Euro.

Symbolbild: Eine Packung mit Vitamin D-Zusatzsstoffen liegt auf einem Tisch, einzelne Kugeln und Fläschchen liegen davor

Zuviel Vitamin D kann schaden

Wer einen ernsthaften Mangel feststellt, sollte zusätzliche Vitamine schlucken. Aber bitte keine Selbstmedikation! Die Einnahme sollte mit dem Arzt besprochen werden. Eine Überdosierung von Vitamin D kann gesundheitsgefährdend sein und zu Nierenschäden führen.

Tipps: Wie man den Vitamin-D-Speicher wieder auffüllt

Was man auf jeden Fall tun kann: Ab April Sonne tanken und den Speicher für den nächsten Winter auffüllen. Dabei sollte für einige Zeit die Sonnencreme weggelassen werden. Achtung: Auch normale Gesichtscremes haben in vielen Fällen einen UVB-Schutz. Die Faustregel: 5 bis 25 Min pro Tag Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen in die Sonne halten. Nach spätestens 30 Minuten Sonnenanbeterei hat die Haut genug UVB-Strahlen für die Vitamin-D-Produktion aufgenommen. Das tut gut und ist völlig kostenlos.

Stand: 11.03.2019, 11:00