Verschlucken – das hilft

Erste-Hilfe bei Verbrennungen

Verschlucken – das hilft

Von Katja Kreutzer

Für Eltern ist es schier unerträglich, wenn das Kind plötzlich keine Luft mehr bekommt. Es hat sich an etwas verschluckt und jetzt muss es schnell gehen. Naheliegend ist der Griff in den Mund und der Versuch, mit gekrümmtem Zeigefinger hinter einen Gegenstand wie z.B. eine Münze zu kommen und ihn aus dem Mund zu ziehen, oder ihn mit Zeigefinger und Daumen zu greifen, wenn es beispielsweise ein Stück Schinken ist.

Solange der Gegenstand sichtbar ist kann man das versuchen und häufig gelingt so die Befreiuung, doch das kann auch den gegenteiligen Effekt haben und der Gegenstand rutscht noch tiefer in die Luftröhre. Eine furchtbare Situation!

Bis zu einem Jahr: übers Knie legen

Notfall- und Kindermediziner raten, ein sehr kleines Kind (bis zu einem Jahr) in diesem Notfall mit dem Bauch nach unten über das Knie zu legen, so dass der Kopf tiefer ist als der Po, und bis zu fünf Mal beherzt auf den Rücken zwischen die Schulterblätter zu schlagen. Babys sind robuster, als man denkt! Allerdings ist es wirklich wichtig, dass der Kopf tiefer ist als der Körper. Im Stehen bringen die Schläge nichts. Genauso wirkungslos wäre es, das Kind zu schütteln – das sollte man niemals machen, hier droht die Gefahr eines Schädel-Hirn-Traumas.

Bei größeren Kindern und Erwachsenen: Der Heimlich-Griff

Der so genannte „Heimlich-Griff“ (nach dem Amerikaner Henry Heimlich) darf nur an Kindern ab einem Jahr angewendet werden. Bei Babys ist die Verletzungsgefahr bei diesem Manöver zu groß. Mediziner raten sowieso, es zunächst mit den Rückenschlägen auszuprobieren, weil sie weniger Schäden anrichten können. Beim Heimlich-Griff können innere Organe verletzt werden. Deshalb sollte man nachher untersuchen lassen, ob alles heil geblieben ist.

Erste-Hilfe bei Verbrennungen

So geht’s: Man stellt sich hinter die Person, die sich verschluckt hat, und umfasst den Bauch mit den Armen. Eine Hand zur Faust ballen und zwischen Bauchnabel und Unterrand des Brustbeins platzieren. Die Faust mit der anderen Hand umfassen und fünfmal fest nach innen oben ziehen. Durch den so entstehenden Überdruck soll der Fremdkörper aus der Luftröhre oder den oberen Atemwegen heraus befördert werden. Der Heimlich-Griff wird nur bei Bewusstsein angewendet und hilft nicht bei Fischgräten oder Wasser.

Stand: 16.09.2020, 16:00