Tierärztlicher Notdienst wird deutlich teurer

Tierarzt

Tierärztlicher Notdienst wird deutlich teurer

Von Anne Debus

  • Bei jedem Besuch wird eine Notdienstgebühr fällig
  • Die Behandlungsgebühren werden mindestens verdoppelt
  • Die als Notdienst geltenden Zeiten werden ausgeweitet

Die Einzelheiten der Neuregelung

Notdienstbereitschaft ist teuer und personalaufwendig. Auf Drängen der Tierärzte hebt der Gesetzgeber deshalb die Gebühren für den Notdienst nun deutlich an. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Die Einführung einer Notdienstgebühr, einer Art Grundgebühr von knapp 60 Euro.
  • Dazu kommen die Gebühren für die eigentliche Behandlung, die ebenfalls angehoben werden: Tierärzte müssen dann im Notdienst mindestens den zweifachen Gebührensatz nehmen, dürfen aber auch den drei- oder vierfachen Satz in Rechnung stellen, etwa für besonders schwierige Behandlungen.
  • Die als Notdienst geltenden Zeiten werden ausgeweitet: Der Beginn der 'Nacht' wird von 19 Uhr auf 18 Uhr vorverlegt, das 'Wochenende' beginnt schon am Freitagabend um 18 Uhr, statt wie bisher am Samstagmittag um 13 Uhr.

Tierärztlicher Notdienst wird deutlich teurer

WDR 2 Servicezeit 17.01.2020 03:38 Min. Verfügbar bis 16.01.2021 WDR 2

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Wie Tierhalter den Notdienst vermeiden können

  • Man sollte sich informieren, welcher Tierarzt reguläre Abend- oder Samstags-Sprechstunden anbietet. Sind sie als reguläre Sprechzeiten angegeben, bleiben sie von der Gebührenerhöhung ausgenommen, auch wenn sie in die Notdienstzeiten fallen.
  • Wenn sich beim Haustier ein mögliches Gesundheitsproblem abzeichnet, sucht man besser schon vor dem Wochenende den Arzt auf. Selbst wenn man damit einmal zu oft zum Tierarzt geht, ist das unter dem Strich oft günstiger als ein späterer Notdienst-Besuch.
  • Hat ein Tier bestimmte Probleme häufiger, kann man versuchen, Medikamente auf Vorrat zu halten, um das Wochenende zu überbrücken. Dazu braucht man einen festen Haustierarzt.

Für den Notfall gerüstet sein

Für einen medizinischen Notfall sollten Tierhalter Geld in Reserve haben oder eine Tierkrankenversicherung abschließen. Beim Abschluss einer Versicherung muss man allerdings darauf achten, bis zum wievielfachen Gebührensatz sie die Kosten erstattet.

Der WDR hat stichprobenartig drei Tierkrankenversicherungen befragt, wie sie auf die Änderungen im Notdienst reagieren werden.

Eine will die komplette Gebührenerhöhung im Notdienst abdecken, auch bei Bestandsverträgen. Die zweite plant neue Tarife, die die neuen Kosten mit übernehmen. Eine dritte prüft noch.

Tierhalter könnten zu viel bezahlt haben

Die Gebührenerhöhung sollte eigentlich schon seit Jahresbeginn gelten, es kam aber kurzfristig zu einer Verzögerung. Die Neuregelung tritt nun voraussichtlich erst im Februar in Kraft.

Laut Bundestierärztekammer haben manche Tierärzte wegen der Feiertage nicht sofort von dieser Verschiebung erfahren. Möglicherweise haben sie deshalb irrtümlich die neue Notdienstgebühr bereits erhoben, obwohl sie noch nicht in Kraft war.

Betroffene Tierhalter können sich das Geld zurückerstatten lassen.  

Stand: 16.01.2020, 15:46

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