Versandapotheken - Wie gut ist der Service?

Online-Apotheken im Test Servicezeit 08.01.2019 08:29 Min. Verfügbar bis 08.01.2020 WDR Von Michael Bisping und Barbara Claesges

Versandapotheken - Wie gut ist der Service?

Von Barbara Claesges

  • WDR Stichprobe bei zehn Anbietern
  • Verschieden viele Infos bei Bestellung und Lieferung
  • Höchstbestellmenge bei Schmerzmitteln
  • Wechselwirkungschecks teils hilfreich

Einkauf bei den zehn umsatzstärksten Versandapotheken

Bei den zehn umsatzstärksten Versandapotheken hat die WDR Servicezeit für die Stichprobe immer die beiden gleichen rezeptfreien Medikamente bestellt: das Erkältungsmittel Wick Medinait und das Schmerzmittel Paracetamol. Das Besondere: Schon in dem Kombinationspräparat Wick Medinait ist Paracetamol enthalten.

Nimmt ein Patient beide Medikamente gleichzeitig ein, könnte die Gefahr einer Überdosierung mit Paracetamol entstehen. Die Frage deshalb: Wie viele Informationen bieten Apotheken für diese Arzneimittelkombination bei Bestellung und Lieferung?


Höchstbestellmenge für Schmerzmittel Paracetamol

In der Stichprobe versucht der Testkunde neben dem Wick Medinait, fünf Packungen Paracetamol (500 mg, 20 Stück) zu bestellen. Bei allen zehn Versandapotheken gibt es für das Schmerzmittel eine Bestellsperre. Die Anzahl der Packungen, die ein Einzelkunde bestellen kann, wird reduziert auf eins, zwei, drei oder vier Packungen.

WDR Servicezeit Arzt Doc Esser: "Das sensibilisiert den Kunden dafür, dass man bei Paracetamol aufpassen muss. Ist das zu hoch dosiert, kann das auf die Leber gehen. Viele denken ja, rezeptfreie Medikamente sind harmlos. Das stimmt so aber nicht: Hier macht die Dosis das Gift."

Wechselwirkungschecks

Einige Versandapotheken bieten einen Wechselwirkungscheck. Damit soll sich prüfen lassen, ob Medikamente nicht zusammenpassen. Aber nur zwei von vier dieser Checks springen bei unserer Kombination an. Irritierend für den Kunden, findet Doc Esser, weil der so nicht den Hinweis auf den doppelten Wirkstoff Paracetamol und eine mögliche Überdosierung erhält.

Infos bei Bestellung und Lieferung

Die Beipackzettel zu den Medikamenten lassen sich bei allen zehn Versandapotheken einsehen. Was die Apotheken darüber hinaus an verständlichen Infos zu Einnahme, Dosierung und Gegenanzeigen oder Warnhinweisen bieten, ist unterschiedlich. Das gilt auch für die Lieferung.

Bei DocMorris und Aporot beispielsweise liegen dem Paket sehr konkrete Hinweise zu der problematischen Medikamenten-Kombi bei. Drei Apotheken stellen die Infos nur über das Kundenkonto oder per Mail zur Verfügung. Für Doc Esser nicht optimal, weil hier nicht jeder hineinschaut. Bei zwei Apotheken findet der Testkunde weder im Paket, noch online konkrete Informationen zu seinen bestellten Medikamenten.

Stellungnahmen der Apotheken

Apo-Discounter erklärte, dass man auf die "Packungsbeilagen" beider Medikamente verwiesen habe und Apotal antwortete, dass man gewöhnlich einen ausführlichen Informationszettel beilege. Falls dies in diesem Fall nicht geschehen sei, sei das "eine Ausnahme" und nicht die Regel. Medikamente-per-Klick schrieb uns, um die Kunden nicht zu verunsichern, lege man Infos "nur bei klinisch relevanten Wechselwirkungen" bei. Und weiter: "Zukünftig werden wir diesbezüglich unsere bereits verwendeten Hinweise ergänzen."

DocMorris - hinter den Kulissen der Versandapotheke Servicezeit 07.01.2019 06:02 Min. Verfügbar bis 07.01.2020 WDR Von Michael Bisping

Stand: 08.01.2019, 00:00

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Jürgen Gietmann 08.01.2019, 18:42 Uhr

    Hallo. Medikamente so zu bestellen ist natürlich eine Möglichkeit. Was aber wenn ich ein Medikament dringend sofort brauche. Klar dann ist der Apotheker vor Ort. Aber wovon soll der in der anderen Zeit seinen Verpflichtungen und Nebenkosten nachkommen. Und, wenn ich Stammkunde bin erhalte ich eine Beratung, bzw er fragt direkt beim Arzt an, sofort und muss nicht erst selbst im Internet nachschauen, wobei ich das auch als sehr fraglich halte. Was passiert, bzw. Geschieht wenn's Mal zu Medikament Unverträglichkeiten kommt, die vor Ort vielleicht sofort ausgeschlossen wären.

  • 4 Rumpelstilzchen 08.01.2019, 14:47 Uhr

    Also so für Diclofenacsalbe, Hämorrhoidensalbe, Mückenstiche, ASS, Verstauchungsgel etc. echt klasse und VIEL billiger. Allerdings aufschreiben was man braucht und zusammen bestellen wegen Versandkosten (frei). Aber bei Unsicherheit oder lebenswichtigen Medikamenten hmmmm.....weiß nicht wirklich....

  • 3 Dieter Fleck 08.01.2019, 14:12 Uhr

    Ein guter Gegencheck wäre es, wenn man so einen Testkauf auch in Apotheken vor Ort machen würde. Ist die Beratung dort besser? Wird vor Überdosierung gewarnt? Welche Information gibt es dort? Habe ich in den Apotheken vor Ort einen besseren Service? Oder ist das dort nur teurer? Ist es vielleicht sogar billiger?

  • 2 Thomas Brongkoll tbrongkoll@gmx.net 08.01.2019, 11:37 Uhr

    Apothekenpreise? Eine Vor-Ort-Apotheke hat nahezu 10.000 Arzneimittel direkt vorrätig. Dazu kommt zwingend Fachpersonal für Beratung und Verkauf. Viele Dienstleistungen werden nicht kostendeckend erbracht und von der Apotheken-Umschau ganz zu schweigen! Die Notdienst-Gebühr beträgt 2,50 €; rufen Sie bitte einmal am Wochenende / in der Nacht einen Schlüsseldienst / Heizungstechniker! Der Stundenlohn eines Apothekes im Notdienst (Sonntag bis Montag): 15,20 € brutto Die Vor-Ort-Apotheke MUSS ein Rezept beliefern, auch wenn die Belieferung nicht kostendecken ist (Bsp: Rezeptur) Versandhandel ist Rosinenpickerei und wird wie auch schon in anderen Bereichen (Einzelhandel) zur Konzentration und Oligopolisierung führen! Ausländische Versandapotheken gehören Kapitalgesellschaften, deren Ziel einzig der Profit ist - nicht die Erfüllung einer Gemeinwohlpflicht! Wenn der Paketdienst die Kopfschmerztablette im 5 km entfernten Depot hinterlegt, fährt man halt doch SUV! Liebe Grüße T. Brongkoll

  • 1 Marcel Hansmann-Bouzmit 08.01.2019, 10:59 Uhr

    als jemand, der regelmässig Medikamente braucht - wo ich schon Wochen vorher weiss, das ich die brauche - ist die Versandapotheke ein Segen. Ich spare regelmässig die Zuzahlung und das sind bei mir rund 60 € im Jahr, auch keine Peanuts. Zudem bekomme ich immer ein kleines Präsent. Bei mir ist klar: nur wenn es ganz dringend ist, dann vor Ort. Das bei mir in Mülheim alle 200m eine Apotheke ist, gibt mir durchaus zu denken. Muss sich ja wohl rentieren....