Der Darm - mit ein paar Tricks bleibt er fit

Der Darm - mit ein paar Tricks bleibt er fit

  • Im Darm leben 1.000 Bakterienarten
  • Vorsicht vor Antibiotika
  • Ballaststoffreiche Ernährung hilft dem Darm

Der Darm verarbeitet rund 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit in einem Menschenleben. Auseinandergefaltet bringt er es, aufgrund seiner zahleichen Darmfalten und Erhebungen, auf eine Fläche von 300 bis 500 Quadratmeter – und ist damit größer als ein Tennisplatz. Und neueste Studien sagen: Der Darm ist Wohnort von rund 1.000 Bakterienarten.

Der Darm – ein Organ der Superlative

Damit ist er quasi die Einsatzzentrale im Kampf gegen Krankheiten. Hier kämpfen "gute" gegen "böse" Bakterien. Die guten halten die krankmachenden Bakterien in Schach, damit diese sich nicht übermäßig stark vermehren – solange der Darm gesund ist.

Schlecht für den Darm

Krank machen können den Darm vor allem Einflüsse von außen. Zum Beispiel Antibiotika, die auch "gute" Bakterien angreifen. Noch Monate nach einer Antibiotika-Behandlung können Beschwerden auftreten.

Escherichia coli Bakterien

"Gute" Bakterien: Escherichia coli, 3700-fach vergrößert

Schlechte Ernährung mit zu viel Zucker und Fett, zu viel Kaffee und Alkohol können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Aber auch Stress hat Auswirklungen auf die Verdauung: Hirn und Darm sind über Nervenfasern direkt verbunden, die beiden Organe tauschen sich ständig aus. Weniger Stress im Kopf kann also auch den Darm beruhigen.

Gut für den Darm

Neben Bewegung und Entspannung ist die richtige Ernährung der dritte Pfeiler für eine gute Darmgesundheit. Ganz wichtig: Probiotika - Zubereitungen, die lebensfähige Mikroorganismen enthalten, zum Beispiel Milchsäurebakterien und Hefen. Gut für den Darm sind beispielsweise Dickmilch, Kefir, Joghurt, Sauerkraut, rote Beete und eingelegte Gurken.

Zur Stärkung der Darmflora sollten eines oder besser noch zwei der probiotischen Nahrungsmittel täglich auf dem Speiseplan stehen. Bei Sauerkraut wichtig: Nur das frische Kraut - vom Markt oder aus dem Reformhaus - nehmen, denn nur das enthält genügend probiotische Bakterien. Das industriell hergestellte Kraut wird hocherhitzt, dabei werden die guten Bakterien getötet.

Ballaststoffreich Essen

Neben den Probiotika tun auch die Präbiotika dem Darm gut. Das sind unverdauliche Bestandteile von Lebensmitteln, also Ballaststoffe. Bakterien im Dickdarm lieben Ballaststoffe, sie stellen daraus gesunde Fettsäuren her, und das fördert ihr Wachstum. Präbiotika sind also quasi das Futter für die Probiotika. Präbiotische Lebensmittel sind zum Beispiel Spargel, Lauch, Chicorée, Zwiebeln und Artischocken.

Prinzipiell fördern alle Ballaststoffe das Wachstum der nützlichen Bakterien und damit eine gute Darmflora. Dafür sollten wir aber rund 30 Gramm Ballaststoffe am Tag zu uns nehmen – meist "schaffen" wir nur die Hälfte.

Stand: 23.03.2018, 14:40