Sanfte Medizin – Wann hilft sie?

Sanfte Medizin – Wann hilft sie? Doc Esser - Der Gesundheitscheck 25.09.2019 43:56 Min. UT Verfügbar bis 25.09.2020 WDR

Sanfte Medizin – Wann hilft sie?

Dr. Heinz-Wilhelm Esser, WDR-Gesundheitsexperte und Oberarzt an einem Remscheider Krankenhaus, ist überzeugt, dass für viele Patienten die richtige Kombination aus Schulmedizin und alternativen Heilmethoden gesundheitliche Vorteile bringt. Er begleitet eine chronische Schmerzpatientin und einen Diabetiker mit Nierenleiden in die Universitätsambulanz für Naturheilkunde nach Witten/Herdecke.

Gesund werden oder bleiben – mit weniger Medikamenten, am liebsten ohne Tabletten, Spritzen oder Operationen. Patienten und Gesunde wünschen sich vor allem eine Behandlung ohne schädliche Nebenwirkungen und hoffen deshalb auf die „Sanfte Medizin“. Inzwischen hat sich die klassische Schulmedizin geöffnet. Ernährungsumstellung und Bewegung gehören schon lange zum Standardrepertoire. Akkupunktur beispielsweise wird inzwischen häufig zur Schmerzbehandlung eingesetzt.

Vorsicht

Das Angebot an alternativen Heilverfahren ist riesig. Dementsprechend gibt es auch eine Vielzahl an Behandlungsmethoden, die nachgewiesenermaßen nicht funktionieren. Besonders kritisch sollten man bei Heilmethoden sein, wenn:

  • der Anbieter einhundertprozentige Heilung verspricht
  • die Methode extrem teuer ist
  • der Anbieter die Schulmedizin kategorisch ablehnt
  • Mittel eingenommen werden sollen, die in Deutschland nicht zugelassen sind

Ein eindeutiges Alarmsignal ist: Wenn ein Behandler den Patienten bei lebensbedrohlichen Krankheiten wie beispielsweise Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechsel-Störungen oder Depression auffordert seine Medikamente abzusetzen. Das sollte man nie leichtfertig und gutgläubig tun. Besser: Rücksprache mit seinem Arzt.

Stand: 25.09.2019, 21:00