Rettungsdienste in NRW mit Verspätung

Rettungsdienste in NRW mit Verspätung

  • Recherche bei den Städten und Kreisen in NRW
  • Nur zwei Städte erreichen eine Hilfsfrist von acht Minuten
  • Keine gesetzliche Regelung

Notärzte fordern eine Hilfsfrist von maximal acht Minuten ab dem Notruf bis zum Eintreffen am Einsatzort. Dass dieses Ziel erreichbar ist, zeigen Essen und Mönchengladbach. Dort sind die Helfer nach Angaben der Städte in mindestens 90 Prozent der Einsätze nach acht Minuten am Einsatzort.

Die Ergebnisse zeigen, dass alle 29 Kreise, die geantwortet haben, die empfohlene Frist von acht Minuten nicht bei mindestens 90 Prozent der Einsätze erreichen oder nicht mal anstreben.

Fehlende gesetzliche Regelung

Deutlich wurde auch, dass viele Befragte die fehlende gesetzliche Regelung für die Hilfsfristen monierten. Die meisten Städte arbeiten mit einer Frist von acht Minuten, Bochum hat sich zehn Minuten als Ziel gesetzt und andere unterscheiden zwischen verschiedenen Zonen, in denen Fristen von acht bis zwölf Minuten gelten.

Die Datenlage

Die Datenlage für die Ermittlung der so genannten Hilfsfristen ist unterschiedlich. An der Umfrage des WDR nahmen bis auf zwei Städte alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW teil oder es lagen bereits verwertbare Angaben vor. Viele der Daten stammen aber aus älteren Aufstellungen, die seit Jahren nicht aktualisiert wurden. Insgesamt konnten Angaben zu 50 Städten und Kreisen verwertet werden.

Teilweise wird aus den Angaben zudem nicht deutlich, wie sich die Erreichungsgrade bei Städten und Kreisen mit variablen Zielvorgaben verteilen.

Das ist auch in vielen Kreisen der Fall. Die Grenze von acht Minuten gilt nur in drei Kreisen - Mettmann, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rhein-Kreis Neuss. Dort konnte man die strenge Vorgabe allerdings nicht einhalten. Elf weitere Kreise unterscheiden zwischen ländlichen und städtischen Gebieten mit zwölf beziehungsweise acht Minuten Reaktionszeit.

Stand: 04.04.2018, 18:09