Aktuelle NRW-Zahlen: Verspätung bei Rettungsdiensten

Rettungssanitäter – was sie dürfen und was nicht Servicezeit 17.03.2020 04:13 Min. UT Verfügbar bis 17.03.2021 WDR Von Cengiz Ünal

Aktuelle NRW-Zahlen: Verspätung bei Rettungsdiensten

  • Aktuelle Zahlen zu Rettungseinsätzen in NRW
  • Wenige Städte und Kreise halten empfohlene Hilfsfristen ein
  • Kreis Mettmann mit schlechtem Ergebnis

Die Rettungsdienste in NRW fahren pro Jahr zu mehr als einer Million Einsätzen. Dabei kommt es auf jede Minute an. Aktuelle Zahlen zeigen: Die empfohlenen Hilfsfristen wurden in NRW im vergangenen Jahr nicht immer eingehalten. Das geht aus einer Zusammenstellung des NRW-Gesundheitsministeriums hervor, die der WDR angefordert hatte (Stand: Mitte 2019).

Hilfsfristen sind nicht gesetzlich festgelegt

Diese Hilfsfristen regeln, in welcher Zeit ein Rettungswagen beim Patienten sein sollte. In der Regel sind das im städtischen Raum acht Minuten und auf dem Land zwölf Minuten. Entsprechend werden Rettungswachen eingerichtet und Rettungsdienste eingesetzt. Die Hilfsfristen hat eine Arbeitsgruppe des Landesfachbeirates für den Rettungsdienst erarbeitet.

Die "planerische Hilfsfrist" beginnt, sobald ein Anruf in der Leitstelle eingeht und dort einen Einsatz auslöst und endet beim Eintreffen am Einsatzort. Das Ziel: In 90 Prozent aller Fälle soll das klappen, um den empfohlenen "Erreichungsgrad" zu schaffen.

Ergebnisse schwanken innerhalb von NRW

Klappt das in NRW? Die Antwort lautet: Nicht immer. Die Schwankungen innerhalb von NRW sind beachtlich. So kommt der Rettungswagen im städtischen Bereich des Kreises Mettmann nur in etwas mehr als 42 Prozent aller Fälle innerhalb der vorgeschriebenen acht Minuten. In Duisburg schafft das der Rettungsdienst in nur 54 Prozent der Fälle. Die 90-Prozent-Hürde überspringen nur Paderborn, Köln, Mönchengladbach, Euskirchen und der Oberbergische Kreis.

Die Karten zeigen: Es gibt große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Beispiel Remscheid: Im städtischen Raum kommen nur 73,36 Prozent der Rettungswagen innerhalb der Frist von acht Minuten beim Patienten an. In den Randlagen werden aber 96,12 Prozent der Einsatzorte innerhalb der 12-Minuten-Frist erreicht.

Ist ein Kreis in einer der Karten rot eingefärbt, dann ist der Rettungsdienst nicht in den gewünschten 90 Prozent der Fälle innerhalb der Frist am Einsatzort. Städte und Kreise, in denen es sowohl Flächen mit 8- und 12-Minuten-Frist gibt, tauchen in beiden Karten auf. Grau gefärbte Flächen zeigen, dass es die entsprechende Frist in dem Kreis nicht gibt.

Schwierige Datenlage

Teilweise ist es schwierig, die Daten der einzelnen Kreise und Städte zu vergleichen. Teilweise sind die Daten nicht aktuell, teilweise arbeiten die Städte aktuell an neuen Rettungsdienstbedarfsplänen, so dass die Zahlen teilweise nicht erhoben werden. Und schließlich gibt es unterschiedliche Berechnungen.

So nennen die Kreise Euskirchen und Paderborn beispielsweise einen Erreichungsgrad von 90,4 beziehungsweise 92 Prozent sowohl für den städtischen Kernbereich mit achtminütiger Frist als auch für die ländlichen Regionen mit zwölfminütiger Frist. Kein Zufall, denn wie viele andere Kreise mit zwei Hilfsfristen wird in den Berichten nicht nach einzelnen Zonen differenziert und ein gemeinsamer Erreichungsgrad genannt.

Hilfsfristen gelten seit 2008

Die Kreise und kreisfreien Städte erstellen dafür Rettungsdienstbedarfsplanungen, die alle fünf Jahre überarbeitet werden, wie das NRW-Gesundheitsministerium mitteilt.

Bei der Abfrage der Hilfsfristen sei aufgefallen, dass dort, wo weniger als 90 Prozent Erreichungsgrad erzielt wurde, entweder aktuell an einer neuen Bedarfsplanung gearbeitet werde oder Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt würden, heißt es weiter.

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Stand: 10.03.2020, 05:00