„Restless Legs Syndrom“

"Restless Legs Syndrom" Doc Esser - Der Gesundheitscheck 05.02.2020 07:03 Min. Verfügbar bis 05.02.2021 WDR

„Restless Legs Syndrom“

Von Liliane Mofti

Sich abends ins Bett legen und einschlafen – geschätzt jedem Zehnten gelingt das nicht so einfach, weil die Beine kribbeln, ziehen und schmerzen.

Restless Legs Syndrom heißt die neurologische Erkrankung, die viele Auslöser hat und Betroffenen den Schlaf raubt, weil die Nervenzellen in der Muskulatur zu heftig reagieren. Warum das so ist, darüber ist sich die Forschung bis heute nicht ganz einig. Doch es gibt einige Tipps, die die Beschwerden lindern können.

Akuttipps gegen das Kribbeln 

Das unangenehme Kribbeln unterbrechen, das funktioniert mit Gegenimpulsen. Massagen eigenen sich dazu genauso wie Druck- oder Kälteanwendungen.

Massagen mit verdünntem Kamillenöl oder Franzbranntwein können die Zappelbeine kurzzeitig beruhigen. Denn Durchblutungsstörungen und Bewegungsmangel verstärken die Symptome. Einen leichten Druckimpuls liefern auch Kompressionsstrümpfe – nur zu eng sollten sie nicht sein.

Vielen Betroffenen hilft Kälte, zum Beispiel durch ein kaltes Abduschen der Beine. Dazu am besten in die Wanne steigen und die Beine bis zu den Knien nass machen. Nur darauf achten, dass die Beine nicht völlig auskühlen – denn mit eiskalten Füßen möchte auch niemand ins Bett steigen.

Alternativ schafft auch eine Kühlmatte Linderung, die man sich im Bett unter die Beine legt. Aber: Einige Patienten reagieren auf Wärme besser – hier muss jeder schauen, was ihm persönlich am besten hilft.

Eisenspeicher auffüllen

Ein häufiger Auslöser der Symptome ist Eisenmangel. Denn Eisen spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung des Botenstoffs Dopamin, dessen Stoffwechsel bei Menschen mit RLS offenbar nicht so gut funktioniert. Ist der Eisenspeicher zu niedrig, kann das die Unruhe der Beine verstärken.

Obwohl ein Eisenspeicherwert von 20 ng/ml bei Gesunden ausreichend ist, sollte er bei RLS-Patienten über 50 ng/ml liegen. Indem der Eisenspeicher Ferritin aufgefüllt wird, lässt sich herausfinden, ob ein Eisenmangel die Ursache für die Beschwerden ist.

Bei gravierendem Mangel kann die Gabe eines Medikaments notwendig sein. In jedem Fall hilft eine eisenreiche Ernährung.

Viel Eisen enthalten beispielsweise rotes Fleisch, fetthaltiger Fisch, Hirse, Kichererbsen, Linsen, Tofu, Pistazien und Spinat. Wichtig dabei ist, Eisen richtig zu kombinieren. Während Vitamin C die Eisenaufnahme im Körper unterstützt, hemmt Koffein die Eisenverwertung. Also lieber ein Glas O-Saft statt Kaffee oder Cola.

Übergewicht senken

Wer an Übergewicht leidet, hat eine schlechtere Sauerstoffversorgung im Körper. Das Herz ist belasteter als das von schlankeren Menschen, außerdem wird Fettgewebe schlechter durchblutet. Studien zeigen, dass Menschen mit Diabetes ein größeres RLS-Risiko aufweisen. Darum: Übergewicht reduzieren und sich gesund und ausgewogen ernähren.

Stress reduzieren

Auch Stress befeuert das abendliche Kribbeln. Darum ist es wichtig, sich gegen den Stress und innerliche Unruhe zu wappnen und Stressventile zu finden. 

Das Problem bei vielen Entspannungsübungen: gerade, wenn der Körper zur Ruhe kommt und wir uns hinlegen, beginnt das Kribbeln. Entspannung wird so zur Mammutaufgabe. Hier helfen Entspannungstechniken, die Entspannung und Bewegung kombinieren – zum Beispiel Qigong. Auch leichter Ausdauersport ist bei RLS unbedingt zu empfehlen – nur nicht zu spät am Tag. Denn alles, was den Körper abends wieder hochfährt, ist kontraproduktiv.

Ein Achtsamkeitstraining kann helfen, eine gelassenere Einstellung zu der Erkrankung zu entwickeln. Denn das Restless-Legs-Syndrom ist nicht heilbar. Die Beschwerden kann man aber in der Wahrnehmung lindern.

Kleine Achtsamkeitsübungen im Alltag:

Die Augen schließen und einfach mal hinzuhören. Was nehme ich um mich herum wahr? Welche Geräusche umgeben mich?

Auch morgens unter der Dusche kann man mit einer Achtsamkeitsübung in den Tag starten. Dazu bewusst das Wasser auf der Haut spüren, die Wärme wahrnehmen, sich auf die Sinne konzentrieren – solche Momente holen einen ins Hier und Jetzt und entspannen.

Ein Dankbarkeitstagebuch kann dabei helfen, sich auf die schönen Dinge im Leben zu besinnen und Klarheit über den eigenen Ist-Zustand zu gewinnen. Dazu jeden Tag 5 Dinge aufschreiben, die einem positiv aufgefallen sind und für die man dankbar ist.

Stand: 04.02.2020, 17:00