Pollenflug: Trockenheit beflügelt Erle und Hasel

Blütenkätzchen eines Haselnussstrauchs, im Hintergrund eine Person, die sich die Nase putzt

Pollenflug: Trockenheit beflügelt Erle und Hasel

  • Viele Allergiker klagen über juckende Augen und Schnupfen
  • Belastung durch Erle und Hasel sehr stark
  • Rekordwerte in NRW gemessen

Hat die Pollensaison in diesem Jahr besonders früh begonnen?

Das sah anfangs schon danach aus: An einer Messstation in Mönchengladbach wurden zum Beispiel schon vor Weihnachten ganz vereinzelt die ersten Pollen gemessen. Durch den Kälteeinbruch im Januar ging es mit dem Pollenflug letztlich doch erst im Februar so richtig los. Für Erle und Hasel ist das eigentlich ganz normal.

Warum haben dennoch viele Menschen momentan starke Beschwerden?

Aktuell ist der Pollenflug so intensiv, weil es trocken und windig ist. Wenn die Kätzchen durch Regen oder Tau nass sind, können die Pollen nicht so gut fliegen. Anfang vergangener Woche wurden bei uns in NRW Rekordwerte für Erlenpollen gemessen.

Sind die Allergien dieses Jahr früher dran?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft | 25.02.2019 | 05:40 Min. | Von Alexandra Rank

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Wird das die nächsten Tage so bleiben?

Auf jeden Fall Dienstag (26.02.2019) und Mittwoch: Ohne Regen bleiben die Pollen in der Luft - auch die der Hasel. Die gute Nachricht: Schlimmer wird es bei Erle und Hasel wohl nicht mehr, weil der Höhepunkt erreicht scheint.

Kann es sein, dass Birke durch den Vorfrühling früher blüht?

Das hängt davon ab, wie das Wetter in den nächsten Wochen wird. Laut Pollenflugkalender können auch schon Anfang März vereinzelt Birken blühen. Aber die Hauptblühzeit beginnt Anfang April. Denn die Birke braucht zum Blühen nicht nur Sonne und Wärme, auch die Tageslänge ist entscheidend.

Wie kann man sich über den aktuellen Stand informieren?

Beim Deutschen Wetterdienst können Allergiker sich für den "Pollenflug-Gefahrenindex" anmelden. Während der Pollenflugsaison erhält man dann täglich eine Email mit der aktuellen Belastungslage.

Welche Pflanzen drohen noch mit allergenen Pollen?

Neben Erle, Hasel und Birke zählen in unseren Breitengraden zu den häufigsten allergenen die Esche, Gräser, Roggen - und Ambrosia. Diese buschige Grünpflanze wächst häufig auf Brachflächen und an Straßenrändern und kommt eigentlich aus Nordamerika. Ihre Pollen sind stark allergen, in den USA gilt sie als wichtigster Auslöser von Heuschnupfen.

Ambrosia breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus und blüht von Juli bis Oktober. Experten gehen davon aus, dass etwa 80 Prozent aller Menschen, die eine Pollenallergie haben, auch auf Ambrosia reagieren.

Welchen Einfluss haben Klimawandel und Umweltverschmutzung?

Mit dem Klimawandel verschärft sich auch die Situation für Allergiker: Im Durchschnitt beginnt die Pollensaison heute ein bis zwei Wochen früher als noch vor 25 Jahren. Der Zeitraum, in dem keine oder kaum Pollen fliegen, wird so immer kürzer. Als pollenfrei gilt eigentlich nur die Zeit von November bis Mitte Dezember.

Auch eine hohe Feinstaub- und Stickoxidbelastung ist ein Problem für Allergiker: Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum in München fanden heraus, dass beispielsweise die ohnehin stark allergene Ambrosia in Städten und an Autobahnen noch aggressivere Pollen entwickelt, um überlebensfähiger zu werden.

Stand: 26.02.2019, 10:15