Das richtige Pflegeheim finden

Das richtige Pflegeheim finden

Von Anke Fricke

  • Mit Checklisten Überblick bewahren
  • Beratungen in Anspruch nehmen
  • Was ein Pflegeheim kostet

Wenn Angehörige nicht mehr alleine leben können, bleibt oft nur ein Pflegeheim. Wie findet man einen Platz und was sollte man bei der Suche beachten?

Lassen Sie sich Zeit für die Auswahl

Auch unter Zeitdruck sollte das Pflegeheim sorgfältig ausgewählt werden. Ein späterer Wechsel belastet den Pflegebedürftigen und den Geldbeutel. Oft kann es hilfreich sein, seine pflegebedürftigen Angehörigen schon frühzeitig auf Wartelisten zu setzen. Die Verbraucherzentrale NRW rät, zunächst den persönlichen Bedarf zu ermitteln.

  • Wie groß soll das Zimmer sein? Welche Möbel sollen mitgebracht werden?
  • Welche Pflege- und Freizeitangebote sind nötig/gewünscht?
  • Steht eine palliative Versorgung zur Verfügung?
  • Welche Entfernungen können von den Angehörigen bewältigt werden?
  • Welcher Eigenanteil kann für die Unterbringung im Pflegeheim maximal aufgebracht werden?

Lassen Sie sich frühzeitig beraten

In NRW gibt es verschiedene Pflegestützpunkte, die über Pflegeheime in der näheren Umgebung informieren. Zudem ermitteln die Berater, mit welcher Unterstützung durch die Pflegekasse gerechnet werden kann und wie hoch der Eigenanteil in den verschiedenen Einrichtungen ist.

Vorauswahl treffen

Treffen Sie eine Vorauswahl der möglichen Heime anhand von Prospekten oder Webseiten. Wo stimmen die Angebote mit ihren Ansprüchen überein? Einige Kommunen wie der Rhein-Erft-Kreis bieten zudem Apps, die über Pflege und freie Plätze informiert. Es gibt auch Infos darüber, wann ein Kurzzeit-Pflegeplatz frei wird.

Wenig hilfreich ist dagegen der bisherige Pflege-TÜV. Dieser wurde 2009 eingeführt und sollte die Qualität der Pflegeheime in einer Gesamtnote bewerten. Da aber alle Heime im Bundesdurchschnitt eine 1,2 erhielten, waren die Noten wenig aussagekräftig. Im Herbst 2019 soll ein neuer Pflege-TÜV eingeführt werden.

Persönlichen Eindruck gewinnen

Machen Sie sich ein eigenes Bild von den verschiedenen Einrichtungen. Nutzen Sie zur Beurteilung alle Sinne.

  • Wie riecht es in den Räumen?
  • Welchen Eindruck machen die Bewohner?
  • Wirken die Pflegekräfte gehetzt oder freundlich?
  • Arbeiten die Mitarbeiter schon lange dort?
  • Wie werden die Interessen der Bewohner und Angehörigen berücksichtigt?

Damit Sie den Überblick behalten, können Sie "Checklisten" nutzen. Die "Weisse Liste" der Bertelsmann-Stiftung führt neben Informationen zur Heimplatzsuche noch wichtige Fragen auf, die man klären sollte.

Die Kosten für Heimunterbringung

Die Heimkosten setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Pflegekosten, Kosten für Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten, Ausbildungsumlage und Kosten für die Zusatzleistungen.

Die Pflegekosten werden zum Teil von der Pflegeversicherung übernommen. Der Eigenanteil für einen Heimplatz in NRW liegt im Durchschnitt bei 2.326 Euro. Reichen die Mittel der Bewohner nicht, steht ihnen "Hilfe zur Pflege" durch das Sozialamt zu. Der Sozialhilfeträger kann sich gegebenenfalls die Kosten von Kindern erstatten lassen.

Stand: 13.03.2019, 09:00