Pendeln - das schleichende Gift

Pendeln - das schleichende Gift

Von Jörg Steinkamp

  • Bei Staus steigt der Blutdruck
  • Ab 20 Minuten hat Pendeln Auswirkungen
  • Psychische Erkrankungen wie Burnout sind Folge

Achim Dombrowski hat täglich mit Pendlern zu tun. Der Internist hat seine Praxis in Bochum-Wattenscheid. "Ich habe hier Leute, die pendeln 180 bis 200 Kilometer am Tag. Die haben keine Zeit für Routineuntersuchungen", erzählt Dombrowski. "Wenn ich die alle paar Jahre sehe, geht es denen oft schlecht."

Stresshormone schädigen den Körper

Pendler sind regelmäßig im Dauerstress: Der Autofahrer leidet unter Baustellen und verstopften Autobahnen, Bahnfahrer unter Zugausfällen, Verspätungen und vollen Abteilen. Die körperliche Reaktion ist die gleiche: Der Körper schüttet Stresshormone aus. Und das schädigt auf Dauer den Körper.

Patienten leiden unter Erschöpfungssyndrom

"Das Pendlerherz fährt im übertragenen Sinne über Jahre mit hohen Drehzahlen", weiß Internist Dombrowski, "das führt unweigerlich zu Verschleiß."

An Internist Dombrowski wenden sich auch immer mehr Patienten mit psychischen Erkrankungen. "Eigentlich kommen diese Patienten mit eher körperlichen Beschwerden wie Magen- oder Herzbeschwerden", so Dombrowski, "später wird aber klar, dass die Patienten unter einem akuten Erschöpfungssyndrom leiden, neudeutsch auch Burnout-Syndrom."

Lösungen sind schwierig

Eine kurzfristige Lösung für den gestressten Pendler zu finden, ist schwierig. Denn um die Fahrtzeit effektiv zu verkürzen, kommt nur ein Wechsel des Jobs oder ein Umzug in Frage. Experten raten, die Zeit im Stau oder in der Bahn sinnvoll zu nutzen: Beruhigende Musik oder Hörspiele können da helfen. Auch ein regelmäßiger Tag im Homeoffice bringt Abwechslung in den stressigen Pendleralltag.

Pendeln: Vor allem das Herz-Kreislaufsystem leidet

WDR 2 | 30.01.2018 | 03:02 Min.

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Stand: 11.04.2018, 14:06