Nebenwirkungen inklusive: Mückenschutz im Check

Mücke sticht

Nebenwirkungen inklusive: Mückenschutz im Check

  • Mücken werden durch individuellen Körpergeruch angelockt
  • Synthetische Wirkstoffe schützen besonders zuverlässig
  • Pflanzliche Mittel sind oft weniger effektiv

Niemand hat Lust, sich am Badesee oder abends im Park stechen zu lassen. Doch welche Mückenschutzmittel sind am besten?

Verschiedene Wirkstoffe, unterschiedliche Wirkung

Im Prinzip wirken alle Mückenschutz-Sprays ähnlich. Die enthaltenen Wirkstoffe zielen darauf ab, den menschlichen Körpergeruch zu verändern – zumindest eine Zeitlang. Damit wir für hungrige Mückenweibchen nicht mehr so appetitlich sind.

Duft-Tarnkappe soll Mücken vertreiben

Die Stoffe sind wie ein Duftmantel, mit dem wir unseren natürlichen Geruch eine Weile tarnen. Das merkt man auch daran, dass die Mückenschutzmittel oft ziemlich eindringlich riechen. Generell sollte Mückenschutz nur gezielt aufgetragen werden. Die Stiftung Warentest hat zuletzt im Mai 2017 verschiedene Mittel gegen Mücken und Zecken getestet.

Wie Mückenmittel wirken

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 26.04.2019 05:24 Min. Verfügbar bis 25.04.2024 WDR 5

Download

Anti-Mücken-Wirkstoff: DEET

Besonders zuverlässig schützen Anti-Mückenmittel mit synthetischen Wirkstoffen. Als besonders effektiv gilt das Diethyltoluamid, kurz DEET. Es schützt bis zu sieben, acht Stunden vor Mückenstichen. Das Mittel kann jedoch Augen und Schleimhäute reizen sowie allergische Reaktionen auslösen. Deshalb sollte es nicht dauerhaft und großflächig angewendet werden. Für Schwangere und kleine Kinder ist es nicht geeignet.

Zecken, Mücken und Co: Hochsaison der Plagegeister

Mücken, Wespen & Co können ganz schön piesacken. Was jetzt in heimischen Gefilden fliegt, springt und krabbelt und man besser meidet.

Für Vögel, Fledermäuse oder Frösche sind Mücken ein echter Leckerbissen. Für uns Menschen sind Stechmücken dagegen vor allem eines: extrem nervig! Forscher schätzen, dass es in Deutschland rund 50 verschiedene Arten von Stechmücken gibt. Unser Blut saugen übrigens nur die Weibchen - sie brauchen es, um ihre Eier zu entwickeln.

Für Vögel, Fledermäuse oder Frösche sind Mücken ein echter Leckerbissen. Für uns Menschen sind Stechmücken dagegen vor allem eines: extrem nervig! Forscher schätzen, dass es in Deutschland rund 50 verschiedene Arten von Stechmücken gibt. Unser Blut saugen übrigens nur die Weibchen - sie brauchen es, um ihre Eier zu entwickeln.

Besonders gemein sind die Kriebelmücken, die von Süddeutschland her sich immer weiter ausbreiten. Sie stechen nicht, sondern beißen. Der zunächst schmerzlose Biss hinterlässt oft einen kleinen Blutpunkt. Später jucken und schmerzen die Bissstellen, die noch nach Tagen die typischen Schwellungen hinterlassen. Einziger Trost: Kriebelmücken dringen nicht in Wohnungen ein, sondern greifen grundsätzlich im Freien an.

Die Globalisierung schafft auch Mücken neuen Lebensraum. Japanische Buschmücken finden sich mittlerweile auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen. Ebenso wurden Asiatische Tigermücken in Deutschland nachgewiesen. Das Problem: Forscher befürchten, dass die exotischen Mücken auch Tropenkrankheiten zu uns bringen könnten.

Die Zecke ist dagegen ein bekannter Krankheitsüberträger von Borreliose und der sogenannten Frühsommer-Meningienzephalitis (FSME). Während man sich vor Borreliose nicht schützen kann, kann man sich gegen FSME impfen lassen. Panik ist jedoch nicht angebracht, die meisten Zeckenstiche machen nicht krank. Dennoch sollte man nach einem Aufenthalt in Wald und Gebüsch den Körper gründlich absuchen und die Zecke sofort entfernen.

Sie gehören zu den unbeliebtesten Tieren Europas: Wespen. Vor allem im Spätsommer kommen sie zuhauf, wenn der Pflaumenkuchen auf dem Tisch steht. Vertreiben lassen sie sich nicht wirklich. Ein Trost: Eigentlich sind Wespen nützlich. Sie fressen Mücken, Blattläuse und kleine Fliegen und befreien uns somit von anderen Plagegeistern.

Viele Menschen verwechseln die Wespe mit der Biene. Der Körper der Bienen ist aber weniger gelb. Sie sind außerdem wenig aggressiv und sehr nützlich. Sie liefern Honig und leisten einen wichtigen Beitrag bei der Bestäubung der Pflanzen. Auch sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Sticht die Biene zu, sollte man zunächst den Stachel entfernen, damit das Bienengift nicht in den Körper gelangt. Dann hilft Kühlen, wie beim Wespenstich die frische Zwiebel oder Insektengel aus der Apotheke. Für Menschen, die nicht allergisch reagieren, ist ein Bienenstich eigentlich ungefährlich, aber schmerzhaft.

Icaridin als synthetischer Schutz vor Mücken

Auch das Icaridin zählt zu den synthetischen Wirkstoffen. Es schützt ähnlich gut über mehrere Stunden vor Mückenstichen und gilt als verträglicher als das DEET. Doch auch Mückenmittel mit Icaridin können die Augen reizen und sind für kleine Kinder eher nicht geeignet.

Mückenschutz mit Para-Menthan-3,8-diol (PMD)

Das PMD zählt zu den pflanzenbasierten Wirkstoffen und lässt sich aus ätherischem Zitroneneukalyptusöl gewinnen. Der Wirkstoff wird auch synthetisch hergestellt werden. Mittel mit diesem Inhaltsstoff sind laut Herstellerangaben häufig schon für Kinder ab einem Jahr geeignet. Das Mittel riecht ein bisschen nach Zitrone. Das klingt natürlich. Aber der Wirkstoff hat auch seine Tücken und kann die Augen reizen und Allergien auslösen. Die Wirkung ist oft kürzer als die der synthetischen Mittel wie DEET oder Icaridin.

Ätherische Öle als Schutz vor Mücken

Auch verschiedene ätherische Öle werden zur Mückenabwehr eingesetzt wie zum Beispiel das Lavandinöl. Ätherische Öle haben jedoch den Nachteil, dass sie maximal nur sehr kurze Zeit wirken und sich schnell verflüchtigen. Zudem können sie Augen und Schleimhäute reizen sowie Allergien auslösen.

Natürliche Mückenschutzmittel ohne Nebenwirkungen

Es gibt eine Reihe von Alternativen, die zuverlässig und ohne Nebenwirkungen schützen. Zum Beispiel zu Hause Mückenschutzgitter vor Fenster und Türen anbringen. Feinmaschige Moskitonetze im Schlafzimmer sorgen für stichfreie Nächte. Was auch hilft, ist, vor dem Schlafen zu duschen. Denn der Schweißgeruch lockt Mücken an.

Stand: 13.06.2019, 10:57