Medikamente gegen Heuschnupfen

Blütenkätzchen eines Haselnussstrauchs, im Hintergrund eine Person, die sich die Nase putzt

Medikamente gegen Heuschnupfen

Von Nico Rau

Kaum Pausen für Allergiker: Das ist auch eine Folge des Klimawandels. Weil es wärmer wird, blühen Gräser und Bäume früher und verbreiten so eher ihre Pollen. Dazu dauert die Saison länger, weil die Winter mild sind. Und da sich auch neue Pflanzen bei uns ansiedeln, kommen weitere Blüten dazu, die wiederum neue Allergien auslösen können.

Bei Symptomen zum Arzt

Auch wenn es eine Reihe von rezeptfreien Medikamenten gibt, die gut gegen Heuschnupfen-Symptome helfen, ist ein Arztbesuch unbedingt zu empfehlen. Der Allergologe muss erst einmal diagnostizieren, ob wirklich eine Allergie vorliegt. Es ist wichtig, andere Erkrankungen wie Asthma auszuschließen.

Rezeptfreie Medikamente

Als gut wirksam empfehlen viele Allergologen Nasensprays mit Kortison. Die sorgen am effektivsten für eine freie Nase. Stiftung Warentest verweist darauf, dass bisher unklar sei, ob eine langandauernde Anwendung unbedenklich ist. Sie empfiehlt stattdessen rezeptfreie Nasensprays mit Antihistaminika.

Oft helfen Nasensprays auch gegen juckende Augen. Falls nicht, sind auch rezeptfreie Augentropfen und Kombi-Präparate erhältlich. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest gibt es eine Orientierung, welche Mittel geeignet und günstig sind.

Wenn Nasensprays nicht reichen

Wer starke Symptome verspürt, kann auf Antihistaminika in Tablettenform zurückgreifen. Die beiden effektivsten Wirkstoffe sind Cetirizin und Loratadin. Die Tabletten wirken akut im ganzen Körper, sind sehr günstig und haben kaum Nebenwirkungen. Früher haben diese Mittel noch sehr müde gemacht. Das ist in der neuen Medikamentengeneration aber kaum noch der Fall. Cetirizin gilt als sehr wirksam, aber kann etwas müde machen. Loratadin ist ähnlich wirksam, soll aber seltener zur Müdigkeit führen.

Endlich beschwerdefrei?

Die Hyposensibilisierung ist bislang die einzige Möglichkeit, langfristig die Symptome zu lindern oder sogar beschwerdefrei zu werden. In Form von Spritzen, Tabletten oder Tropfen werden regelmäßig kleine Dosen vom Allergen verabreicht. Das Immunsystem soll sich so langsam daran gewöhnen.

Allerdings ist die Behandlungsdauer lang – zwischen drei und fünf Jahren. Circa drei Viertel der Behandelten profitieren von ihr. Die Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlungsform, die einen so gennanten Etagenwechsel auf die Lunge verhindert. Bei fast der Hälfte der Allergiker besteht das Risiko, dass sich aus der Allergie später Asthma entwickelt.

Stand: 19.03.2020, 20:05