Dicke Luft in NRW

Dicke Luft in NRW

In den NRW-Städten gab's im Januar viel schlechte Luft. Schuld daran war zum einen die Inversionswetterlage. Aber auch alte Dieselautos sorgen für hohe Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerte.

Die Bilanz des Umweltbundesamts für das Jahr 2016 fiel eigentlich sehr gut aus. Beim Feinstaub gab es bundesweit die besten Werte seit dem Jahr 2000. Heißt das, die Luft in den NRW-Städte ist jetzt sauber? Ein solcher Rückschluss wäre falsch. Denn zum einen zeigen die Jahresmittelwerte in vielen Messstationen immer noch Werte von mehr als 20 Mikorgramm Feinstaub je Kubikmeter an. Das ist zwar kein gesetzlicher Grenzwert aber immerhin die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bei Inversionswetterlagen im Winter steht die Luft in der Stadt

Rauchender Auspuff

Viel mehr wird das gute Ergebnis aber relativiert, wenn man sich den Einfluss des Wetters auf die Feinstaubwerte anschaut. Zum einen wird bei starkem Wind der Feinstaub weggeweht Zum anderen kommt es bei "austauscharmen Inversionswetterlagen" dazu, dass die Luft aus der Stadt nicht rauskommt. Die Folge: Hohe Feinstaubwerte. Im Jahr 2016 gab es davon nur sehr wenige. Ganz im Gegensatz zum Januar 2017. Da lag die Zahl der Tage, an denen das Tagesmittel von 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter überschritten wurde, teilweise über dem Wert für das gesamte vergangene Jahr.

Rufen Sie hier die Messwerte aller Stationen in NRW für Januar 2017 ab. Die Grafik zeigt die Messwerte für Partikel der Größe PM 10. Für kleinere Partikel (PM 2,5) liegen die Messwerte nicht für alle Stationen vor:

Nach Ansicht des Umweltbundesamts ist der Hauptschadstoff in der Luft aber weiterhin Stickstoffdioxid. Hauptverantwortlich für die hohe Belastung mit Stickstoffdioxid sind nach Ansicht von Maria Krautzberger, der Präsidentin des Umweltbundesamtes vor allem alte Dieselautos. Bundesweit. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter wurde demnach in 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen überschritten. Dies trifft auch auf NRW zu - von den insgesamt 19 Messanlagen an Verkehrsstraßen wiesen elf Ergebnisse über dem Grenzwert aus.

Deutlich wird bei den Messungen des Umweltbundesamtes der Unterschied zwischen ländlichen Regionen und den Städten. Das zeigen die Ergebnisse in Netphen am Fuß des Rothaargebirges und Simmerath in der Eifel. Dort liegen die Werte sowohl im Jahresvergleich als auch beim Blick auf den ersten Monat diesen Jahres deutlich unter dem Schnitt.

Die Hauptursachen für die Luftbelastung sind weiterhin der Straßenverkehr und die Industrie. Bei der Verbrennung - sei es im Industrieofen oder dem Dieselmotor - entsteht Stickstoffdioxid. 67 Prozent der Stickstoffdioxid-Emissionen, so das Umweltbundesamt, gehen auf das Konto von Dieselmotoren.

Stand: 01.02.2017, 11:33