Krebsrisiko senken durch Ernährung

Krebsrisiko senken durch Ernährung Doc Esser - Der Gesundheitscheck 09.10.2019 06:51 Min. UT Verfügbar bis 09.10.2020 WDR Von F. Nehrkorn; S.Gerhards

Krebsrisiko senken durch Ernährung

Jedes Jahr erkranken in NRW mehr als 100.000 Menschen neu an Krebs. Im Laufe des Lebens muss jeder Zweite in Nordrhein-Westfalen mit einer Krebsdiagnose rechnen, wobei das Erkrankungsrisiko stark vom Alter und der jeweiligen Tumorart abhängt.

Bei etwa einem Drittel aller neu an Krebs Erkrankten spielt die ungesunde Lebensweise eine große Rolle.
Dies gilt vor allem für Darm- und Brustkrebs, die in Deutschland am häufigsten auftretenden Krebsarten, mit etwa 133.000 Neuerkrankungen pro Jahr. (Quelle: Zentrum für Krebsdaten – Robert Koch Institut)

10 Tipps zur Krebsprävention durch Ernährung:

Eine gesunde Lebensweise ist das A und O, um Krebserkrankungen vorzubeugen. Die hier aufgelisteten Regeln sind Empfehlungen für gesunde Menschen zur Vorbeugung von Krebs:

1. Ausgewogen Essen

Essen Sie abwechslungsreich! Vor allem pflanzliche Lebensmittel gehören demnach auf Ihren Speiseplan. Generell gilt: bereiten Sie Ihre Mahlzeiten selber zu und greifen Sie nicht zu Fertig- und Convenience-Produkten – das ist gesünder! Frisch gekocht, ohne unnötige Zusatzstoffe!

2. Gemüse und Obst

Versuchen Sie, vor allem viel Gemüse und auch etwas Obst zu essen, möglichst frisch oder nur kurz gegart. Damit ist die Versorgung an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen gesichert.

Karotten sollten auf jeden Fall auf ihren Speiseplan, denn sie enthalten viele wichtige Carotinoide – die mit einem reduzierten Risiko für verschiedene Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden. Übrigens sind auch in Tomaten, Paprika, grünem Gemüse, Kürbis oder Melonen die nützlichen Carotinoide zu finden!

Als Superfood unter den heimischen Produkten gelten dank ihres hohen Nähr- und Wirkstoffgehalts Lebensmittel wie Kohlgemüse, insbesondere Grünkohl und Brokkoli und auch, Rote Beete sowie einheimische Beeren.

Gerade Letztere haben den Stoff Anthocyan. In nahezu allen roten, blauen und schwarzen Beeren wie beispielsweise Weintrauben, Holunderbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Heidelbeeren sind Anthocyane zu finden. Studien zufolge haben Menschen, die täglich Anthocyane zu sich nehmen, ein nachweisbar vermindertes Krebsrisiko!

3. Wählen Sie Vollkorn

Produkte aus Vollkorn wie z.B. Brot, Nudeln und Mehl - und Kartoffeln enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Zudem sättigen Vollkornprodukte länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte.

4. Tierische Lebensmitteln in Maßen

Ein- bis zweimal in der Woche sollte Fisch auf Ihrem Speiseplan stehen - dieser trägt zu einer gesunden Ernährung bei, schließlich enthält Seefisch unter anderem Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren. Hingegen sollten Sie Fleisch, Wurstwaren nur in Maßen genießen: nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche werden empfohlen. Zur Orientierung: Ein durchschnittliches Steak wiegt zwischen 200 und 300 Gramm.

5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen

Fett ist wichtig – es liefert lebensnotwendige Fettsäuren. Aber Vorsicht: wie der Name schon sagt, ist Fett besonders energiereich und kann zu Übergewicht führen. Wählen Sie deshalb lieber pflanzliche Öle wie beispielsweise Rapsöl. Fett steckt zudem oft „unsichtbar“ in verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast-Food und Fertigprodukten.

6. Zucker und Salz reduzieren

Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel bzw. Getränke sollten Sie weitestgehend reduzieren. Wenn Sie Salz verwenden, dann angereichert mit Jod und Fluorid. Es sollten jedoch nicht mehr als 6 g am Tag sein – also in etwa ein Teelöffel voll. Diese Menge ist schnell erreicht, verstecken sich Salze doch häufig in Fertig- und Tiefkühlprodukten oder auch in Fast Food!

7. Wasser trinken

Pro Tag sollten Sie rund 1,5 Liter Flüssigkeit trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Alkoholische Getränke sollten nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen genossen werden.

8. Schonend zubereiten

Bereiten Sie Lebensmittel bei möglichst niedrigen Temperaturen und in wenig Fett gegart zu; das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Stoffe.

9. Genießen Sie ihre Mahlzeiten

Stress ist ungesund – auch beim Essen. Lassen Sie sich also Zeit und genießen Sie Ihre Mahlzeiten – das fördert auch das Sättigungsgefühl.

10. Achten Sie auf Ihr Gewicht und bleiben Sie in Bewegung

Ausgewogene Ernährung und viel körperliche Bewegung und Sport helfen, Ihr Körpergewicht zu regulieren. Schon täglich 30 Minuten Fahrradfahren oder auch 60 Minuten Walking wirken sich positiv auf Ihre Gesundheit aus.

Stand: 08.10.2019, 16:00