Jodmangel – Ein Problem, das uns alle betrifft

Jodmangel – was tun? Doc Esser - Der Gesundheitscheck 06.02.2019 UT Verfügbar bis 06.02.2020 WDR Von Max Strutz

Jodmangel – Ein Problem, das uns alle betrifft

Laut Schätzungen leidet jeder dritte Deutsche an Veränderungen der Schilddrüse. Der Grund dafür ist in vielen Fällen: Jodmangel. Führende Experten sehen gerade in Deutschland ein Jodmangel-Land. Ein Problem, dass gesundheitliche Risiken birgt.

Auf einen ausreichenden Jodhaushalt achten

Zu wenig Jod fördert Schilddrüsenerkrankungen, wie Knoten und Kröpfe, massiv. Aber solch jodbedingten Schilddrüsenerkrankungen kann man vorbeugen, indem man auf eine ausreichende Jodzufuhr achtet. Eine Aufnahme von 200 Mikrogramm Jod am Tag gelten als ausreichend. Das Problem: Nur wenige wissen in welchen Lebensmitteln wie viel Jod enthalten ist. Dabei gilt als Faustformel: Alles, das aus dem Meer auf unsere Teller gelangt, enthält viel Jod.

Jodhaltige Lebensmittel:

  • 100 Gramm Kabeljau decken mit ca. 155 Mikrogramm Jod schon fast den kompletten Tagesbedarf.
  • Lachs – 34 Mikrogramm/100 Gramm
  • Brokkoli – 15 Mikrogramm/100 Gramm
  • Champignons – 13 Mikrogramm/100 Gramm
  • Ein Ei – 10 Mikrogramm/100 Gramm
  • Milch und Milchprodukte – 10 Mikrogramm/100 Gramm

Jod in Fertigprodukten

In Fertigprodukten wird zum Teil jodiertes Speisesalz verwendet, oftmals aber auch normales Tafelsalz – das kein Jod enthält und preisgünstiger ist. In Deutschland gibt es keine gesetzliche Regelung, wer mit welchem Salz kochen muss. Anders sieht das bei unseren Nachbarn in der Schweiz, Polen, Dänemark und den Niederlanden aus. Dort ist die Jodversorgung der Bevölkerung gesetzlich geregelt. So müssen beispielsweise Brote oder Fertigprodukte mit Jodsalz hergestellt werden. Das Resultat: jodmangelbedingte Kröpfe und Knoten sind in diesen Ländern weitestgehend ausgerottet.

Welches Salz ist gut für mich

Vor einigen Jahren sprachen Ärzte die Warnung aus, dass die Deutschen zu viel Salz zu sich nehmen würden. Die Folge des hohen Salzkonsums seien Bluthochdruck und Herzprobleme. Viele reduzierten aufgrund dieser Tatsache ihren Salzkonsum, um ihren Körper vor möglichen Erkrankungen zu schützen. Aufgrund des Salzrückgangs verzeichnen Schilddrüsenexperten allerdings einen Anstieg von Kröpfen und Schilddrüsenknoten. Bei der Salzauswahl sollte man deshalb zu jodhaltigem Salz greifen. Meersalz liegt weit hinter jodiertem Salz. Zwar wird Meersalz aus Salzwasser gewonnen, hat aber nur einen Jodgehalt von 200 Mikrogramm pro 100 Gramm. Mit Jod angereichertes Salz liegt bei ca. 2000 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Bei Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto, einer Autoimmunerkrankung des Organs, gehen Experten davon aus, dass eine ganz normale, gesunde, ausgewogene Ernährung möglich ist, ohne bestimmte Lebensmittel zu meiden. Durch eine normale Nahrungsaufnahme könne man sich in Deutschland nicht überjodieren. Aber zusätzliche jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel seien zu meiden.

Stand: 05.02.2019, 10:40