Ist Zucker ungesund?

Das Bild zeigt lauter unterschiedliche Süßigkeiten.

Ist Zucker ungesund?

Welche Auswirkungen kann ein hoher Zuckerkonsum auf den Körper haben?


Nimmt man Zucker zu sich, spaltet der Körper diesen je nach Struktur zunächst in die Einfachzucker auf, da Zucker nur in dieser Form für den Körper nutzbar ist. Nach der Aufspaltung z.B. von Saccharose (Haushaltszucker) in Glukose und Fruktose, gelangen diese in den Blutkreislauf und versorgen Muskeln, Organe und vor allem das Gehirn mit Energie. Mit ansteigendem Blutzucker-Spiegel fängt die Bauchspeicheldrüse an zu arbeiten und produziert das Hormon Insulin.

Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen transportiert wird. Je mehr Zucker im Blut ist, desto mehr Insulin muss der Körper ausschütten. Gleichzeitig sorgt Insulin dafür, dass der Körper Fettreserven besser einspeichern kann. Werden dem Körper zu oft und zu viele Kohlenhydrate zugeführt, wird ein Übermaß an Insulin ausgeschüttet. Dieses Übermaß kann Entzündungen fördern und Blutgefäße sowie Zellbestandteile schädigen.

Vorsicht bei Fruchtzucker

Das Bild zeigt jede Menge unterschiedliche Obstsorten – in ihnen steckt Einfachzucker.

Anders als bei reinen Fruchtsäften kann der Körper mit einem Stück Obst sehr gut umgehen.

Vor allem die hohe Zufuhr von Fruchtzucker ist problematisch, da dieser nur in der Leber verarbeitet werden kann. Der gesamte Fruktose-Anteil aus der Nahrung landet dort also geballt. Essen wir ein Stück Obst, kann der Körper sehr gut damit umgehen. Die Fruktose ist dann nur ein Teil der zugeführten Nährstoffe, da in Obst beispielsweise auch sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe enthalten sind, die uns bei der Verdauung und Verwertung im Körper helfen.

Anders sieht es mit Fruchtsaft aus. Darin fehlen die vielen Ballast- und Pflanzenstoffe und mit wenigen Schlucken hat man die Fruktose aus vielen Stücken Obst verzehrt. Wenn wir also ständig Saft trinken oder viele Fertigprodukte essen, in denen häufig Fruktose in hoch konzentrierter Form enthalten ist, landet sehr viel Fruktose in unserer Leber, die nicht darauf eingerichtet ist, diese großen Mengen zu verarbeiten. Sie speichert die Fruktose dann in Form von Fett ein. Der Konsum von zu viel Fruktose kann zu einer nicht-alkoholischen Fettleber führen.

Das metabolische Syndrom

Seit einigen Jahren wird eine hohe Aufnahme von Fruktose unter anderem mit der Entstehung des metabolischen Syndroms in Verbindung gebracht. Das metabolische Syndrom ist eine Kombination von bestimmten Krankheiten und Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Übergewicht, Insulinresistenz, Diabetes, Bluthochdruck). Es gilt als Vorstufe für Diabetes Typ2. Diese Zusammenhänge werden aber sehr kontrovers diskutiert.

Zucker beeinflusst das Körpergewicht

Fettleibigkeit

Studien zeigen, dass Zucker überdies das Körpergewicht signifikant beeinflussen kann (100 Gramm Zucker enthalten 400 kcal). Dabei sei es allerdings schwierig, eine bestimmte Zuckermenge zu definieren, die für eine Gewichtszunahme sorgt. Neuere Studienergebnisse zeigen immer deutlicher, dass vor allem ein erhöhter Konsum zuckergesüßter Getränke mit einer Gewichtszunahme bzw. Adipositas verbunden ist.

Über Fettleibigkeit kann es in der Folge auch zu einem Anstieg des Diabetesrisikos kommen, vor allem bei Personen mit erhöhtem genetischem Risiko – immerhin ein knappes Drittel der Bevölkerung.

Tipps – So können Sie Ihren Zuckerkonsum reduzieren

Das Bild zeigt lauter unterschiedliche Fruchtsäfte und süße Getränke.

Greifen Sie lieber zu einem Glas Wasser.

Generell gilt: Vermeiden Sie möglichst Fertigprodukte und sonstige stark verarbeitete Lebensmittel.

  • Bereiten Sie Süßspeisen selber zu, dann wissen Sie genau wie viel Zucker enthalten ist.
  • Fruchtjoghurt enthält meist sehr viel Zucker. Diesen können Sie aus Naturjoghurt und frischen Früchten ganz leicht selber herstellen.
  • Versuchen Sie weniger Softdrinks und stattdessen besser Wasser oder ungesüßte Tees zu trinken. Mineralwasser mit Fruchtscheiben und Kräutern ist ebenso erfrischend.
  • Fruchtsäfte können Sie im Verhältnis 1:3 verdünnen und so viel Zucker einsparen.
  • Besonders Knuspermüslis sind echte Zuckerbomben. Ein Müsli können Sie aber ganz leicht z.B. aus Haferflocken, Nüssen und dunkler Schokolade selber anmischen.
  • Vermeiden Sie das unkontrollierte Naschen von Süßigkeiten zwischendurch. Lieber zu festgelegten Zeiten mit Genuss essen. Wer sich ausgewogen ernährt und sich genügend bewegt, kann Süßes in Maßen mit gutem Gewissen genießen.

Stand: 30.07.2020, 13:55