Kurkuma, Manuka und Propolis: Was stärkt das Immunsystem wirklich?

Kurkuma

Kurkuma, Manuka und Propolis: Was stärkt das Immunsystem wirklich?

  • Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel
  • Der Körper kann nur begrenzt Vitamine aufnehmen
  • Kurkuma kann vereinzelt der Gesundheit schaden

Das Geschäft mit "natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln" boomt. Manuka-Honig und Propolis sollen antibakteriell wirken, Kurkuma angeblich alle Schmerzen und Beschwerden lindern. Für keines dieser vermeintlichen "natürlichen Wundermitteln" gibt es allerdings handfeste Studien, die deren heilende Wirkung eindeutig belegen. Trotzdem: Besonders im Internet machen Hersteller von diesen Nahrungsergänzungsmitteln ordentlich Kasse. 

Heilende Wirkung von Kurkuma-Präparaten ist umstritten

Es gibt zwar Studien, die belegen, dass die Kurkuma-Knolle anti-entzündliche und sogar krebshemmende Effekte hat. Die Ergebnisse stammen aber aus Tierversuchen und sind nicht auf den Menschen übertragbar.

Ernährungswissenschaftler raten davon ab, Kurkuma-Produkte als tägliches Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, in Form von Tabletten oder Pulver. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und keine Arzneimittel. Wer Medikamente einnimmt oder an chronischen Krankheiten leidet, der sollte vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Kurkuma-Präparaten mit seinem Arzt oder Apotheker sprechen, weil es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Therapien kommen kann.

 Es kommt nur wenig in unseren Zellen an

Laut Forscher der Uni Hohenheim wird Kurkumin nur sehr schlecht vom Körper aufgenommen. Unser Körper sähe diesen Stoff als Fremdstoff an und scheide das Kurkumin über den Urin wieder aus. Dieser intensive Stoffwechsel und die geringe Aufnahme in den Organismus begrenze für viele dieser Stoffe auch die Wirkung. Derzeit forscht die Uni Hohenheim daran, wie eine bessere Wirkung erzielt werden kann, etwa wenn Kurkumin in Tablettenform hergestellt wird.

Solange der wissenschaftliche Nachweis fehlt, dass die Verwendung von kurkumahaltigen Nahrungsergänzungsmitteln einen gesundheitlichen Vorteil für uns Menschen bringt, raten Ernährungsexperten von diesen Präparaten ab.

Das antibakterielle Harz der Bienen

Propolis wird oft "Natur-Antibiotikum" oder "Bienen-Wunderstoff" genannt.

Propolis ist das Bienenharz, mit dem die Bienen das Innere ihres Bienenstocks überziehen, um es vor Bakterien und Pilzen zu schützen. Bislang gibt es keine weitreichenden Studien darüber, ob Propolis dieselbe Wirkung auf den menschlichen Organismus hat. Wer allergisch auf Pollen, Wespen oder Bienenstiche ist, sollte auf Propolis besser verzichten, raten Dermatologen.

Darüber hinaus ist es wichtig, wo das Propolis verarbeitet wurde. Insbesondere bei Propolis aus China wurde wiederholt ein hoher Gehalt von krebserregenden Kohlenwasserstoffen festgestellt.

Der Hype um Manuka

Im neuseeländischen Manuka-Honig wurde der Wirkstoff Methylglyoxal entdeckt - kurz MGO. Ihm wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Das macht ihn so begehrt und so teuer. Allerdings enthält ein Manuka-Honig nicht zwingend diesen Wirkstoff. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass auf dem Honig der MGO-Gehalt gekennzeichnet ist.

Wie viele Vitamine sind gesund?

Nicht viel hilft auch viel. Schon mit ein bis zwei Stücken Obst lässt sich der tägliche Bedarf an Vitamin C decken. Alles, was dem Körper darüber hinaus an Vitamin C zugeführt wird, bringt keinen Nutzen und wird ausgeschieden. Ist eine Sättigung erreicht, kann nicht mehr aufgenommen werden. Es wird aktuell diskutiert, ob sehr hohe Dosen an Vitamin C zur Bildung von Blasen- und Nierensteinen führen können.

Auch die tägliche Bewegung an frischer Luft tut generell gut und fördert die Produktion von Vitamin D im Körper. So lässt sich das Immunsystem auch ohne Nahrungsergänzungsmittel stärken.

Stand: 17.03.2020, 14:30