Hyaluronsäure: Riskante Spritzen gegen Falten

Gefährlicher Jugendwahn Markt 21.08.2019 09:21 Min. Verfügbar bis 21.08.2020 WDR

Hyaluronsäure: Riskante Spritzen gegen Falten

  • Hyaluron soll Haut straffer aussehen lassen
  • Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen das Mittel spritzen
  • Falsche Anwendung kann zu schweren Schäden führen

Weniger Falten, volle Lippen - das verspricht eine Behandlung mit Hyaluronsäure. Da Hyaluron große Mengen Wasser binden kann, wird der Stoff als Wundermittel für pralle Haut angepriesen. Und im Gegensatz zu anderen Schönheits-Operationen sind die Eingriffe schon für rund 100 Euro zu haben.

Hyaluronsäure: Ein flüssiges Implantat mit Risiken

Eine Behandlung mit Hyaluron ist allerdings alles andere als harmlos: Hyaluron wird unter die Haut gespritzt. Bei falscher Anwendung kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen wie Narben, Entzündungen und Lähmungen. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch teuer. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel keine Kosten für Folgeschäden aus solchen Anwendungen.

Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen spritzen

Wegen der Risiken dürfen nur Ärzte – ausgenommen Zahnärzte – und Heilpraktiker Hyaluron spritzen. Zudem muss jede Injektion in einem Patientenpass dokumentiert werden. Doch nicht selten wird Hyaluron auch bei Friseuren oder Schönheitssalons angeboten. Zwar ist das Spritzen durch Laien strafbar – das Werben für Hyaluronbehandlungen, der Kauf oder das Anbieten von Hyaluronprodukten jedoch nicht. Man kann Hyaluron legal im Internet kaufen, es ist nicht verschreibungspflichtig.

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Worauf muss man achten?

Wer eine Hyaluron-Behandlung machen möchte, sollte vorher unbedingt die Qualifikationen des Anbieters überprüfen und sich den Arztausweis zeigen lassen. Daneben ist eine gute Beratung wichtig. Der Arzt oder Heilpraktiker sollte über die Risiken aufklären und nachfragen, wie alt die Patienten sind und ob sie zum Beispiel schwanger sind. Der Kunde muss Rückfragen stellen können – und sich aufgrund der erfolgten korrekten Aufklärung frei für oder gegen die Behandlung entscheiden können.

Stand: 19.08.2019, 15:34