Homöopathie

Das Bild zeigt eine Hand mit Globuli.

Homöopathie

Besonders populär ist hierzulande die Homöopathie. Fast 60 Prozent der Deutschen haben schon mal Globuli oder andere homöopathische Mittel angewendet. Es gibt zahlreiche Anhänger, aber auch viele Kritiker. Neuerdings wird die Diskussion über die Wirksamkeit der Homöopathie wieder heftiger geführt.

Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde ist im Juni 2019 zu dem Schluss gekommen, dass für Homöopathika eine Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden kann. Die Konsequenz: die französische Regierung will bis 2021 die Erstattung dieser Mittel aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen nehmen. Die USA haben einen Hinweis auf homöopathischen Mitteln platziert, dass die Wirkung nicht nachgewiesen sei. Und auch hier in Deutschland wird heiß über Wirkung und Nachweisbarkeit zwischen Gegnern und Befürwortern diskutiert.

Begründet wurde die klassische Homöopathie Mitte des 18. Jahrhunderts durch den deutschen Arzt Samuel Hahnemann. Die Heilmethode beruht auf mehreren Grundprinzipien:

  • Die Ähnlichkeitsregel: bildet das Fundament der Homöopathie. Sie basiert auf der Überzeugung, „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“. Demzufolge soll ein Erkrankter mit genau dem Mittel behandelt werden, das bei einem Gesunden dieselben Symptome auslösen würde. Dieser Logik folgend kann etwa eine Zwiebel – als homöopathische Arznei verarbeitet – gegen tränende Augen und Schnupfen eingesetzt werden.
  • Die Arzneimittelprüfung: Homöopathische Arzneimittel werden dabei an gesunden Menschen getestet und die auftretenden Symptome in einem sogenannten Arzneimittelbild, einer Art Steckbrief, festgehalten. Mehrere Arzneibilder zusammengefasst bilden Arzneimittellehren. Zusammen mit der Symptomsammlung, in der die Symptome den jeweiligen Wirkstoffen zugeordnet werden, gehören die Arzneimittellehren zum „Werkzeugkasten“ behandelnder Homöopathen.
  • Die Potenzierung: homöopathische Arzneien werden in einem mehrstufigen Prozess hergestellt. Dabei wird die Urtinkur, eine Lösung, in der die eigentliche Heilsubstanz aufgelöst ist, schrittweise (in Potenzen) verdünnt und dazwischen von Hand „aufgeschüttelt“. Nicht wasserlösliche Substanzen werden mit Milchzucker „verrieben“. So soll die Eigenschaft der Substanz in die Lösung „eingedrückt“ werden. Daraus folgt: Je höher die Potenz, desto weniger Wirkstoff ist molekular in der Lösung enthalten. Der Grad der Verdünnung reicht von 1:10 bis zu einem Mischungsverhältnis, in dem die Ursprungssubstanz nicht mehr nachweisbar ist. In der Homöopathie aber gilt: Je höher die Potenz, desto wirksamer die Arznei. Verabreicht werden die Mittel als Tropfen, Salben, Tabletten, Injektionslösungen oder in Form von Globuli.

Stand: 25.09.2019, 21:00