Heller Hautkrebs - auch die Jungen kann es treffen

Heller Hautkrebs - auch die Jungen kann es treffen

Von Patricia Metz

  • Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten
  • Vor allem Heller oder Weißer Hautkrebs ist weit verbreitet
  • Jährlich bis zu 200.000 Neuerkrankungen in Deutschland

Von der Sonne verursacht

Auslöser für die zwei Hauptarten des Hellen oder Weißen Hautkrebs sind UV-Strahlen, die Schäden an der Haut verursachen. Zumeist sind sehr hellhäutige, blonde, rothaarige und sommersprossige Menschen vom Hauttyp I und II betroffen.

Die Basaliome machen knapp 80 Prozent der Erkrankungsfälle aus, bilden aber keine Tochtergeschwulste im Körper. Das Stachelzellkarzinom kommt mit gut 20 Prozent deutlich seltener vor, kann aber in seltenen Fällen Metastasen bilden.

Beide Hautkrebsarten können Gewebe und Knochen zerstören und sogar zum Organverlust führen. Umso wichtiger ist bei Hellem Hautkrebs die Früherkennung und die entsprechende Therapie.

Vorstufen von Hellem Hautkrebs

Das Bild zeigt einen Hautarzt bei einer Hautuntersuchung.

Die Haut wird nach Anzeichen von hellem Hautkrebs untersucht.

Als Vorstufe von Hellem Hautkrebs gilt die Aktinische Keratose. Aus dieser flächigen Verhornungsstörung kann sich Stachelzellkrebs entwickeln. Ausgelöst werden diese Störungen nicht nur von Sonnenbränden, sondern auch durch ein chronisches Zuviel an Sonne.

Die Aktinische Keratose wird in drei Stadien eingeteilt und äußert sich zunächst als kaum sichtbare raue Hautveränderung, die sich wie Schmirgelpapier anfühlt. Auch nicht heilende Wunden können ein Anzeichen für eine Hautkrebsvorstufe oder für Hellen Hautkrebs sein.

Behandlung von Hautkrebsvorstufen

Bereits die Aktinische Keratose sollte vom Hautarzt behandelt werden, damit daraus kein Krebs entsteht. Neben abtragenden und operativen Methoden werden vor allem Cremes eingesetzt:

  • Handelt es sich um sehr flache Aktinische Keratosen, empfiehlt sich eine Behandlung mit dem Wirkstoff Imiquimod, einem Immunpräparat, das dem Körper hilft, Abwehrstoffe gegen die krankhafte Hautveränderung zu produzieren.
  • Die Photodynamische Rotlichttherapie (PDT) wird angewendet bei tastbaren bis mäßig dicken Aktinischen Keratosen (Stadien I-II). Hierbei wird ein wirkstoffhaltiges Gel auf den Tumor aufgetragen. Der Wirkstoff reichert sich ausschließlich in den Krebszellen an und macht sie lichtempfindlich. Nach drei Stunden Einwirkungszeit erfolgt dann eine Bestrahlung mit rotem Kaltlicht. Dadurch werden die Tumorzellen zerstört. Die Behandlung mit Rotlicht wird häufig als sehr schmerzhaft empfunden und muss von Kassenpatienten selbst bezahlt werden.
  • Die Photodynamische Tageslichttherapie wird bei leichten bis mäßigen Aktinischen Keratosen (Stadien I-II) angewandt.  Auch hier wird eine Creme auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Anschließend hält sich der Patient für zwei Stunden unter freiem Himmel auf, wobei diffuser Halbschatten völlig ausreicht. Das Tageslicht setzt dann eine photochemische Reaktion in Gang, durch die die veränderten Zellen zerstört werden. Diese Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und ist weitgehend schmerzfrei.

Gute Heilungschancen

Sind die Vorstufen überschritten, wird der Tumor in der Regel mit dem Skalpell entfernt. Ist eine Operation nicht möglich, gibt es noch chemotherapeutische Möglichkeiten.

Immerhin: Hat der Tumor einen Durchmesser unter einem Zentimeter und wurde er früh erkannt, liegen die Heilungschancen nach dem Entfernen nahezu bei 100 Prozent.

Nie ohne UV-Schutz aus dem Haus

Aber: Ist der Tumor entfernt, müssen Patienten alle sechs Monate zum Hautkrebsscreening. Sie haben ein erhöhtes Risiko, dass sich Zellen auch an anderen Stellen krankhaft verändern.

Außerdem sollten Sonnencremes mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 immer aufgetragen werden. Sonnenbäder und Solarien sollen grundsätzlich vermieden werden.

Stand: 15.05.2018, 13:40