Der Resetknopf für den Körper: Buchinger Heilfasten

 Das Bild zeigt Doc Esser gemeinsam mit den Testern.

Der Resetknopf für den Körper: Buchinger Heilfasten

Tagelang keine feste Nahrung: Brühe, Tee, Obst- und Gemüsesäfte sowie reichlich Wasser bringen den Willensstarken durch den Tag.

Drei Liter Flüssigkeit sind Pflicht. Beim klassischen Heilfasten nach dem Arzt Otto Buchinger ist nach 400 Kilokalorien pro Tag Schluss. Salz und Kaffee sind ebenfalls tabu.

Wer auf einen langfristigen Gewichtsverlust hofft, wird hier enttäuscht. Die rasch verlorenen Kilos sind nach der Fastenzeit schnell wieder zurück. Buchinger Heilfasten darf nicht mit einer Diät verwechselt werden, sondern soll dem körperlichen und geistigen Neustart dienen.

Vor dem Fastenstart nach Buchinger wird es von den meisten als wohltuend empfunden, den Darm zu leeren. So wird der Heißhunger in den ersten Tagen gemindert. Ein halbes Gramm Glaubersalz für jedes Kilogramm Körpergewicht in lauwarmem Wasser gelöst und getrunken, dient als Abführmittel.

Den hungernden Körper im Blick

Heilfasten stellt eine absolute Ausnahmesituation für den menschlichen Körper da. Nach 24 Stunden sind die Zuckerreserven des Körpers bereits aufgebraucht und er beginnt Eiweiß zu verbrennen. Jetzt heißt es Sport machen, sonst geht es den Muskeln an den Kragen. Gefährlich wird es, wenn der Herzmuskel angegriffen wird.

Beim Fasten nimmt der Körper viel weniger Kilokalorien auf, als er am Tag für die Körperfunktionen braucht. Dieser sogenannte Grundumsatz liegt abhängig von Geschlecht und Alter bei etwa 2000 Kilokalorien am Tag. Ohne Sport schaltet der Körper beim Fasten auf Sparflamme und versucht möglichst energieschonend durch den Tag zu kommen. Bis zu vierzig Prozent des Grundumsatzes spart er so ein.

Das macht nicht jeder Körper mit. Bei verschiedenen Erkrankungen kann Fasten gefährlich werden. Deswegen führt der erste Gang zum Arzt. Erst nach grünem Licht beim Check-up, kann das Fasten losgehen. Auch dann ist Vorsicht angeraten. Bei Symptomen wie Schwindel, ständigen Kopf- oder Nierenschmerzen sollte man den Arzt aufsuchen.

Fastenbrechen und schonende Aufbautage

Ist die Zeit des Verzichts vorbei, sollte man es langsam angehen lassen. Den Magen direkt mit schwerverdaulichem zu überfordern, lässt ihn in die Knie gehen. Vollkornbrot, Kohlgemüse, Erbsen, Linsen, Bohnen und Knoblauch können dem entwöhnten Magen schnell zum Verhängnis werden. Drei Tage lang sollen regelmäßig kleine Portionen von verträglichen Lebensmitteln gegessen werden.

Speiseideen für die ersten Tage:

  • Zum Frühstück schmecken aufgequollene Haferflocken mit geriebenem Apfel. Das schont den Magen. Dazu kann ein Joghurt das nötige Eiweiß liefern.
  • Zum Mittagessen schont eine salz- und fettarme Suppe den entwöhnten Magen. Dazu leichtverdauliches Gemüse wie Kartoffeln, Möhren, Zucchini oder Sellerie mit Kräutern in Wasser aufkochen.

Heilfasten als Müllabfuhr im kranken Körper

Auch medizinisch hat Heilfasten einiges zu bieten. Als Therapie in Kombination mit Akkupunktur, Neuraltherapie, Chi Gong und Ordnungstherapie kann es die Schmerzen chronisch Kranker lindern. Die Umstellung des Stoffwechsels kann als körperliche Resettaste die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

Bei der sogenannten Autophagie entrümpelt die körpereigene Müllabfuhr das Zellmaterial. Dabei werden unbrauchbare Zellreste von neuen Zellen gefressen und so recycelt. Eine ärztlich verordnete und überwachte Fastenzeit kann so chronischen Schmerzpatienten helfen. Doc Esser hat Patienten kennengelernt, die auf diesem Weg unter ärztlicher Aufsicht Kopf- und Rückenschmerzen losgeworden sind.

Stand: 05.03.2019, 10:44