Gereizter Darm - wie entspannen?

Das Bild zeigt Doc Esser im Gespräch mit Passant.

Gereizter Darm - wie entspannen?

Über 100 Billionen Bakterien bewohnen unseren Darm. Was für manche erschreckend klingt, ist dabei wichtig für unsere Gesundheit. Man bezeichnet die Gesamtheit aller Bakterien, Viren und Pilze als „Mikrobiom“, oder auch – besser bekannt – als „Darmflora“. Was aber passiert, wenn unser Mikrobiom gereizt reagiert?

Diagnose Reizdarm – Was ist das?

Patienten, die unter dem Reizdarmsyndrom leiden, haben unerklärliche Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder auch Verstopfung. Magen- und Darmspiegelungen bringen keine Ergebnisse, die Ursachen sind unklar und doch leiden die Betroffenen sehr unter den Symptomen. Rund 5-10% der Bevölkerung beklagen sich über reizdarmähnliche Symptome. Bei Frauen tritt das Reizdarmsyndrom doppelt so häufig auf wie bei Männern.

Bei Reizdarmerkrankten zeigt sich eine überdurchschnittliche Aktivität der Darm-Hirn-Achse, auch „Bauchhirn“ genannt, was wiederum zu Stress und Depressionen führen kann. Da Darm und Gehirn eng miteinander verknüpft sind, wirken sich diese psychischen Belastungen auch auf die Gesundheit des Darms aus.

Entspannungsmethode Hypnotherapie

Oftmals werden Patienten Medikamente verschrieben, die die Symptome des Reizdarms erträglicher machen sollen. Viele Patienten wollen die Medikamenteneinnahme jedoch so gering wie möglich halten und weichen so auf alternative Behandlungsmethoden aus. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Meditation werden häufig begleitend angewandt. Eine Möglichkeit, die hierzulande noch nicht so weit verbreitet ist, ist die sogenannte Hypnotherapie, bei der mit Hilfe von Hypnose eine Entspannung des gereizten Darms herbeigeführt werden soll. Bisher hauptsächlich in den USA, England und Kanada vertreten, stößt die außergewöhnliche Therapieform auch in Deutschland auf immer mehr Aufmerksamkeit. Eine Behandlung umfasst drei bis sechs Sitzungen à einer Stunde, bei denen der Patient durch Hypnose in den Zustand der Tiefenentspannung geführt wird. Durch diese Entspannung wird unter anderem die Empfindlichkeit der Eingeweide verringert. Laut Studien hat diese Entspannungsmethode eine Erfolgsquote von rund 70%.

Vor einer Behandlung ist jedoch wichtig, dass ein Gastroenterologe schwerwiegende Krankheiten ausgeschlossen hat und eine weitere Behandlung empfiehlt. Es folgt ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Hypnotherapeuten, um die Situation des Patienten besser zu verstehen und die Hypnose mit individueller Suggestion auf den Patienten zuzuschneiden.

Wie erkennt man einen guten Hypnotherapeuten?

Bei der Wahl eines Hypnotherapeuten sollte die wissenschaftliche Grundausbildung in der Medizin oder der Psychologie absolviert worden sein und das Zertifikat als Hypnosetherapeut bei einer anerkannten Fachgesellschaft erlangt worden sein. Diese Hypnosegesellschaften versprechen Qualität und in der Regel eine kontrollierte Weiterbildung der Therapeuten.

Stand: 23.01.2019, 14:40