Erste Hilfe bei Verbrennungen

Erste-Hilfe bei Verbrennungen Doc Esser - Der Gesundheitscheck 16.09.2020 07:28 Min. Verfügbar bis 16.09.2021 WDR Von Sylvia Freudenberger, Liliane Mofti

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Von Sylvia Freudenberger

Die meisten Verbrennungen passieren im Haushalt: in der Eile einen heißen Topf angefasst oder das Backblech ohne Topflappen, schon ist man verbrannt. Großflächige und tiefe Wunden sind zum Glück eher selten. Auf 100.000 Deutsche kommen ungefähr zwei bis fünf Menschen pro Jahr, die schwere Brandverletzungen erleiden.

Verbrennungsgrade

Bei Verbrennungen 1. Grades ist die oberste Hautschicht verletzt – die Epidermis, auch Sonnenbrände gehören zu dieser Kategorie. Die Haut schmerzt, ist rot und geschwollen. Nach ein paar Tagen lässt der Schmerz nach, denn die Haut regeneriert sich von alleine.

Ist die Hitze stärker als 55 Grad, sammelt sich unter der Oberhaut Flüssigkeit - es bildet sich eine Blase. Bei Blasenbildung hat man eine Verbrennung 2. Grades, dann ist die Dermis betroffen. Ärzte unterteilen diese Kategorie noch in die Schweregrade 2a und 2b. Bei Grad 2a ist die Oberhaut zerstört, die Haut unter der Blase ist rot und feucht. Brandblasen heilen von selbst, es ist besser sie nicht selbst aufzustechen sonst kann sich die geschädigte Haut leicht infizieren. Größere oder störende Blasen von einem Arzt öffnen lassen, so bleibt die Wunde keimfrei. Eine Verletzung mit dem Grad 2b ist an einer weißlichen Wundfläche zu erkennen, sieht die Wunde so aus und sind größere Flächen betroffen - direkt den Notarzt rufen.

Verletzt eine Stichflamme die Haut, oder dringt die Hitze tief ins Gewebe ein, handelt es sich um eine Verbrennung 3ten Grades – die Subkutis ist betroffen. Die Haut ist trocken, verdickt und verfärbt sich weißlich bis bräunlich. Auch hier: 112 anrufen. Nach tiefen Verbrennungen kann sich die Haut nicht mehr selbst regenerieren, dann hilft eine Hauttransplantation. Der Chirurg entfernt totes Gewebe und ersetzt es durch neues. Das gesunde Gewebe wird aus anderen Körperstellen – meist Oberschenkel oder Rücken, entnommen und wächst meist problemlos an. Sind die Flächen zu groß für Transplantationen mit Eigenhaut, wird künstliches Hautgewebe verwendet. Hier besteht aber die Gefahr, dass es vom Immunsystem abgestoßen wird.

Wissenschaftler haben dafür ein Hautzellenspray für besonders schwere Brandopfer entwickelt. Im Operationssaal mischen Chirurgen die Hautzellen des Opfers mit einem biologischen Kitt, das Ganze sprühen sie auf den Wundgrund.

Erste-Hilfe bei Verbrennungen

Wann zum Arzt

Verbrennungen und Verbrühungen selbst behandeln sollten Sie nur, wenn es sich um eine kleinflächige, oberflächliche Verletzung handelt. In allen anderen Fällen heißt es, ab zum Arzt oder sofort den Notarzt rufen und zwar bei:

  • Handgroßen Verletzungen im Gesicht oder an anderen sensiblen Stellen
  • zwei oder mehr Prozent verbrannter Körperoberfläche
  • zusätzlicher Rauchvergiftung
  • Bewusstlosigkeit

Stand: 16.09.2020, 16:00