Elektrische Zahnbürsten im Test

Elektrische Zahnbürsten im Test

  • Praxischeck: Drogeriemarktprodukte überzeugen nicht
  • Labortest: Schallzahnbürsten säubern Zwischenräume nicht gut
  • Beim Kauf Folgekosten im Blick behalten

Wie sauber werden die Zähne mit elektrischen Zahnbürsten? Können Drogeriemarktprodukte mit Markenzahnbürsten mithalten? Wir testen fünf elektrische Zahnbürsten im Labor und in der Praxis. Die Ergebnisse überraschen.

Schallzahnbürste oder Rotationskopfbürste?

Die Auswahl an elektrischen Zahnbürsten ist groß. Schallzahnbürsten haben längliche Bürstenköpfe, die bis zu 40.000 Mal pro Minute vibrieren. Bei den rotierenden Zahnbürsten drehen sich die runden Bürstenköpfe etwa 9.000 Mal pro Minute. Einfache Modelle gibt es schon für unter 20 Euro, High-Tech-Bürsten können sogar über 100 Euro kosten.

Wir haben fünf Zahnbürsten gecheckt: Die Oral B Pro 600 mit rotierendem Bürstenkopf für rund 25 Euro. Deutlich günstiger sind die rotierenden Modelle der Eigenmarken von Rossmann und dm, sie kosten 18 bzw. 16 Euro. Außerdem haben wir zwei Schallzahnbürsten getestet: die Philips Sonicare EasyClean für rund 47 Euro und die Oral B Pulsonic Slim 1000 für 39 Euro.

Das Bild zeigt fünf verschiedene Sorten eletrische Zahnbürsten.

Praxischeck: Drogeriemarktprodukte überzeugen nicht

Im Praxistest schnitten beide Zahnbürsten von Oral B besonders gut ab. Zu stark empfanden unsere Tester die Vibration der Philips Schallzahnbürste. Die Rotationskopfbürste von Rossmann konnte nicht überzeugen. Durch den großen Bürstenkopf wurden die Seiten der hintersten Zähne nicht gut erreicht. Bei der dm-Bürste funktionierte die Anpressdruckkontrolle nicht immer.

Labor: Schallzahnbürsten säubern Zahnzwischenräume nicht gut

Das Labor testete mit einem Zahnputzroboter die Putzleistung der Zahnbürsten auf den Zahnflächen und in den Zwischenräumen. Mit den beiden rotierenden Bürsten von Oral B und Rossmann wurden die Testzähne am saubersten.

Etwas schlechter schnitten die Schallzahnbürsten von Oral B und Philips ab. Bei ihnen blieb zu viel Plaque in den Zahnzwischenräumen zurück. Auch die rotierende Bürste von dm reinigte die Zahnzwischenräume nicht ausreichend. Insgesamt schnitt die rotierende Bürste von Oral B am besten ab. Sie überzeugte als einzige im Labor und im Praxischeck.

Zahnbürsten sollten den gesamten Zahnraum reinigen

Auf Nachfrage empfiehlt Oral B für eine bessere Reinigung der Zwischenräume ein rotierendes Modell statt der Schallbürste. Philips und dm empfehlen ebenfalls zusätzliche Geräte oder die Verwendung von Zahnseide.

Doch eine gute Zahnbürste müsse den gesamten Zahnraum einschließlich der Zwischenräume reinigen, sagt Produktprüfungsexpertin Andrea Biehler vom TÜV Süd. "Zudem wird Zahnseide nicht bei jedem Zähneputzen vom Verbraucher verwendet. Von daher ist es schon wichtig, dass die Zahnbürste auch die Zahnzwischenräume reinigt."

Beim Kauf Folgekosten im Blick behalten

Experten empfehlen die Bürstenköpfe etwa alle drei Monate zu wechseln. Das kann allerdings bis zu sechs Euro pro Bürste kosten. Beim Kauf der elektrischen Zahnbürste sollten Verbraucher also auch diese Folgekosten berücksichtigen. Dabei sind Markenbürsten deutlich teurer als Universalbürsten aus dem Drogeriemarkt.

Tipps zum richtigen Putzen

  • Beim Putzen ist es wichtig, nicht zu fest zu drücken, da ansonsten das Zahnfleisch beschädigt werden kann.
  • Wer mit einer Handzahnbürste putzt, sollte nach dem KAI-Prinzip vorgehen. Zunächst werden die Kauflächen gebürstet, dann die Außen- und zum Schluss die Innenseiten gereinigt.
  • Mindestens zweimal täglich die Zähne für drei bis fünf Minuten putzen.
  • Um auch Zahnstein und Parodontitis vorzubeugen, ist die tägliche Anwendung von Zahnseide ratsam.

Stand: 19.12.2018, 10:41