Giftige Raupen: Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch

Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) Raupe

Giftige Raupen: Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch

  • Dieses Jahr noch größere Populationen als letztes Jahr
  • Brennhaare der Raupe geben bei Hautkontakt Nesselgift ab
  • Es kann zu Pusteln, Bindehautentzündungen und Atemnot kommen

Der Eichenprozessionsspinner macht sich wieder in NRW breit. Fast täglich gehen bei den städtischen Servicestellen und Umweltbehörden Meldungen ein, dass befallene Eichen gesichtet wurden. Befinden sich die Bäume in der Nähe von Menschen, müssen Schädlingsbekämpfer oder die Feuerwehr anrücken.

Gefräßiger Schädling

Der Eichenprozessionsspinner lebt nach dem Schlüpfen in großen Kolonien an Eichen und frisst die saftigen Blätter der Bäume. Dafür wandert er zu hunderten – gleich einer Prozession – den Stamm entlang zum Wipfel des Baums und putzt die Kronen kahl.

Um sich gegen Fressfeinde zu wehren, hat er eine natürliche Schutzhülle aus kleinen Härchen mit Widerhaken. Diese Haare können durch den Wind mehrere hundert Meter weit getragen werden und landen dann auf dem Boden, der Kleidung oder der Picknickdecke. Kommt der Mensch oder ein Hund damit in Hautkontakt, brechen die Widerhaken ab und setzen ein Nesselgift frei.

Starke Reaktionen auf das Gift

Das Gift kann nach wenigen Stunden zu starken Reaktionen führen: Juckreiz, rote Pusteln oder Quaddeln, Reizungen der Nasenschleimhäute, Bindehautentzündungen, Atemwegsprobleme. Besonders Allergiker reagieren empfindlich auf den Kontakt. Die Beschwerden können ein bis zwei Wochen andauern.

Was hilft?

Wer mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte auf jeden Fall duschen und auch die getragene Kleidung waschen. Entzündungshemmende Cremes und Antihistaminika können die Beschwerden lindern. Nicht kratzen! Besonders bei starken Beschwerden ist ein Arztbesuch sinnvoll.

Entfernung der Nester

Befallene Eichen sollten dem städtischen Ordnungs- oder Gesundheitsamt gemeldet werden. Stehen sie dort, wo viele Menschen betroffen sind, werden die Nester von Fachfirmen mittels eines Industriesaugers entfernt. Anderweitig werden Insektizide eingesetzt, um die Raupen dauerhaft zu vernichten.

Stand: 12.06.2019, 10:45