Giftiger Eichenprozessionsspinner

Giftiger Eichenprozessionsspinner

Von Nico Rau

  • Brennhaare der Raupe sind für Menschen gefährlich
  • Dieses Jahr besonders hohe Population
  • Bereits zwei Drittel von NRW betroffen

Gefräßiger Schädling

Eigentlich hat es der Eichenprozessionsspinner auf die Blätter von Eichen abgesehen. Der kleine unscheinbare Waldschmetterling befällt die Bäume im Raupen-Stadium. Dort spinnt er Nester in denen sich dutzende bis hunderte Raupen aufhalten können. Die Nester können so groß wie ein Fußball werden. Nachts wandern die Raupen – gleich einer Prozession – den Stamm entlang zum Wipfel des Baums und machen sich über die Blätter her. Die Eichen erholen sich bis zum nächsten Jahr in der Regel wieder vom Befall.

Gefahr für Menschen

Der Körper der Raupe ist mit bis zu 600.000 weißen Brennhaaren bedeckt. Diese Brennhaare besitzen Widerhaken. Man muss die Raupe nicht unbedingt berühren, denn die Haare können durch den Wind bis zu 200 Meter weit getragen werden. Bei Kontakt haken sie sich in der Haut fest. Brechen die Widerhaken ab, setzen sie ein Nesselgift frei. So wehrt die Raupe eigentlich Fraßfeinde ab.

Starke Reaktionen auf das Gift

Beim Mensch führt das Gift zu starken Reaktionen: Schmerzen, rote Pusteln oder Quaddeln auf der Haut, Juckreiz, Reizung der Schleimhäute: Nasen-, Rachen- und Bindehautentzündungen, sogar Atemnot ist möglich. Besonders Allergiker reagieren empfindlich auf den Kontakt. Die Beschwerden können mehrere Tage andauern. Betroffene beschreiben die Intensität der Schmerzen vergleichbar mit mehreren Wespenstichen, oder Verbrennungen durch Quallen.

Giftiger Eichenprozessionsspinner

WDR 2 Servicezeit | 08.06.2018 | 03:39 Min.

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Was hilft?

Wer mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte auf jeden Fall duschen und auch die getragene Kleidung waschen. Entzündungshemmende Cremes und Antihistaminika können die Beschwerden lindern. Auch ein Arztbesuch ist sinnvoll. Besonders, wenn Atembeschwerden auftreten.

Entfernung der Nester

Befallene Eichen sollten dem Ordnungs- oder Gesundheitsamt gemeldet werden. Stehen sie dort, wo viele Menschen betroffen sind, werden die Nester von Fachfirmen mittels eines Industriesaugers entfernt. Besonders problematisch sind dabei ebenfalls die Brennhaare. Überreste können auch in vielen Jahren noch Beschwerden verursachen.

Zunahme der Population

Laut Wald und Holz NRW ist der Befall dieses Jahr problematisch. Vergleichbar mit dem Jahr 2013. Der Eichenprozessionsspinner scheint vom milden Klima profitiert zu haben und breitet sich immer weiter im Land aus. Bisher sind zwei Drittel von NRW betroffen. Norbert Geisthoff von Wald und Holz NRW schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren auch der Rest bevölkert ist. Die Raupe ist erst seit den 1990er Jahren bei uns anzutreffen, da sie eigentlich aus Südeuropa stammt.

Stand: 07.06.2018, 00:00