Krebs: Das bringt Sport!

Krebs: Das bringt Sport! Doc Esser - Der Gesundheitscheck 09.01.2019 06:53 Min. Verfügbar bis 09.01.2020 WDR Von Sylvia Freudenberger

Krebs: Das bringt Sport!

Von Sylvia Freudenberger

Bewegung – ein Zaubermittel. Es stärkt nicht nur Muskeln und Knochen. Sport trägt dazu bei, das Krebsrisiko senken, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Rückfallwahrscheinlichkeit zu verringern! Das wirkt übrigens auch bei Sportmuffel, die jetzt erst neu starten.

Beeindruckende Zahlen sind vor allem bei Brust- und Dickdarmkrebs bekannt. Hier reduziert Sport das Rückfallrisiko auf bis zu 40%, er verhindert oder vermindert Nebenwirkungen von Chemo- und Bestrahlung, und 10% der Menschen, die sich regelmäßig bewegen, erkranken erst gar nicht erst an Brust- oder Dickdarmkrebs.

Bei Krebserkrankungen sind Kraft- und Ausdauertraining, kombiniert mit Koordinations- und Beweglichkeitstraining besonders wirksam. Dreimal die Woche jeweils 60 Minuten sollten es sein – nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Ausdauertraining

Krebspatienten steigern durch Ausdauertraining ihre Belastbarkeit, ein Effekt ist bereits nach 2-4 Wochen spürbar. Eine gute Ausdauer hat eine positive Wirkung auf Organe und das Hormon- und Nervensystem. Dabei ist die Belastungsstärke sehr individuell. Zur Orientierung: Wer sich noch unterhalten kann, steht unter einer leichten körperlichen Belastung. Im moderaten Bereich der Belastung steht, wer anfängt zu schnaufen und eine anstrengende körperliche Aktivität zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht mehr sprechen kann.

Empfohlen werden 30-60 Minuten Ausdauertraining mit Intervallen in aufsteigender Intensität. Walken, Radfahren, Schwimmen und Wandern bieten sich besonders an.

Kraftraining

Krafttraining ist wichtig, wenn durch die Krebstherapie die Muskeln schwinden. Das Training stärkt geschwächte Muskeln, so dass der Patient seinen Alltag müheloser bewältigen kann. Prostata- und Brustkrebspatienten haben die Erfahrung gemacht, dass Muskeltraining die Nebenwirkungen der Medikamente reduziert.

Koordinationstraining

Beim Koordinationstraining wird die Feinabstimmung von Bewegungen, räumliche Orientierung, Rhythmus und Balance gefördert. Denn das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln nimmt nach einer Krankheit wie Krebs ab und kann dazu führen, dass einfache Aufgaben wie Stehen oder Treppensteigen zum Problem werden. Bei Sportarten wie Gymnastik, Tanzen, Tai Chi und Aerobic wird die Koordination besonders traininert.

Beweglichkeitstraining

Beweglichkeitstraining verbessert die Arbeit der Muskeln, entspannt und lockert sie, es fördert den Blutfluss und den Stoffwechsel. Im Zentrum der Übungen steht das Dehnen und die Atmung, sie helfen dem Patienten, sich selbst und den Körper wieder wahrzunehmen. Ein sehr beliebtes Beweglichkeitstraining ist zum Beispiel Yoga.

Für Krebspatienten waren noch vor einigen Jahren Sportarten wie Inlineskaten wegen zu hoher Sturzgefahr oder Rückschlagsportarten wie Golf, wegen der Gefahr von Wassereinlagerungen, verboten. Doch heute soll der Patient, nach Rücksprache mit seinem Arzt, selbst herausfinden, was ihm gut tun und was nicht. Denn Sport soll auch Spaß machen - das gilt übrigens nicht nur für Krebspatienten...

Stand: 07.01.2019, 15:00