Schilddrüse – Das Superorgan

Die Schilddrüse – das Superorgan Doc Esser - Der Gesundheitscheck 06.02.2019 05:11 Min. Verfügbar bis 06.02.2020 WDR Von Andreas Overath

Schilddrüse – Das Superorgan

Sie ist gerade mal so groß wie eine Walnuss – und dennoch eine wichtige Schaltzentrale unseres Körpers. Wenn das kleine Organ nicht mehr richtig funktioniert, hat das große Auswirkungen auf zahlreiche Körperunktionen.


Schilddrüse – was ist das?

Die Schilddrüse ist nur wenige Zentimeter groß und liegt unterhalb des Kehlkopfes. Das Organ besteht aus zwei Hautlappen, die durch einen Steg verbunden sind und die Luftröhre seitlich umschließen. So ergibt sich das für die Schilddrüse typische Bild eines Schmetterlings.

Die Schilddrüse ist der Motor unseres Stoffwechsels. Sie produziert die Hormone T3 und T4. Diese Botenstoffe beeinflussen in unserem Körper unter anderem Verdauung, Psyche, Herz-Kreislauf-System, Blutdruck und damit das allgemeine Wohlbefinden.

Welche Auswirkungen kann eine kranke Schilddrüse haben?

Die Wirkungsweise der Schilddrüse basiert auf einem komplexen Regelkreislauf, in den auch unser Gehirn mit eingebunden ist. Eine gesunde Schilddrüse gibt nur so viele Hormone ab, wie vom Körper benötigt werden. Allerdings gibt es verschiedene Erkrankungen, die diesen Hormonhaushalt stören können. Dazu gehören tumorartige Veränderungen, Schilddrüsenkrebs, Entzündungen der Schilddrüse oder auch Autoimmunerkrankungen, bei der die Drüse von körpereigenen Zellen angegriffen wird. Dann werden entweder zu viele oder zu wenige Hormone ausgeschüttet - es kommt zu einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion.

Symptome einer Unterfunktion: Antriebslosigkeit, Depressionen, Gewichtszunahme. Symptome einer Überfunktion: Bluthochdruck, Nervosität, Gewichtsverlust.

An wen wende ich mich bei Schilddrüsen-Problemen?

Der erste Gang führt in der Regel zum Hausarzt. Hier können im Patientengespräch, durch Abtasten und gegebenenfalls einer Analyse von Blutwerten erste Erkenntnisse gewonnen werden. Wichtig ist dabei, dass der sogenannte TSH-Wert häufig nicht ausreicht, um die Schilddrüse abschließend zu beurteilen. Deshalb wird häufig der einzelne Wert der Schilddrüsen-Botenstoffe T3 und T4 bestimmt. Ausgewiesene Experten für die Schilddrüse sind Endokrinologen, Fachärzte des Inneren, die sich auf die Erkrankungen von Hormondrüsen spezialisiert haben.

Wie werden Schilddrüsenerkrankungen behandelt?

Einige Schilddrüsenerkrankungen können medikamentös behandelt werden, wobei es mitunter Fingerspritzengefühl und viel Geduld erfordert, bis der Patient richtig eingestellt ist. Bei einer Unterfunktion kann der Hormonmangel in Form von Tabletten ausgeglichen werden. Im Falle einer Überfunktion wird mit Schilddrüsenblockern gearbeitet, die die übermäßige Hormonproduktion hemmen. Gegen krankhafte Vergrößerungen der Schilddrüse kann mit einer Radiojodtherapie oder einer Operation vorgegangen werden, bei der erkranktes Gewebe zerstört, bzw. entfernt, wird.

Stand: 05.02.2019, 10:40