Der Bandscheibenvorfall

Das Bild zeigt eine Frau von hinten, die sich den schmerzenden Rücken hält.

Der Bandscheibenvorfall

Von Carolin Spies

Teil 2/2 - Achtung Verwechslungsgefahr: Warum nicht immer die Bandscheibe schuld ist

Was sich nach Bandscheibenvorfall anfühlt, muss nicht immer einer sein. Einige Rückenleiden haben eine sehr ähnliche Symptomatik. Durch die Untersuchung eines Orthopäden sollten folgende Rückenerkrankungen ausgeschlossen werden:

ISG-Syndrom

Das Iliosakralgelenk (ISG) verbindet Wirbelsäule und Becken. Wenn sich die Gelenkflächen verkanten, entsteht das sogenannte ISG-Syndrom. Starke Kreuzschmerzen sind die Folge. Die Beschwerden ähneln denen der Bandscheibe sehr. Schwangere Frauen, Mütter in den Wechseljahren und beispielsweise übergewichtige Menschen mit Hohlkreuz sind besonders davon betroffen.

Spinalkanalstenose

Hierbei liegt eine Verengung des Spinalkanals vor, durch den das Rückenmark verläuft. Die Ursache ist häufig ein Verschleiß der Bandscheiben oder Wirbelkörper. Die Folge: wie bei einem schlimmen Bandscheibenvorfall kann es zu Taubheitsgefühlen und Lähmungen kommen. Betroffen sind meist Menschen ab 65 Jahren. Fast jeder dritte über 75 Jahren leidet früher oder später an einer solchen Erkrankung.

Piriformis-Syndrom

Der Piriformis ist ein Muskel, der verborgen unter dem großen Gesäßmuskel liegt. Er verbindet Kreuzbein und Oberschenkel. Dieser Muskel ist in gesundem Zustand weich und dehnbar. Durch einen Sturz, eine Fehlhaltung oder Überbelastung kann er jedoch verspannen und sich verkürzen. In der Folge wird der Muskel dick und hart und drückt direkt auf den Ischiasnerv. Betroffene klagen über ausstrahlende Schmerzen im Gesäß und Bein sowie ein starkes Kribbeln. Klassische Patienten mit dem Syndrom sind zum Beispiel Läufer.

Stand: 17.08.2020, 10:00