Der Bandscheibenvorfall

Das Bild zeigt eine Frau von hinten, die sich den schmerzenden Rücken hält.

Der Bandscheibenvorfall

Von Carolin Spies

Eine der häufigsten Ursachen für einen Bandscheibenvorfall im Rücken: Wir bewegen uns zu wenig oder wir machen die falschen Bewegungen.  

 

Aufbau und Funktion der Bandscheibe

Die Bandscheibe besteht aus einem elastischen Ring aus Bindegewebe, darin enthalten ist ein gallertartiger Kern. Dieser hat die Funktion, Stöße abzufedern. Die Bandscheibe hat beim Erwachsenen keine eigene Blutversorgung und entzieht daher dem umliegenden Gewebe Nährstoffe. Ähnlich wie ein Schwamm nimmt sie bei Entlastung frische Nährflüssigkeit auf, bei Belastung gibt sie verbrauchte Nährflüssigkeit ab.

Was ist zu tun, wenn es zur gefürchteten Diagnose eines Bandscheibenvorfalls kommt?

Das Bild zeigt einen Mann, der Übungen für den Rücken mit einer Physiotherrapeutin macht.

Fakt ist: oftmals ist eine Operation nicht notwendig. In vielen Fällen hilft auch eine konservative Therapie aus Schmerzmittel und Physiotherapie. Dies sollte erstes Mittel der Wahl sein.  In der Regel wird ein individueller physiotherapeutischer Trainingsplan erstellt, der die Lendenwirbelsäule, Rücken- und Bauchmuskulatur schonend stärkt. Zusätzlich können Wärmebehandlungen und Massagen die Genesung beschleunigen.

Das Bild zeigt eine Spritze.

Bei sehr starken und anhaltenden Schmerzen helfen wirbelsäulennahe Injektionen als konservative Therapiemaßnahme (EPI-lumbal oder EPI-sacral) und Spritzen am lumbalen Spinalnerv (LSPA-Injektionen). Hier erfordert es einen versierten Arzt, der die Spritze in genauer Kenntnis der Anatomie setzt und selbstredend muss jede Infektion vermieden werden. So sollten beispielsweise Patienten mit einem bakteriellen Infekt nicht gespritzt werden.

Mit Schmerzmitteln in Bewegung bleiben

Zusätzlich zu den Spritzen werden Schmerzmedikamente verordnet. Damit soll der Patient in Bewegung bleiben und so schnell wie möglich mit einer Physiotherapie starten. Außerdem soll sich der betroffene Nerv den Schmerz nicht „merken“. In der Regel handelt es sich um rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen.

Erst wenn alle konservativen Maßnahmen zur Schmerzlinderung ohne Erfolg geblieben sind, sollte man an einen operativer Eingriff denken. Wer sicher gehen will, holt sich auf jeden Fall eine Zweitmeinung von einem weiteren Arzt. In der Regel zahlen das die Krankenkassen.  

Treten allerdings akute Lähmungserscheinungen auf, ist die Operation unumgänglich und muss unmittelbar eingeleitet werden. Sonst drohen irreversible Schäden beispielsweise der Blasenfunktion.

Stand: 17.08.2020, 10:00