Dauerstress - wie wir ihm entkommen

Dauerstress - wie wir ihm entkommen Doc Esser - Der Gesundheitscheck 30.10.2019 07:17 Min. Verfügbar bis 30.10.2020 WDR

Dauerstress - wie wir ihm entkommen

Wir sind dafür gemacht, mit Stress umzugehen. Er gehört zu unserem Leben dazu und macht uns bei Erfolg sogar glücklich. Problematisch ist, wenn wir nicht mehr "runterkommen". Leiden wir unter chronischem Stress kann unser Immunsystem ernsthaft geschwächt werden. Stehen wir unter Dauerfeuer, kommt der Körper nicht zur Ruhe und kann er sich nicht ausreichend regenerieren – die Folge: unsere Abwehrzellen und damit das ganze Immunsystem arbeiten nicht richtig. Darum besser frühzeitig Abhilfe schaffen – zum Beispiel mit diesen einfachen Entspannungstipps:

Progressive Muskelentspannung ...

... ist eine wunderbare Methode, um runterzukommen und kreisende Gedanken zu verscheuchen. Dazu bequem und ruhig hinlegen oder setzen und alle Muskelgruppen des Körpers nacheinander für rund drei bis fünf Sekunden fest anspannen und wieder entspannen – dazwischen 30 Sekunden ruhen. Also, zuerst die Hände, dann die Arme, den Nacken, den Rücken, den Po, die Beine bis man bei den Füßen angelangt ist anspannen - entspannen. Die Übung hilft dabei, bewusst zwischen Spannung und Entspannung zu unterscheiden und den Körper für beide Zustände zu sensibilisieren. Durch den ständigen Wechsel wird das Gefühl der Entspannung immer intensiver und wir nähern uns immer mehr der Tiefenentspannung. 15 bis 20 Minuten täglich sind super, um die Übung zu verinnerlichen.

Aber: Jeder entspannt anders, darum lohnt es sich, verschiedene Methoden auszuprobieren.

Wer sich lieber bewegt, der ist mit Gehmeditation bestens bedient. Wichtig dabei: sich ausschließlich auf das Gehen und die Atmung konzentrieren und alles andere um sich herum ausblenden. Ein kleiner Stein im Schuh kann helfen, seine Gedanken voll und ganz auf das Gehen zu fokussieren. Es kann ein sehr befreiendes Gefühl sein, einmal nicht einer Sache hinterherzuhetzen, sondern bewusst jeden Schritt zu setzen und sonst nichts zu denken. Der Weg selbst ist das Ziel.

15 Minuten mehr Zeit einplanen

Wer die Zeit schon am Morgen zu knapp bemisst, startet bereits gestresst in den Tag. Lieber 15 Minuten mehr einplanen und den Morgen entspannt einläuten. Die Zeit kann man zum Beispiel gut für ein paar Dehnübungen nutzen oder für die ein oder andere Kniebeuge– Morgensport macht die müden Glieder wach und wir fühlen uns gleich ausgeglichen. Nicht sofort "ja" sagen - öfter mal "nein" sagen. Nicht sofort einspringen, wenn Not am Mann oder der Frau ist, nicht automatisch Zusatzaufgaben übernehmen und immer die berühmte "Extrameile" gehen. Sich den Ausgleich nehmen, ohne schlechtes Gewissen.

Ausreichend Schlafen

Schlaf ist für den Stressabbau und die Regeneration des Körpers wichtig. Wer zu wenig schläft, nicht durchschlafen kann, selten in den Tiefschlaf kommt, schadet seiner Gesundheit. Diese Tipps fördern die Schlafhygiene und helfen beim Einschlafen:

1. Smartphone und Tablet aus dem Bett verbannen
Wenn es dunkel ist, produzieren wir das Schlafhormon Melatonin. Es steuert den Tag-Nacht-Rhythmus und macht müde. Das blaue Licht der Bildschirme hemmt die Melatoninausschüttung – und wir bleiben wach und munter.

2.  Entspannte Tätigkeiten erleichtern das Einschlafen
Klingt logisch – ist es auch. Ruhige Musik, ein gutes Buch oder ein heißes Entspannungsbad fahren den Körper gut runter, während spannende Serien und Actionfilme das Gegenteil bewirken. Vor dem Schlafengehen besser auf einen spannenden Serienmarathon verzichten und auf ruhige Klänge setzen. Auch Tees unterstützen das Einschlafen, wenn Melisse, Passionsblume oder Lavendel enthalten sind.

3.  Alkohol – besser nicht.
Mit ein paar Promille im Blut schlafen wir zwar besser ein, aber der Schlaf ist viel unruhiger, wir werden öfters wach und wachen am Morgen nicht erholt auf. Besser darauf verzichten!

4.  Wecker außerhalb des Sichtfeldes
Nachts immer wieder auf die Uhr zu schauen macht nervös. Besser: den Wecker oder das Smartphone umdrehen oder ganz außer Reichweite legen.

Soziale Kontakte pflegen

Gute Freunde sind ein wahres Stressventil. Sie stärken unser Wohlbefinden – und damit auch das Immunsystem. Wem ein gutes soziales Umfeld fehlt, der neigt eher zu negativen Gedanken und ist auch anfälliger für chronischen Stress. Geselliges Leben ist auch in Vereinen, Nachbarschaftsgruppen und auch mit der Verwandschaft möglich, man muss sich auf Entdeckungsreise begeben und den Mut haben auf andere zuzugehen, dann bekommt man häufig viel zurück.

Stand: 29.10.2019, 17:00