FAQ Corona und Arbeit: Krankschreiben wieder per Telefon möglich

Ein Handy mit der Telefonnumer vom Hausarzt liegt auf einem Tisch neben einem Fieberthermometer.

FAQ Corona und Arbeit: Krankschreiben wieder per Telefon möglich

  • Bei Quarantäne: Gehalt wird weiter gezahlt
  • Anträge auf Überbrückungshilfe bis Ende September
  • Der Überblick wird laufend aktualisiert

+ + + Infos für Arbeitnehmer + + +

Krankschreiben per Telefon - was gilt?

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind ab 19. Oktober wegen der Corona-Lage wieder bundesweit möglich. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen.

Die Regelung soll erst mal bis zum Jahresende gelten. Die Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung könne telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Stand: 15.10.2020

Lüften im Büro - was ist zu beachten?

Das Umweltbundesamt rät, in Innenräumen für möglichst viel Frischluft zu sorgen. Das sei notwendig zum Schutz vor Corona-Infektionen - trotz Mindestabständen und Mund-Nasen-Bedeckung. 

Bei Fensterlüftung sei eine Querlüftung optimal, die über einen Durchzug über möglichst gegenüberliegende weit geöffnete Fenster Raumluft schnell gegen Frischluft austauscht. Als wirksam gelte auch eine Stoßlüftung bei weit geöffnetem Fenster (besser mehrere Fenster in einem Raum gleichzeitig) über einige Minuten Dauer.

Wenn jemand hustet oder niest, sollte sofort eine Stoßlüftung durchgeführt werden. In Räumen, in denen sich mehrere Menschen aufhalten, sei das bloße Ankippen der Fenster kaum wirksam, auch wenn dies dauerhaft erfolgt.

Stand: 28.09.2020

Fenster auf bei Kälte - macht das krank?

Offene Fenster bei kalter Außenluft sorgen für Erkältungen - so der Volksglaube. Die Wissenschaftsexperten von Quarks erklären dazu: Kälte verursacht zwar keine Erkältung, aber sie erschwert dem Immunsystem die Arbeit gegen die Erkältungsviren.

Doch was ist gefährlicher? Mit Erkältungsviren im Raum sitzen oder bei Kälte und mit frischer Luft? Der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing sagt dazu: Es sei wahrscheinlicher, sich in einem schlecht gelüfteten Raum bei anderen anzustecken, als durch Kälte krank zu werden, die das Immunsystem fordert.

Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern sorge für einen schnellen Luftaustausch und halte die Viruskonzentration in der Luft klein. Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 empfiehlt der Mediziner daher, auch in kalten Monaten nicht auf regelmäßige Frischluft etwa im Büro zu verzichten.

Stand: 28.09.2020

Darf mir mein Arbeitgeber den Urlaub im Risikogebiet verbieten?

Grundsätzlich nicht: Wo ein Mitarbeiter seinen Urlaub verbringt, ist seine Privatsache. Er muss allerdings hinterher mitteilen, ob er sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Das gilt auch, wenn er Kontakt zu jemandem hatte, der unter Infektionsverdacht steht oder sich tatsächlich angesteckt hat. Dann kann der Arbeitgeber verlangen, dass er sich vor der Rückkehr untersuchen lässt - auch ohne Symptome.

Stand: 07.09.2020

Bekomme ich meinen Lohn weiter bezahlt, wenn ich während der Quarantäne nicht arbeiten kann?

Nach dem Infektionsschutzgesetz sollen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ihr Gehalt weiter bezahlen, auch wenn diese wegen der Quarantäne nicht zur Arbeit kommen können. Damit den Unternehmen dadurch kein Schaden entsteht, können sie sich das Geld dann von der Landesregierung zurückholen, die die Quarantäne für den Mitarbeiter verhängt hat. Damit soll verhindert werden, dass Arbeitnehmer zum Dienst kommen, weil sie finanzielle Einbußen fürchten, und damit Kollegen gefährden.

Bislang gilt diese Regelung für alle Rückkehrer aus Risikogebieten, die in Quarantäne müssen. Allerdings planen Bund und Länder eine Verschärfung des entsprechenden Paragraphen im Infektionsschutzgesetz. Demnach soll künftig der Anspruch auf Entschädigung für Einkommensausfälle gestrichen werden, wenn Arbeitnehmer in Quarantäne müssen, deren Urlaubsort schon vor dem Start der Reise als Risikogebiet galt.

Stand: 17.09.2020

Was passiert, wenn das Gebiet nachträglich zum Risikogebiet erklärt wurde?

Wenn ein Urlaubsland erst nach Antritt der Reise zum Risikogebiet erklärt wird, weil die Infektionszahlen gestiegen sind, dann hat der Arbeitnehmer keine Schuld.

Das heißt, er hat Anspruch entweder auf eine Lohnfortzahlung oder eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. In der Praxis heißt das: Der Arbeitgeber zahlt weiter und lässt sich das Geld später von der zuständigen Behörde erstatten.


Stand: 07.09.2020

Was ist mit Kurzarbeitergeld wegen Corona?

Das Kurzarbeitergeld wurde aufgestockt: Die Bezüge werden derzeit generell erhöht. Zuerst auf 60 Prozent des entgangenen Nettolohns, auf 70 Prozent ab dem vierten Monat und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent. Für Eltern steigen die Leistung zunächst auf 67 Prozent, ab dem 4. Bezugsmonat auf 77 Prozent und ab dem 7. Bezugsmonat auf 87 Prozent.

Die Möglichkeit, Kurzarbeitergeld zu erhalten, soll es bis Ende 2021 geben. Das hat der Koalitionsausschuss am 25.08.2020 beschlossen.

Stand: 25.08.2020

Müssen Bonuszahlungen versteuert werden?

Arbeitnehmer, die eine Bonuszahlung bis zu einem Betrag von 1.500 Euro bekommen, müssen diese nicht versteuern. Die Regelung gilt laut Bundesfinanzministerium für alle Boni, die zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 ausgezahlt werden.

Beschäftigte in der Altenpflege bekommen einen einmaligen Pflegebonus. Die höchste Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung. Die Länder und die Arbeitgeber können die Prämien auf bis zu 1.500 Euro aufstocken. Das Geld sollte Mitte Juli an die Arbeitgeber überwiesen und mit der folgenden Gehaltsabrechnung an die Beschäftigten ausgezahlt werden.

Stand: 31.07.2020

+ + + Infos für Selbstständige + + +

Soforthilfe und Überbrückungsgeld: Können Firmen und Selbstständige noch Anträge stellen?

Das Bundesfinanzministerium hat angekündigt, dass Unternehmen noch bis Ende September Überbrückungshilfen beantragen können. Es geht dabei um Zuschüsse für Fixkosten, wie Mieten oder Leasingraten. Maximal werden 150.000 für drei Monate gezahlt.

Da der Bund für Selbständige und kleine Unternehmen keinen Zuschuss zum entgangenen Lohn leistet, stockt NRW die Hilfen auf. Das kündigte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) Anfang Juli an.

Drei Monate lang können Betroffene demnach einen "fiktiven Unternehmerlohn" von jeweils 1.000 Euro beantragen. Die Anträge sollen ab Freitag (10.07.2020) gestellt werden können. Nähere Informationen gibt es auf der Website des NRW-Wirtschaftsministeriums.

Für Soforthilfen kann man keine Anträge mehr stellen. Das war nur vom 27. März bis 31. Mai möglich.

Stand: 31.07.2020

Bekomme ich eine Entschädigung, wenn ich als Selbstständiger unter Quarantäne gestellt wurde?

Selbstständige unter Quarantäne bekommen wie Arbeitnehmer eine Entschädigung, sagt Michael Felser, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Sie können sich direkt an die Landschaftsverbände wenden und bekommen dort die nötigen Formulare.

Stand: 31.07.2020

Wie unterstützt der Bund in der Krise?

Bis Jahresende steht ein KfW Sonderprogramm zur Verfügung. Es beinhaltet zinsgünstige Kredite mit vereinfachter Risikoprüfung bis zu zehn Millionen Euro geben. Beantragt werden müssen sie über die Hausbank.

Bürgschaften gibt es über die Bürgschaftsbank - allerdings nur für Unternehmen, die sich nicht bereits am 31.12.2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben.

Steuerzahlungen können gestundet werden, Vorauszahlungen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt werden.

Alle Angebote im Überblick finden sich auf der Homepage des Bundeswirtschaftsministeriums:

Stand: 01.07.2020

Gibt es Hilfen für freischaffende Künstler oder Kulturschaffende?

Das Land NRW stellt rund 15.000 Stipendien für freischaffende Künstler zur Verfügung. Sie sollen jeweils bis Ende des Jahres 7.000 Euro erhalten. Wer ein solches Stipendium will, muss sich mit einem konkreten Projekt bewerben und seinen Hauptwohnsitz in NRW haben. So werden insgesamt 105 Millionen Euro vergeben. Ein Antrag kann seit dem 10. August online eingereicht werden.

Der Antrag auf Soforthilfe für freischaffende Künstler dagegen musste spätestens bis zum 12. Juni eingereicht werden - das ist mittlerweile nicht mehr möglich.

Stand: 13.08.2020

Was ist mit den Stipendien für Gründer und Start-ups?

Damit Gründer und Start-ups durch die Corona-Krise kommen, will die Landesregierung entsprechende Förderstipendien verlängern. Außerdem gibt es für betroffene Start-ups weitere Förderprogramme über die NRW.Bank.

Gründerstipendien und Transferprogramme für Hochschulabsolventen, die zwischen März und Ende Juni ausgelaufen wären, können um drei Monate verlängert werden. Mit einem Start-up-Kredit können junge Unternehmen ein Darlehen von bis zu 200.000 Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren beantragen.

Stand: 01.07.2020

+ + + Infos zum Arbeitslosengeld + + +

Was ist mit Arbeitslosen?

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter bieten persönliche Gespräche an - aber nur, wenn vorab ein Termin vereinbart wurde.

"Bitte kommen Sie nur nach Aufforderung persönlich in die Arbeitsagentur, ins Jobcenter oder die Familienkasse", heißt es.

Eine Arbeitslosmeldung und Anträge auf Geldleistungen können online gestellt werden.

Stand: 21.08.2020

Gibt es länger oder mehr Arbeitslosengeld?

In der Corona-Krise ist es schwierig, eine neue Stelle zu finden. Deshalb wird das Arbeitslosengeld für diejenigen um drei Monate verlängert worden, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai 2020 und dem 31. Dezember 2020 enden würde. Betroffene werden informiert.

Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist nicht geplant.

Stand: 21.08.2020

+ + + Allgemeine Fragen zu Corona, Job und Finanzen + + +

Gibt es finanzielle Hilfen für Alleinerziehende?

Ja. Weil Alleinerziehende besonders unter den Folgen der Corona-Krise leiden, werden sie ab sofort steuerlich entlastet. Der so genannte "Entlastungsbetrag" steigt für die Jahre 2020 und 2021 von bisher 1.908 Euro auf 4.008 Euro. Das teilte die Landesregierung am 14. Juli mit.

Die NRW-Finanzämter sollen den höheren Freibetrag bei der Steuererklärung automatisch gewähren. Ausnahme: Wer erstmals eine Steuererklärung in der Steuerklasse II einreicht, muss den Entlastungsbetrag extra beantragen. Infos und Formulare gibt es bei der Finanzverwaltung.

Stand: 14.07.2020

Darf ich aus Angst vor Ansteckung mit Corona zu Hause bleiben?

Einfach nicht zur Arbeit zu erscheinen, ist nicht zu empfehlen. Arbeitsverweigerung kann zu einer Abmahnung oder sogar zur Kündigung führen. Nur wenn das Unternehmen trotz konkreter Infektionsfälle oder trotz einer Aufforderung durch die Behörden keine Schutzmaßnahmen ergreift, könnten Arbeitnehmer sich weigern.

Stand: 07.09.2020

Dürfen Eltern zu Hause bleiben, wenn das Kind in Quarantäne geschickt wird?

Nach den Ferien in NRW haben die Gesundheitsämter schon etliche Kinder in Quarantäne geschickt. Dasselbe gilt für Kita-Kinder. Eltern, die deshalb ihr Kind betreuen und nicht zur Arbeit gehen können, dürfen beim Kind zu Hause bleiben. Sie können dann nach dem Infektionsschutzgesetz eine Entschädigung für ihre Lohnausfälle erhalten.

Pro Elternteil werden bis zu zehn Wochen gewährt, für Alleinerziehende gelten 20 Wochen. Ab der 7. Woche beträgt die Entschädigung 67 Prozent des Verdienstausfalls, aber maximal 2.016 Euro. Die Regelung gilt für Eltern, die Kinder im Alter bis zwölf Jahre betreuen.

Sonderfall Infektion: Wenn ein Kind infiziert ist, gibt es eine Krankschreibung vom Arzt. Auch dann dürfen Eltern zu Hause bleiben, es besteht Anspruch auf Kinderkrankengeld - wenn das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Nach einem Beschluss vom 27. August bekommt jeder Elternteil jetzt für bis zu 15 Arbeitstage Krankengeld. Alleinerziehende erhalten bis zu 30 Tage Krankengeld, wenn das Kind krank ist.

Stand: 06.09.2020

Welche Verkehrsmittel sollte ich benutzen?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, für den Weg von und zur Arbeit mit dem Fahrrad oder dem Auto zu fahren - oder zu Fuß zu gehen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sollten Mund-Nasen-Schutz getragen und der Mindestabstand zu den Mitfahrenden gehalten werden. Außerdem sollten die verkehrsarmen Randzeiten genutzt werden - sofern das möglich ist. Von Fahrgemeinschaften mit Mitgliedern aus mehreren Haushalte rät das BBK ab.

Das Bundesarbeitsministerium wirbt für den Arbeitsweg auf dem Fahrrad, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

Stand: 31.07.2020

Weitere Antworten zu Corona

Antworten auf Fragen zu Corona und den Themen Masken, Gesundheit, Alltag, Reisen und Bildung finden Sie in den weiteren FAQ.

Stand: 15.10.2020, 15:38