FAQ Corona und Arbeit: Infos für Selbstständige und Angestellte

Ziffernblatt mit der Aufschrift Kurzarbeit

FAQ Corona und Arbeit: Infos für Selbstständige und Angestellte

  • Corona: Antworten zu Arbeitsrecht, Einmalzahlungen und Krediten
  • Kulturschaffende bekommen weitere Corona-Hilfen
  • Der Überblick wird laufend aktualisiert

+ + + Infos für Arbeitnehmer + + +

Ich kann nicht arbeiten, weil mein Kind zu Hause ist - wer zahlt mein Einkommen?

Eltern haben Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn sie nicht arbeiten können, weil ihre Kinder wegen der Schließungen von Kitas und Schulen nicht betreut werden. Dies gilt für 67 Prozent des Nettoeinkommens oder bis zu einer Grenze von 2.016 Euro im Monat.

Der Bundestag hat Ende Mai beschlossen, dass die Lohnfortzahlung bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden soll. Der Anspruch auf die Lohnfortzahlung gilt auch tageweise, etwa wenn die Notbetreuung in der Kita nicht an allen Wochentagen zur Verfügung steht.

Stand: 01.07.2020

Muss ich für eine Krankschreibung zum Arzt?

Ja. Die Ausnahmeregelung, nach der man sich während der Corona-Krise telefonisch krankschreiben lassen konnte, ist zum 31. Mai ausgelaufen. Mit ihr sollte verhindert werden, dass Corona-Infizierte in den Praxen weitere Personen anstecken.

Stand: 30.06.2020

Was ist mit Kurzarbeitergeld wegen Corona?

Das Kurzarbeitergeld wurde aufgestockt: Die Bezüge werden derzeit generell erhöht. Zuerst auf 60 Prozent des entgangenen Nettolohns, auf 70 Prozent ab dem vierten Monat und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent. Für Eltern steigen die Leistung zunächst auf 67 Prozent, ab dem 4. Bezugsmonat auf 77 Prozent und ab dem 7. Bezugsmonat auf 87 Prozent. Diese Regelung gilt bis Ende des Jahres. 

Stand: 30.06.2020

Müssen Bonuszahlungen versteuert werden?

Nein. Arbeitnehmer, die eine Bonuszahlung bis zu einem Betrag von 1.500 Euro bekommen, müssen diese nicht versteuern. Die Regelung gilt laut Bundesfinanzministerium für alle Boni, die zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 ausgezahlt werden.

Für Beschäftigte in Pflegeheimen soll es einen Pflegebonus geben. Die Bundesregierung hat Ende April das Finanzierungskonzept dafür auf den Weg gebracht. So sollen die Pflegekassen die Kosten für die steuerfreie Bonus-Zahlung von bis zu 1.000 Euro übernehmen. Sie bekommen dafür einen Zuschuss vom Bund. Die höchste Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung. Die Länder und die Arbeitgeber können die Prämien auf bis zu 1.500 Euro aufstocken.

Stand: 29.04.2020

Werde ich weiter bezahlt, wenn ich unter Quarantäne gestellt wurde und nicht arbeiten kann?

Sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige haben einen Anspruch auf Entschädigung, wenn für sie eine Quarantäne angeordnet wurde und sie ihrer Tätigkeit nicht im Homeoffice nachkommen können. Die Entschädigung richtet sich nach dem Verdienstausfall. Bei dessen Berechnung wird das Arbeitseinkommen zugrunde gelegt. In NRW sind die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe für die Entschädigung zuständig.

Bei Angestellten muss zunächst der Arbeitgeber für maximal sechs Wochen für die Entschädigung aufkommen. Er kann aber einen Antrag auf Erstattung beim zuständigen Landschaftsverband stellen.

Selbstständige stellen ihren Antrag direkt beim zuständigen Landschaftsverband.

Stand: 26.05.2020

Darf ich zu Hause bleiben, wenn die Kita oder Schule meines Kindes geschlossen ist?

Grundsätzlich muss zunächst alles versucht werden, um eine Betreuung zu organisieren – beispielsweise durch Verwandte oder Freunde. Klappt das nicht, ist es bei den meisten Arbeitgebern unproblematisch, bis zu fünf Tage unbezahlt zu Hause zu bleiben und eine Ersatz-Betreuung zu organisieren, so der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Michael Felser.

Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht grundsätzlich auch eine Lohnfortzahlung vor, wenn sich keine Betreuung finden lässt (§ 616 BGB). In der Praxis wird diese aber oft in Tarif- oder Arbeitsverträgen ausgeschlossen. Hier sollten Beschäftigte also genau prüfen, was für sie gilt.

Stand: 26.05.2020

+ + + Infos für Selbstständige + + +

Soforthilfe - können Unternehmen und Selbstständige in NRW noch finanzielle Unterstützung beantragen?

Nein, mittlerweile nicht mehr. Nur bis zum 31. Mai konnten Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten für die folgenden drei Monate eine Einmalzahlung von 9.000 Euro beantragen. Für Firmen mit bis zu neun Beschäftigten gab es 15.000 Euro, mit bis zu 50 Mitarbeitern 25.000 Euro.

Zudem waren Unternehmer, Solo-Selbstständige im Haupterwerb und Freiberufler antragsberechtigt. Auch Studenten konnten die Soforthilfe beantragen, sofern sie "mehr als 50 Prozent des persönlichen Erwerbseinkommens" aus ihrer selbstständigen Tätigkeit zogen.

Stand: 01.07.2020

Wie unterstützt der Bund in der Krise?

Bis Jahresende steht ein KfW Sonderprogramm zur Verfügung. Es beinhaltet zinsgünstige Kredite mit vereinfachter Risikoprüfung bis zu zehn Millionen Euro geben. Beantragt werden müssen sie über die Hausbank.

Bürgschaften gibt es über die Bürgschaftsbank - allerdings nur für Unternehmen, die sich nicht bereits am 31.12.2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben.

Steuerzahlungen können gestundet werden, Vorauszahlungen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt werden.

Alle Angebote im Überblick finden sich auf der Homepage des Bundeswirtschaftsministeriums:

Stand: 01.07.2020

Bekomme ich eine Entschädigung, wenn ich als Selbstständiger unter Quarantäne gestellt wurde?

Selbstständige unter Quarantäne bekommen wie Arbeitnehmer eine Entschädigung, sagt Michael Felser, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Sie können sich direkt an die Landschaftsverbände wenden und bekommen dort die nötigen Formulare.

Stand: 07.04.2020

Gibt es Hilfen für freischaffende Künstler oder Kulturschaffende?

Das Land NRW stellt rund 15.000 Stipendien für freischaffende Künstler zur Verfügung. Sie sollen jeweils bis Ende des Jahres 7.000 Euro erhalten. Wer ein solches Stipendium will, muss sich mit einem konkreten Projekt bewerben und seinen Hauptwohnsitz in NRW haben. So werden ingesamt 105 Millionen Euro vergeben.

Der Antrag auf Soforthilfe für freischaffende Künstler dagegen musste spätestens bis zum 12. Juni eingereicht werden. Bis dahin wurde Künstlern auf Antrag 2.000 Euro ausbezahlt, die auch nicht zurückgezahlt werden mussten.

80 Millionen Euro sollen in einen Stärkungsfonds fließen, von dem Kultureinrichtungen profitieren können.

Stand: 01.07.2020

Was ist mit den Stipendien für Gründer und Start-ups?

Damit Gründer und Start-ups durch die Corona-Krise kommen, will die Landesregierung entsprechende Förderstipendien verlängern. Außerdem gibt es für betroffene Start-ups weitere Förderprogramme über die NRW.Bank.

Gründerstipendien und Transferprogramme für Hochschulabsolventen, die zwischen März und Ende Juni ausgelaufen wären, können um drei Monate verlängert werden. Mit einem Start-up-Kredit können junge Unternehmen ein Darlehen von bis zu 200.000 Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren beantragen.

Stand: 01.07.2020

+ + + Infos zum Arbeitslosengeld + + +

Was ist mit Arbeitslosen?

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter bieten im Einzelfall persönliche Gespräche an. "Bitte kommen Sie nur nach Aufforderung persönlich in die Arbeitsagentur, ins Jobcenter oder die Familienkasse", heißt es. Eine Arbeitslosmeldung und Anträge auf Geldleistungen können online gestellt werden.

Stand: 01.07.2020

Gibt es länger oder mehr Arbeitslosengeld?

Aufgrund der derzeit geringen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ist das Arbeitslosengeld für diejenigen um drei Monate verlängert worden, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai 2020 und dem 31. Dezember 2020 enden würde. Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist nicht geplant.

Stand: 26.05.2020

+ + + Weitere Themen zu Corona, Job und Wirtschaft + + +

Darf ich aus Angst vor Ansteckung mit Corona zu Hause bleiben?

Einfach nicht zur Arbeit zu erscheinen, ist nicht zu empfehlen. Arbeitsverweigerung kann zu einer Abmahnung oder sogar zur Kündigung führen. Nur wenn das Unternehmen trotz konkreter Infektionsfälle oder trotz einer Aufforderung durch die Behörden keine Schutzmaßnahmen ergreift, könnten Arbeitnehmer sich weigern.

Wird ein Kind krank, können Arbeitnehmer es zu Hause pflegen. Gesetzlich vorgeschrieben sind zehn Tage pro Kind und Elternteil. Der Lohn wird weitergezahlt.

Stand: 26.05.2020

Welche Verkehrsmittel sollte ich benutzen?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, nach Möglichkeit Fahrräder oder Autos zu nutzen - oder man soll zu Fuß gehen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man Abstand zu den Mitfahrenden einhalten und am besten die verkehrsarmen Randzeiten nutzen.

Das Bundesarbeitsministerium wirbt seit Mitte März für den Arbeitsweg auf dem Fahrrad, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

Wenn mehrere und/oder wechselnde Personen ein Auto benutzen, ist es sinnvoll, dieses regelmäßig zu reinigen oder sogar zu desinfizieren.

Stand: 02.06.2020

Weitere Antworten zu Corona

Antworten auf Fragen zu Corona und den Themen Masken, Gesundheit, Alltag, Reisen und Bildung finden Sie in den weiteren FAQ.

Stand: 01.07.2020, 16:11