Service Gesundheit - Chronisch kranke Kinder

Eine Betreuerin hilft einem Kind dabei eine Birne zu schneiden

Gut betreut in Schule und Kindergarten

Service Gesundheit - Chronisch kranke Kinder

Von Sigrid Müller

Kinder mit Allergien, Asthma oder Diabetes brauchen besondere Betreuung in Schule und Kindergarten. Doch das klappt nicht immer. Pädagogen fühlen sich überfordert, Eltern mangelt es an Vertrauen, Kinder fühlen sich ausgegrenzt.

Experten empfehlen, Erzieher und Lehrer von Anfang an ausführlich über die gesundheitlichen Probleme des Kindes zu informieren. Man kann auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Kinderdiabeteszentren in Deutschland schulen auf Wunsch der Eltern Erzieher und Lehrer im Umgang mit kranken Kindern. Das Problem: In vielen Bundesländern ist zurzeit nicht geregelt, wer die Kosten für diese Schulungen übernimmt. Und: Eine professionelle Beratung für den Kindergarten- und Schullalltag gibt es bisher nur für Kinder mit Diabetes.

Erzieher und Lehrer sind versichert

Grundsätzlich sind Erzieher und Lehrer nicht dazu verpflichtet, Kindern Medikamente zu verabreichen. Erklären sie sich dazu bereit, müssen sie eine schriftliche Vereinbarung mit den Eltern abschließen. "Für die Zeit, in der das Kind im Kindergarten oder in der Schule ist, geben die Eltern die sogenannte Personensorge in die Hände der Betreuer", so Kirsten Mönkemöller, Leiterin des Diabetischen Zentrums der Kölner Kinderklinik. Dann dürfen Erzieher und Pädagogen auch Medikamente geben und sind über die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) versichert. Diese Versicherung haftet im Fall eines Fehlers bei der medizinischen Betreuung. Wichtig sind auch eine Liste der behandelnden Ärzte, eine schriftliche Anleitung für die Hilfe im Ernstfall und ein Medikamenten-Notfallset. Selbst Klassenfahrten und Ausflüge sind dann in der Regel für ein chronisch krankes Kind kein Problem.

Pflegedienst und Integrationshilfe 

Können Kinder nicht auf professionelle Hilfe von außen verzichten, gibt es die Möglichkeit, einen Pflegedienst für die Betreuung zu engagieren. Den bezahlt die Krankenkasse. Eltern können auch einen pädagogischen Begleiter, eine sogenannte Integrationshilfe, für ihr Kind beantragen. Dafür ist das Sozialamt zuständig. Solche Hilfen von außen sehen einige Experten allerdings skeptisch, denn kranke Kinder bekommen dadurch in der Gruppe einen Sonderstatus. Die Krankheit kann zum Dauerthema werden, was eine reibungslose Integration erschwert. Die Empfehlung: Eltern mit einem chronisch kranken Kindergartenkind sollten sich eine Einrichtung suchen, die integrativ arbeitet. Hier sind die Gruppen kleiner und die Betreuer können sich von Anfang an intensiv um das Kind kümmern.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 12.08.2015, 16:05