Mücken, Zecken, Wespen: Tipps gegen Stiche und Bisse

Vorsicht, Zecken! Servicezeit 02.06.2020 03:31 Min. UT Verfügbar bis 02.06.2021 WDR Von Hanna Beckmann

Mücken, Zecken, Wespen: Tipps gegen Stiche und Bisse

  • Tipps gegen Mücken, Milben und Zecken
  • Anti-Mückenmittel können die Haut reizen
  • Gegen Bremsen hilft vor allem lange Kleidung
Viele Mücken auf einem Zeigefinger

Hochsaison für Plagegeister

Mücken, Milben, Zecken und Wespen: Sobald es in Deutschland warm wird, tauchen die Plagegeister wieder auf. Man kann sich aber wehren - mit und ohne Chemie. Und sollten Sie doch den Kürzeren gezogen haben: Hier gibt es Tipps, wie Sie Stiche und Bisse am besten behandeln.

Die Kapitel zum Anklicken:
Mücken: Bekämpfung mit Spray und Netz
Bremsen: Da hilft nur dicke Kleidung
Kriebelmücken: Klein, aber gemein
Zecken: Überträger von gefährlichen Krankheiten
Grasmilben: Rasen kurz halten
Wespen: Bloß keine Panik!

Mücken: Bekämpfung mit Spray und Netz

Das Bild zeigt eine Mücke auf der Haut.

Mücken mögen es feucht und dunkel

Mücken sind vor allem abends unterwegs - und extrem lästig. Es gibt aber eine ganze Reihe von Maßnahmen, mit denen man die Tierchen auf Abstand halten kann. Zwei Beispiele: Weil Mücken vom Schweißgeruch und dunklen Farben angelockt werden, helfen eine Dusche und helle Kleidung, ehe es ins Freie geht.

Präparate können Haut reizen

Wer sich draußen aufhält, kann zum Schutz Mückenmittel auftragen - die Präparate gibt es in jeder Drogerie oder Apotheke. Doch Vorsicht: Die Mittel, die laut Stiftung Warentest besonders wirksam sind, enthalten Stoffe, die die Haut reizen können. Gartenfackeln oder Kerzen mit ätherischen Ölen kann man sich sparen - sie schrecken Stechmücken nicht ab. Feinmaschige Netze vor dem Fenster oder Moskitonetze sind der beste Schutz vor den Plagegeistern in der Nacht.

Zur Vorbeugung: Gießkannen und Vogeltränken leeren

Mücken lieben stehendes Wasser. Pfützen und Tümpel sind ideale Brutstätten für den Nachwuchs, aber auch in Gärten fühlen sich Mückenlarven wohl. Deshalb sollte man länger stehendes Wasser in Gießkannen und Vogeltränken regelmäßig ausschütten und Regentonnen gut abdecken.

Bei Mückenstichen: Hitze, Gel und Spucke verhindern das Schlimmste

Haben die Mücken trotzdem zugestochen, sollte man schnell reagieren, damit der Stich nicht juckt oder anschwillt. Ein kühlendes Gel hilft, es gibt auch Geräte, mit dem man den Stich erhitzen kann. Sie sollen die Proteine aus dem Mückenspeichel zerstören und so die Reaktion verhindern. Die eigene Spucke hilft übrigens auch. Wichtig in jedem Fall: Nicht kratzen! Sonst entzündet sich der Stich.

Hochsaison für Plagegeister: Kleine Blutsauger unterwegs

Mücken, Wespen & Co können ganz schön piesacken. Hier sehen Sie, was jetzt in heimischen Gefilden fliegt, springt und krabbelt und man besser meidet.

Für Vögel, Fledermäuse oder Frösche sind Mücken ein echter Leckerbissen. Für uns Menschen sind Stechmücken dagegen vor allem eines: extrem nervig! Forscher schätzen, dass es in Deutschland rund 50 verschiedene Arten von Stechmücken gibt. Unser Blut saugen übrigens nur die Weibchen - sie brauchen es, um ihre Eier zu entwickeln.

Die Globalisierung schafft auch Mücken neuen Lebensraum. Japanische Buschmücken finden sich mittlerweile auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen. Ebenso wurden Asiatische Tigermücken in Deutschland nachgewiesen. Das Problem: Forscher befürchten, dass die exotischen Mücken auch Tropenkrankheiten zu uns bringen könnten.

Die Zecke ist dagegen ein bekannter Krankheitsüberträger von Borreliose und der sogenannten Frühsommer-Meningienzephalitis (FSME). Während man sich vor Borreliose nicht schützen kann, kann man sich gegen FSME impfen lassen. Panik ist jedoch nicht angebracht, die meisten Zeckenstiche machen nicht krank. Dennoch sollte man nach einem Aufenthalt in Wald und Gebüsch den Körper gründlich absuchen und die Zecke sofort entfernen.

Sie gehören zu den unbeliebtesten Tieren Europas: Wespen. Vor allem im Spätsommer kommen sie zuhauf, wenn der Pflaumenkuchen auf dem Tisch steht. Vertreiben lassen sie sich nicht wirklich. Ein Trost: Eigentlich sind Wespen nützlich. Sie fressen Mücken, Blattläuse und kleine Fliegen und befreien uns somit von anderen Plagegeistern.

Viele Menschen verwechseln die Wespe mit der Biene. Der Körper der Bienen ist aber weniger gelb. Sie sind außerdem wenig aggressiv und sehr nützlich. Sie liefern Honig und leisten einen wichtigen Beitrag bei der Bestäubung der Pflanzen. Auch sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Sticht die Biene zu, sollte man zunächst den Stachel entfernen, damit das Bienengift nicht in den Körper gelangt. Dann hilft Kühlen, wie beim Wespenstich die frische Zwiebel oder Insektengel aus der Apotheke. Für Menschen, die nicht allergisch reagieren, ist ein Bienenstich eigentlich ungefährlich, aber schmerzhaft.

Die Bremse, auf Pferdefliege genannt, gehört tatsächlich zu der Familie der Fliegen. Sie gehören aber zu den blutsaugenden Insekten und stehen auf Warmblüter wie Menschen, Pferde und Rinder. Wohl fühlen sich Bremsen bei schwülem Wetter, außerdem mögen sie Schweißgeruch. Die Insekten stechen zu - auch durch Stoff - und zapfen Blut. Der Stich ist schmerzhaft und juckt stark.

Die Kriebelmücke: Klein, aber gemein

Die gute Nachricht vorweg: Die kleine Verwandte der Stechmücke, die in und an fließenden Gewässern zuhause ist, überträgt keine Krankheiten. Aber sie beißt - und reißt damit Wunden in die Haut, die sich wegen kleiner Dreckspartikel schnell entzünden. Das Gemeine: Man merkt den Biss erst Stunden später, weil ihr Speichel einen betäubenden Stoff enthält. Insektenschutzmittel aus der Apotheke und lange Kleidung sind die beste Vorbeugung.

Bremsen: Da hilft nur dicke Kleidung

eine Pferdefliege

Bremsen haben große metallisch glänzende Augen

Gegen Bremsen schützen Mückenabwehrmittel meist nicht, sie stechen auch durch dünne T-Shirts und Hemden. Da hilft nur dickere Kleidung. Vor allem sollte man möglichst keine Rast in der Nähe von Pferdekoppeln und Kuhweiden machen - die Bremse wird nicht ohne Grund auch "Pferdefliege" genannt. Gegen die Quaddeln helfen entzündungshemmende Salben und Kühlung. Ob Bremsen auch Krankheitserreger, wie zum Beispiel Borreliose, übertragen, ist bisher wissenschaftlich nicht geklärt.

Zecken: Überträger von gefährlichen Krankheiten

Zecken können mit ihren Bissen viele gefährliche Krankheiten übertragen. Die bekanntesten sind FSME und Borreliose.

Eine Zecke auf der Haut eines Menschen

Zecken: Gefährliche Blutsauger

Die FSME (kurz für Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Art Hirnhautentzündung und wurde lange nur von Zecken in Süddeutschland übertragen. Inzwischen wurden aber auch Fälle nach Zeckenbissen im Münster- und Bergischen Land gemeldet. Es gibt keine Medikamente gegen das Virus, aber eine Impfung, die als gut verträglich gilt.

Die Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst und kann mit Antibiotika gut behandelt werden - wenn man früh genug zum Arzt geht. Sicheres Zeichen für eine Infektion ist ein roter Kreis um die Bissstelle. Wer das übersieht, muss mit schwerwiegenden Folgen rechnen, etwa fürs Herz oder Gelenke.

Zecken bloß nicht quetschen

Damit ist gar nicht erst zum Biss kommt, sollte man lange Kleidung tragen, wenn man im Wald oder auf Wiesen unterwegs ist. Danach auf jeden Fall Beine und Arme genau absuchen. Findet man doch ein Tierchen, kann man versuchen, es selbst zu entfernen, zum Beispiel mit einer Zeckenzange. Wichtig: Nicht quetschen, weil sonst die Wunde verunreinigt wird.

Grasmilben: Rasen kurz halten

Das Bild zeigt eine Grasmilbe auf einem Blatt.

Lästig, aber ungefährlich: Die Grasmilbe

Eine andere Sorte von sommerlichen Plagegeistern sind die Grasmilben. Gegen deren Bisse hilft es, zu duschen und eine entzündungshemmende Salbe auf die betroffenen Stellen aufzutragen. Zum Schutz vor Grasmilben sollte man im Garten lange Hosen und Strümpfe tragen. Hilfreich ist es auch, Mückenschutzmittel auf die Beinregion zu sprühen. Ganz wichtig ist es, das Gras regelmäßig zu mähen und das Schnittgut sofort zu entsorgen.

Tipp: Wer wissen will, ob Grasmilben ihr Unwesen im Garten treiben, kann ein weißes Blatt Papier auf ein sonniges Rasenstück legen. Die Larven werden angelockt und erscheinen als winzige rötliche Punkte. Grasmilben sind bis in den Spätherbst aktiv. Die gute Nachricht: Sie übertragen keine gefährlichen Krankheiten wie die Zecken.

Wespen: Bloß keine Panik!

Zwei Wespen auf einer Wassermelone.

Süßes lockt Wespen an

Wespen sind zwar nützlich: Ein kleiner Staat vertilgt jeden Tag Tausende von Fliegen, Mücken, Motten und Spinnen. Sie sorgen aber auch für Panik, wenn sie als ungebetene Gäste auftauchen und sich über Grillfleisch oder Pflaumenkuchen hermachen. Da hilft nur eins: Ruhe bewahren! Denn Angstschweiß ist für sie ein Warnsignal, der sie aggressiv macht, genau wie Wegblasen oder Fuchteln.

Stattdessen sollte man Speisen in Freien gut abdecken und Kleidung mit dunklen Farben tragen - Buntes lockt sie an. Das gilt auch für Parfum und Aftershave.

Wird man trotzdem gestochen, helfen meistens Hitze, Eiswürfel oder Gels. Bei Stichen im Mund- und Rachenraum sollte man aber sofort den Notarzt rufen, weil Erstickungsgefahr droht. Das gilt auch für Nicht-Allergiker.

Vorsicht vor allergischen Reaktionen

Manchmal gibt es auch eine allergische Reaktion, bis hin zum anaphylaktischem Schock, der lebensbedrohlich werden kann. Für den Fall gibt es Notfallsets, die der Arzt verschreibt. Die Allergie kann sich aber unbemerkt und über Jahre entwickeln. Deswegen sollte man nach einem Stich genau beobachten, ob es bei einer Schwellung bleibt.

Wenn Wespen an Gartenmöbeln knabbern

Zum Bau ihrer Nester verwenden Wespen unterschiedliche Materialien. Schauen Sie mal genau hin - vielleicht haben die Insekten auch Raspel Ihrer Gartenmöbel verarbeitet ...

Wespennest

Fragile Pracht: Das ist keine ausgefallene Tischlampe, sondern ein Wespennest - sorgfältig in tagelanger Arbeit zusammen gefügt. Das Baumaterial: Papier.

Fragile Pracht: Das ist keine ausgefallene Tischlampe, sondern ein Wespennest - sorgfältig in tagelanger Arbeit zusammen gefügt. Das Baumaterial: Papier.

Das stellen die Wespen selbst her - aus Bambus, Schilfrohr oder aus Holz. Eigentlich sind verfallene Bäume im Wald die erste Wahl, die Tiere verwerten aber auch Gartenmöbel, Bootsstege und Brücken.

Wenn das Holz ein bisschen verwittert und nicht lackiert ist, können sie sich Schicht für Schicht hinein raspeln. Es sieht aus, als würden sie es fressen - aber der Eindruck täuscht.

Gleichgültig, ob behandelt oder nicht: Haben die Wespen das Holz erstmal zerkleinert, tragen sie es zur Baustelle. Dort wird es, vermischt mit dem Speichel, zum Nest verbaut. Eine Technik, die alle echten Wespenarten und Feldwespen anwenden. Deswegen heißen sie "Papierwespen". Andere Arten setzen dagegen auf Lehm als Baumaterial.

Das Ergebnis ist so klein wie ein Tischtennis- oder so groß wie ein Fußball - je nachdem, ob eine Wespenlarve untergebracht werden muss oder der Nachwuchs eines großen Staates.

Die einzelnen Zellulose-Schichten sind hauchdünn. Drei dieser Schichten werden so ineinandergebaut, dass Kammern entstehen. Sie sind für den Nachwuchs reserviert. Die ausgewachsenen Wespen leben außerhalb - anders als Bienen in ihrem Stock.

Wespen brauchen tierisches Eiweiß, besonders in der Phase, wenn die Brut aufgezogen werden muss. Sie fressen Nektar und Früchte, bohren sich in Trauben und Pflaumen. Deswegen machen sie sich im Sommer über die Grillwurst und den Pflaumenkuchen her.

Mitte August löst sich der Staat auf. Die Königin stirbt, nur ein paar Arbeiterinnen fliegen auf der Suche nach Nahrung aus. Das Nest bleibt leer - bis zur Besiedelung im nächsten Jahr. Dann wird es recycelt: gründlich zerkaut, mit Speichel vermischt - und wieder verbaut.

Schutz vor Kriebelmücken und Zecken Hier und heute 02.06.2020 12:17 Min. Verfügbar bis 02.06.2021 WDR

Stand: 09.07.2020, 20:13