Alternative Behandlung bei Blasenentzündung

Blasenentzündung – Therapie ohne Antibiotika Doc Esser - Der Gesundheitscheck 12.02.2020 04:18 Min. UT Verfügbar bis 12.02.2021 WDR

Alternative Behandlung bei Blasenentzündung

Von Katja Kreutzer

Unsere Blase kann zur Schwachstelle unseres Körpers werden – besonders in der Schwangerschaft oder wenn wir älter werden. Schätzungen zufolge leiden zwischen fünf und acht Millionen Menschen in Deutschland an Harninkontinenz, bzw. Blasenschwäche. Und dennoch ist die Erkrankung ein Tabuthema. Aber wie schützt man sich vor dem unfreiwilligen Wasserlassen?

Wer sie einmal hatte, vergisst den ziehenden Schmerz im Unterleib nie wieder. Blasenentzündungen gehören zu den schmerzhaftesten Erkrankungen. Viele Menschen leiden nicht nur einmal darunter. Gerade Frauen haben immer wieder einen Harnweginfekt. Früher waren Antibiotika das Mittel der Wahl gegen Blasenentzündung. Inzwischen weiß man, dass es auch anders geht.

Eine erste Einschätzung ist auch zuhause möglich

Blasenentzündungen werden manchmal verwechselt mit Rückenschmerzen, denn auch die können zu einem Ziehen im Unterleib führen. Am besten den Urin testen. Das geht beim Arzt, aber auch zuhause mit Teststreifen aus der Apotheke für den Urin. Damit lässt sich herausfinden, ob Entzündungsstoffe im Urin enthalten sind. Auch ein Blick in die Toilettenschüssel kann Informationen zum Gesundheitszustand liefern. Der Urin sollte klar sein und nicht zu dunkel. Ist er so dunkel wie klarer Apfelsaft, sollte man dringend mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. Ist er trübe wie trüber Apfelsaft oder enthält Blut, ist der Gang zum Arzt unausweichlich.

Erste Hilfe: Schmerzmittel, Ruhe und viel trinken

Wenn beim Urintest eine Entzündung angezeigt wird, reicht es nach neuesten Empfehlungen der Urologen in den meisten Fällen, sich ein paar Tage auszuruhen, viel zu trinken und gegen die Schmerzen den Wirkstoff Ibuprofen einzunehmen. Zwei Drittel der Betroffenen schaffen es auf diese Art und Weise, eine Blasenentzündung auszukurieren. Bei einem Drittel reicht es aber nicht aus und sie müssen dann doch auf Antibiotika zurück greifen. Bei ihnen ist der Therapieverlauf dann leider schwerwiegender, als wenn sie direkt zu Beginn Antibiotika genommen hätten. Dennoch lohnt sich der Versuch, denn ein Antibiotikum vernichtet neben den Krankheitserregern wie z.B. das E.Coli-Bakterium gleichzeitig viele nützliche Keime im Körper.

Datenlage zu Kräutern

Es kursieren etliche Tipps von Betroffenen, was bei Blasenentzündung helfen könnte. Blasen- und Nierentees enthalten Birkenblätter und Schachtelhalmkraut, Orthosiphonblätter, Bärentraubenblätter, Goldrutenkraut, Birkenblätter, Hauhechelwurzel etc. Auch Experten sind sich nicht sicher, ab welcher Konzentration und in welcher Menge solche Kräutertees helfen. Es ist nicht mit Studien untersucht – im Gegensatz zu Kapseln und Tabletten. Hier ist klar definiert, wie viel Wirkstoff in dem Mittel vorhanden ist. Es gibt frei verkäufliche Kapseln mit Meerrettich und Kapuzinerkresse sowie aus einer Kombination aus Rosmarin, Tausendgüldenkraut und Liebstöckel. Insbesondere zu der zweiten Kombination gibt es viel versprechende Untersuchungen. Insofern unser Tipp: Viel trinken hilft, und das lässt sich mit Kräutern unterstützen, wobei es zu den Kapseln Daten gibt, so dass es sich ausnahmsweise anbietet, auf Nahrungsergänzungsmittel zurück zu greifen.

Cranberry-Saft

Als Zaubermittel gegen Blasenentzündung wird häufig der Saft aus der Kranbeere genannt, besser bekannt als die englische „Cranberry“ bekannt. Tatsächlich gibt es Studien, die sich aber wieder nur auf Kapseln (mit 36 mg) beziehen. Aktuell wird diskutiert, ob diese Menge für einen besseren Therapieerfolg erhöht werden sollte. Wer auf natürliche Lebensmittel schwört, müsste statt Kapseln den ungesüßten so genannten „Muttersaft“ aus Kranbeere wählen. Wieviel dieses bitter schmeckenden Saftes nötig ist für eine Wirkung, ist ungewiss. Unser Tipp zum Muttersaft: Mit einer Handvoll frischen Himbeeren püriert schmeckt er weniger bitter.

Stand: 12.02.2020, 21:00