Bienen, Wespen, Zecken: Was tun, wenn man gestochen wurde?

Mücke

Bienen, Wespen, Zecken: Was tun, wenn man gestochen wurde?

Von Katrin Boecker

Sommerzeit ist Insektenzeit. Mücken, Zecken und Wespen stehen auf uns Menschen. Wie kann man sich am besten schützen?

1. Zeckenstich

Egal, welches Werkzeug Sie wählen: ob Zecken- Zange, Karte oder Lasso. Wichtig ist, die Zecke ganz unten mit ihren Mundwerkzeugen gerade aus der Haut zu ziehen. Die Zecke beim Entfernen nicht quetschen und die Pinzette unterhalb des Körpers ansetzen.

Bei einer ringförmigen Hautrötung oder Infektion sofort zum Arzt gehen. Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr, zu erkranken. Rötungen, die nicht innerhalb von sieben Tagen verschwinden oder wandern, vom Arzt abklären lassen.

2. Bienen- oder Wespenstich

Rund 3,3 Millionen Deutsche reagieren allergisch auf Insektengift. Doch ob Wespe oder Biene: Sie stechen nur, um sich zu verteidigen. In der Regel sind es friedliche Tiere. Was aber ist zu tun, wenn man doch gestochen wurde? Ruhe bewahren und das Gift nicht mit dem Mund aussaugen. Einstichstelle kühlen, Einreiben mit Zitrone oder Zwiebeln wirkt entzündungshemmend. Bei Stichen in den Mund und Rachen hilft das Lutschen von Eiswürfeln.

Kommt es jedoch kurz nach dem Stich zu Schock, Atemnot, Herzrasen oder Kreislaufbeschwerden, dann gilt: schnell zum Arzt! Dann leiden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach an einer Wespengift-Allergie. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock mit Blutdruckabfall, Ohnmacht und Kreislaufversagen. Dies ist ohne sofortige ärztliche Hilfe oft tödlich. Wenn die Allergie bekannt ist, sollten Betroffene immer ein Notfall-Set bei sich tragen: Es enthält ein Antihistaminikum, ein Kortison-Präparat und Adrenalin.

3. Mückenstich

Mückenstichen kommt an in der Regel mit Hausmitteln bei. Stört Sie der Geruch der Zwiebel nicht, so können Sie eine in Scheiben geschnittene Zwiebel auf den Stich legen. Die ätherischen Öle lindern Juckreiz und Schwellung. Eine Alternative bieten Teebaumöl oder Tigerbalsam. In der Apotheke erhalten sie kühlende Gele - im schlimmsten Fall wird der Arzt Ihnen eine Salbe mit Kortison verschreiben.

Praxistest: Hilfsmittel gegen Mücken

Wir wollten wissen, welches Mittel den surrenden Plagegeistern den Appetit verdirbt? Dazu haben wir folgende Mittel getestet:

Chemische Repellents

Das Bild zeigt ein Mittel gegen Mückenstiche.

Die beiden Wirkstoffe DEET und Icaridin kommen in den gängigsten Mückenschutz-Repellents vor. Beide Substanzen wirken zuverlässig, wobei für DEET mehr Erfahrungen vorliegen. Beide Stoffe halten gegen Mücken etwa acht Stunden, gegen Zecken nur etwa vier Stunden.

Bei beiden Wirkstoffen gilt es aber zu beachten, dass die Anwendung nur auf intakter Haut erfolgen sollte. Auch sollte das Mittel nicht mit den Schleimhäuten und/oder Augen in Kontakt geraten. Kinder unter zwei Jahren und Schwangere sollten chemische Repellents ebenfalls nicht anwenden. 

  • Hermes Antibrumm classic , ca 15  Euro
  • Autan Family Care Pumpspray, ca. 7 Euro

Mückenarmband mit hochfrequentem Ton

Das Bild zeigt ein Mückenarmband mit hochfrequentem Ton.

Das Mückenarmband ist in der Apotheke erhältlich, wird über eine Batterie betrieben und verzichtet komplett auf Chemie. Es arbeitet mit einem hochfrequenten Ton, der die Mückenweibchen verscheuchen soll. Zusätzlich werden auch Mückenarmbänder angeboten, die mit ihrem Duft die Mücken vertreiben sollen. Hier konnte die Wirksamkeit noch nicht überzeugend nachgewiesen werden.

  • Armband ca. 18 Euro
  • Online günstiger

Mückenfalle mit Essig

Das Bild zeigt eine Mückenfalle mit Essig.

Ein altes Hausmittel: Apfelessig und Spülmittel. Der Essig soll die Mücken anlocken, die dann in die Falle gehen und nicht mehr herausfinden. Der Behälter kann danach mitsamt den Mücken entsorgt werden.

Testergebnis:

  • Am besten und nachhaltigsten haben die chemischen Repellents gewirkt.
  • Das Mückenarmanband war nicht besonders effektiv. Die Testerin hatte Stiche am nächsten Morgen und war genervt von dem Geräusch.
  • Am unwirksamsten in unserem Test war die Apfelessig- Falle. Die Mücken kamen zahlreich – gingen aber nicht die Falle.

Stand: 24.07.2018, 17:00