Bewusster Atmen per App

Bewusster Atmen per App

Von Nico Rau

  • Stress kann zu falscher Atmung führen
  • Die meisten Menschen atmen aber von allein richtig
  • Atem-Apps bieten oft viel Esoterik und wenig Nutzen

Es gibt unzählige Apps, die Übungen zum richtigen Atmen anbieten. Die Versprechen dabei sind vollmundig: Stress abbauen, Kraft sammeln, geistige Klarheit, Bewusstseinsentfaltung, Vitalisierung der Organe, besserer Schlaf, Anregung des Stoffwechsels und Senkung des Blutdrucks.

Atmen wir alle falsch?

Die meisten Menschen atmen von ganz allein richtig und natürlich. Wer im Alltag keine Beschwerden verspürt, muss auch nichts ändern. Aber unsere Lebensweise kann eine zu schnelle und flache Brustatmung fördern, die nicht natürlich und auf Dauer nicht optimal ist.

Sitzen und Stress führen zu einer permanent angespannten Körperhaltung. Der Atem fließt nicht mehr in den Bauchraum. Folgen können Konzentrationsschwächen, Stimmprobleme oder Kopfschmerzen sein.

Bewusste Atmung

In fernöstlichen Kulturkreisen ist bewusstes Atmen schon seit über 3.000 Jahren ein zentraler Baustein der Gesundheitslehre. Beispielsweise als Form der Achtsamkeitsübung, um zu entspannen. Studien zeigen darüber hinaus, dass tiefes und ruhiges Atmen dem Körper eine optimale Sauerstoffversorgung bietet. Zellschäden werden repariert und Energiereserven aufgebaut.

Bei einem gesunden Menschen ist das aber – auch ohne bestimmte Atemtechniken – bereits der Fall. Wer sich allerdings – zum Beispiel durch Stress – unnatürliches Atmen angewöhnt hat, kann von einer bewussten Atmung profitieren. Sowie Menschen mit Lungenkrankheiten und anderen Beschwerden.

Bewusster Atmen per App

WDR 2 Servicezeit 01.02.2019 04:15 Min. WDR 2

Download

Nicht alle Apps taugen

Der Markt der Atem-Apps ist sehr unübersichtlich. Viele Apps machen krude und esoterische Versprechungen dazu, welche gesundheitlichen Erfolge sich erzielen lassen. Andere nerven mit Werbung oder schlechter Programmierung. Am ehesten geeignet sind die einfachen Apps, die durch Visualisierung und mit Tonsignalen dabei helfen, einen bestimmten Atemrhythmus einzuhalten, um in eine tiefe Atmung zu kommen.

Wie lässt sich eine gesunde Atmung lernen?

Speziell ausgebildete Physiotherapeuten bieten anerkannte Atemtherapien an. Sieht der Hausarzt dafür medizinische Gründe, kann er ein Rezept ausstellen. Dann zahlt die Krankenkasse die Therapie. Viele Krankenkassen bieten online Tipps für Atemübungen an. Auch in diversen Sport- oder Yogakursen werden bewusste Atemtechniken vermittelt.

Stand: 01.02.2019, 16:16