Arthrosefalle Arbeitsplatz

Arthrosefalle Arbeitsplatz Doc Esser - Der Gesundheitscheck 02.10.2019 05:56 Min. UT Verfügbar bis 02.10.2020 WDR Von Dina Dada

Arthrosefalle Arbeitsplatz

Stundenlanges Knien, Sitzen, Hocken, Heben oder schwer Tragen – manche Berufe gehen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Knochen. Das ist anstrengend für den Körper und kann zu Gelenkerkrankungen wie Arthrose führen.

Wer täglich monoton-belastende Arbeiten ausführt, erhöht sein Risiko. Doch auch ein Schreibtischjob schützt nicht. 40 Stunden pro Woche zu sitzen – dafür ist der Mensch eigentlich nicht gemacht. Sowohl zu viel als auch zu wenig Bewegung ist Gift für die Gelenke.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Arthrose?

Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung erwachsener Menschen. Besonders die Gelenke der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie die Gelenke an Hüfte, Fingern und Knien sind oft betroffen. Das wiederum hat auch evolutionäre Gründe: Wir Menschen sind auf einen affenähnlichen Gang ausgerichtet. Arthrose bildet sich vor allem an den Gelenken, die diesen Bewegungen nicht entsprechen.

Die Anfälligkeit für Arthrose ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Neben familiärer Veranlagung spielen auch erhöhtes Alter, Krankheiten wie Rheuma oder Gicht oder Verletzungen an Gelenken eine Rolle. Etwa 50% aller Arthrose-Patienten erkranken durch langjährige hohe Beanspruchung der Gelenke. Dazu gehören z.B. das Tragen großer Lasten, Sport mit einseitigen Bewegungen, aber auch Dauersitzen. Ein weiterer Risikofaktor: starkes Übergewicht. Jedes Kilo Körpergewicht belastet die Gelenke. Für viele Arthrose-Patienten heißt es deshalb: Ernährung umstellen. Wer zusätzlich darauf achtet, antientzündliche Lebensmittel (z.B. Ingwer, Kurkuma) in seinen Ernährungsplan einzubauen, kann nicht nur Gewicht verlieren, sondern auch das Fortschreiten der Arthrose beeinflussen. Denn eines haben alle Arthrose-Erkrankungen gemeinsam — sie sind nicht heilbar, lassen sich aber durch Physiotherapie oder andere Maßnahmen aufhalten.

Welche Bewegung ist gut für den Knorpel?

Wenn eine Tür quietscht, dann ölt man das Scharnier. So ähnlich funktioniert das auch im Körper. Unsere Knorpel werden durch Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt und so gesund gehalten. Das funktioniert aber nicht automatisch, sondern nur durch Bewegung. Strecken und Beugen wirkt wie eine Pumpe, die die Gelenkflüssigkeit und so die Nährstoffe in den Knorpel drückt. Wichtig sind geschmeidige und keine stoßartigen Bewegungen. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind daher ideal für die Gelenke. Doch auch schon kleine Veränderungen im Alltag können Arthrose vorbeugen. Studien belegen, dass Arthrose-Patienten, die täglich 6000 Schritte gehen, ihre Beweglichkeit innerhalb von zwei Jahren steigern können. Mit einem ausgiebigen Spaziergang können Sie also Schritt für Schritt etwas für Ihre Gesundheit tun.

Wer schon von Arthrose betroffen ist, sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten, um gemeinsam einen Therapieplan zu entwickeln.

Arthrosefalle Arbeitsplatz – So beugen Sie vor

Besonders Arbeitende mit starker körperlicher Belastung haben ein erhöhtes Arthrose-Risiko. Achten Sie also darauf, monotone Bewegungen auszugleichen, indem Sie in der Mittagspause oder nach Feierabend gelenkschonende Übungen machen. Hierbei empfiehlt es sich, einen Physiotherapeuten um Rat zu fragen, um die richtigen Übungen für Sie zu finden.

Wer einen Schreibtischjob hat, sollte seinen Arbeitsplatz ergonomisch ausrichten. Nutzen Sie beispielsweise ergonomische Tastaturen oder Computermäuse, um die Finger- und Handgelenke zu schonen. Telefonieren Sie ab und an im Stehen oder Gehen und stellen Ihren Mülleimer außer Reichweite. Ihren Stuhl stellen Sie am besten so ein, dass die Knie- und Ellenbogengelenke etwa im rechten Winkel gebeugt sind. Am wichtigsten ist natürlich, dass Sie dennoch bequem sitzen und sich nicht in eine Haltung zwingen, die sich nicht gut anfühlt. Fakt ist: Jede Form von Bewegung am Schreibtischarbeitsplatz tut Ihren Gelenken gut.

Nutzen Sie außerdem Ihre Mittagspause, um sich zu bewegen. Bereits einmal pro Woche kann eine bewegte Pause Ihrer Gesundheit zu Gute kommen.

Stand: 01.10.2019, 17:00